Pressestimmen
»Wer die kapitalistische Gesellschaft und ihre Hierarchien radikal kritisiert, so, wie Debord es im Auge hatte, sollte also vor radikaler Selbstkritik nicht zurückschrecken. Wie konsequent Debord diesen Anspruch umsetzt, erschließt sich bei der Lektüre seiner Briefe. [...] In seiner Korrespondenz bedient sich Guy Debord jener großen gedanklichen Freiheit, die Verneinung im Allgemeinen und Definitionen ex negativo im Speziellen bieten. Für seinen Sprachwitz ist das Schreiben von einer "ruhmreichen Anti-Karriere" ein Beispiel. [...] Loben wird man ihn dafür nicht wollen, darauf legte er schließlich keinen Wert. Doch lesen sollte man ihn trotzdem.« --Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2011
»Die deutsche Auswahl überzeugt, denn sie gibt einen guten Einblick in die ebenso chaotische wie legendäre Organisationsstruktur der S.I., in die Denk- und Arbeitsweise von Debord sowie in seine politischen Fehleinschätzungen und Irrtümer. […] Die Briefe belegen aber auch Debords "poetische Selbstinszenierung" (Roberto Ohrt), die ihm insofern zum Verhängnis wurde, als der konformistische Kulturbetrieb diese zum Nennwert nahm.« --taz, 02.08.2011
»Die nun in deutscher Übersetzung publizierten ausgewählten Briefe Debords bieten einen Parforceritt durch die Geschichte der mehr oder weniger revolutionären Erhebungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. [...] Anhand der Briefe lassen sich die Geschichte der Situationistischen Internationale und die Positionierung Debords in ihr nachvollziehen. [...] Probleme der situationistischen Kritik der 'Gesellschaft des Spektakels' treten zutage, die zugleich die Differenzen von Debords Überlegungen zur kritischen Theorie Theodor W. Adornos verdeutlichen, mit der sie oft verglichen wurden.« --Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2011
»Da ist ein Mensch, der jeden Moment dazu verwenden wollte, das 'echte Problem von Kultur und Leben' zu lösen. 'praktischer Umsturz des Ganzen oder nichts', wie er es 1960 ungewöhnlich kategorisch ausdrückte. Bekanntlich war auch Debord mit diesem Ansinnen nicht erfolgreich. Dennoch enthalten die Briefe etliches von Wert, will man dieses Ziel weiter mit ähnlichem Eigensinn verfolgen. So gewähren sie eine Nahaufnahme der (dem genannten Vorhaben notwendig folgenden) Versuche – und Tücken – eines subversiven Zusammenschlusses jenseits von Partei, Gewerkschaft und sonstigen Institutionen. […] Die Briefe werfen auf längst vergessene Auseinandersetzungen Schlaglichter, die auch heute erhellend sind.« --konkret, 08/2011
Kurzbeschreibung
Die Briefe zeigen den Zusammenhang von gedanklichem Austausch und Freundschaft, Werk und Leben, Disziplin und Genuss. Sie zeichnen über einen Zeitraum von fast 40 Jahren die Bemühung um eine In-Begriff-Nahme der Gegenwart nach und die Entwicklung eines Denkens, das unbeirrt auf den Umsturz der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung zielte.