Brentano kannte die Großen seiner Zeit, u. a. Goethe, Wieland, Herder, Schlegel und Tieck, und in seinen besten Gedichten schwingt er sich auf klassisches Niveau hinauf. Die elaborierte Sprache beeindruckt in vielen Fällen deutlich stärker als der Inhalt, der auf immer wiederkehrende Themen setzt und auf fast durchgängig gleichen Reimschemata fußt. In seinen besten Momenten erreicht Brentano die Goethesche Sprachvollendung, das ganze dann wieder konterkariert von heute recht befremdlichen Verniedlichungen ("Im Gärtchen sich erhebet / von Wachs das Jesulein / Und geht umher und lebet / patscht in die Händlein klein").
Kennzeichnend für des Dichters Werk ist ferner eine durchdringende Schwermut, die den Romantikern generell nicht fremd, aber dennoch nicht jedermanns Sache ist. Auch wird der Einfluss der Sammlung des Knaben Wunderhorn an einigen Stellen deutlich, an denen sich Brentanos Gedichte lesen wie schlichte Entnahmen aus der Volkssammlung.
Als Leitfaden kann eine Art Bildungsbürgerlyrik ausgemacht werden, meist begleitet von gepflegter Langeweile und auch mal ins Kitschige abgleitend. Generell ein Werk, das eher wegen der ausgefeilten Sprache als aus inhaltlichem Interesse empfohlen werden kann.