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5.0 von 5 Sternen
Kongenialer Countdown, 14. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Ausgetrickst (Broschiert)
In der erzählerischen Tradition eines Robert Altman (SHORT CUTS) zählt Alex Robinson in miteinander verbundnen Episoden den Countdown runter. Der deprimierte Rocksuperstar Ray Beam ruht sich auf seinen nun schon länger zurück liegenden Erfolgen aus. Erst die neue persönliche Assistentin, Lily, vermag es, sein Feuer neu zu entfachen. Der obsessive Ray Beam-Verehrer Steve lebt in seiner eigenen Welt, die fatalerweise nur aus Musik besteht. Phoebe begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater, einem Homosexuellen, der in einem Cafe arbeitet. Die Kellnerin des Cafes, Caprice, wiederum hat ein Date mit Nick, einem Fälscher von Sportfanartikeln. Robinson strickt ein dichtes Netz, in dem alle Stränge miteinander verbunden sind. Die Dramaturgie erhält zusätzlichen Drive, indem er die Kapitel herunterzählt, also einen Countdown anstimmt, der auf einen alles zusammenführenden Höhepunkt hinsteuert. Katastrophe oder Happy End? Das bleibt ungewiss. Das Figurenensemble besteht aus komplexen Charakteren, die oftmals Gutes und Schlechtes vereinen. Die schwarzweißen Zeichnungen weisen im Gegensatz zu den facettenreichen Charakteren einen scharfen Kontrast auf. Robinson führt einen reduzierten Strich und besticht durch einfallsreiche Panelvariationen. Neben der Graphic Novel UNVERGESSENE ZEITEN liegt in der Edition 52 das vielfach völlig zurecht prämierte Werk Robinsons vor.
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5.0 von 5 Sternen
Wunderbarer Comic!, 4. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Ausgetrickst (Broschiert)
Beim Lesen dieses dicken Comicromans mit 360 Seiten Umfang drängt sich der Vergleich mit Filmen wie "Babel", "L.A. Crash" oder Robert Altmans "Short Cuts" geradezu auf. In den USA wird Alex Robinson nicht umsonst gern als 'Robert Altman der Comics' bezeichnet. Zugegeben, derartige Vergleiche hinken oft, können aber hier einen guten ersten Eindruck vermitteln, womit man es hier zu tun hat: Einer komplexen, fesselnden Geschichte um eine Gruppe Menschen, deren einzelne Schicksale sich unaufhaltsam miteinander verknüpfen. Die Welt, die Robinson um seine Figuren entworfen hat, wirkt unheimlich lebendig mit den Dutzenden von Nebenfiguren, deren Hintergrundgeschichten oft ebenfalls angeschnitten werden, und all den akribisch ausgearbeiteten Details. Allein die Geschichte der fiktiven Rockband The Tricks, die eine wichtige Rolle für den Lauf der Handlung spielt, ist so liebevoll entworfen, dass man am liebsten loslaufen und ihre Alben kaufen möchte. Doch trotz all der Seitenpfade und Umwege, die der Autor mit seiner Geschichte einschlägt, verliert er nie den roten Faden und der Leser nie den Durchblick. Je weiter die Erzählung fortschreitet, desto mehr wird man hineingezogen in den Robinsonschen Mikrokosmos. Immer gebannter verfolgt man das Schicksal der Figuren, die einem in ihrer Menschlichkeit näher ans Herz wachsen, als man es anfangs für möglich gehalten hatte, bis es einem beim finalen Showdown vor Spannung geradezu den Hals zuschnürt. Die Geschichte und die Figuren funktionieren dabei einfach so gut, dass man fast zu beschäftigt ist, um zu registrieren wie viele der Seiten kleine Comic-Meisterwerke für sich darstellen. Über die perfekt komponierten Bilder, gepaart mit gnadenlos guten Dia- und Monologen, wird man tief in die Psyche der Protagonisten gezogen und kann nicht nur die Realität des lethargischen und zugedröhnten Rockstars Ray nachempfinden, sondern sogar die des immer mehr in den Wahnsinn abgleitenden Steve. "Ausgetrickst" ist ein Comic, den ich jedem, der erstklassig erzählte Geschichten mag, nur ans Herz legen kann.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Lauwarm, 24. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Ausgetrickst (Broschiert)
"Ausgetrickst" war hoch gelobt worden, hat mich dann aber eher ein wenig enttäuscht. Wir verfolgen die Geschichten von sechs verschiedenen Personen - die sind eigentlich ganz interessant. Am originellsten fand ich die von Nick, der so harmlos aussieht und eine richtige Sau ist. Der Showdown, wo sich alle dann begegnen, ist nicht ganz zwingend konstruiert und eigentlich ohne Bedeutung für die ganze Sache. Und die Qualität der Zeichnungen fand ich auch oft nicht überzeugend - unteres Mittelmass.
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