Kurzbeschreibung
Die Autorin hat ihre Sturm- und Drangzeit in den ausgelassenen 80iger Jahren in und um Frankfurt erlebt. Der Band "Ausgeträumt." enthält eine Sammlung von Gedichten und Tagebucheinträgen, und zeichnet in sehr persönlichen Momentaufnahmen von Gefühlen und Stimmungen authentisch "erlebte" Liebesbeziehungen nach, von den Nachwehen der Pubertät bis in die Gegenwart.
Weil es eine ehrliche Bilanz ist, und in einer klaren Sprache geschrieben, berühren die Eintragungen besonders durch ihre Aufrichtigkeit, und lassen so eine intime Nähe zum Erlebten entstehen. Der Leser nimmt Anteil, fühlt sich manchmal schon fast bis zur Schmerzgrenze einbezogen, denn kein Hoffen, keine Euphorie, kein Sehnen oder Scheitern wurde weggelassen, verdrängt oder beschönigt.
Mit Sicherheit wird sich der eine oder andere in den Gedichten auch selbst wiederfinden.
Der Autor über sein Buch
Ich hoffe, ich kann damit allen Mut machen, sich auch nach einer Enttäuschung wieder auf das Wagnis "Liebe" einzulassen .
Über den Autor
Das Unvermögen, ein nur bequemes Leben zu führen, und der innere Drang nach Wandlung, Veränderung und ständiger Erweiterung ihres Horizonts bestimmen ihren beruflichen und privaten Lebensweg.
Die in ständigem Ringen mit dem inneren Schweinehund erkämpfte Einsicht, dass der Weg wichtiger als das Ziel ist, und der Wunsch nach Aufrichtigkeit gegenüber den eigenen Gefühlen, Wünschen, Stärken und Schwächen sind ihr Ansporn, das Erlebte mit Pinsel und Feder auf ihre eigene Weise zu reflektieren und zu verarbeiten.
Auszug aus Ausgeträumt. Tagebucheinträge, 1978 bis 2002. von Sabine Diebenbusch. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Liebeskrieg
Indem wir uns unseren Gefühlen ausliefern
sind wir für alle Zeiten die Betrogenen
Die Welt schuldet uns nichts
nicht einmal Achtung
und beherrschen wird uns immer nur das Fleisch
auch wenn der Geist es besser weiss...
Sollte ich nicht lieben? Im Spiegel blickt mich eine Fremde an.
Der Neid auf die, die - noch? - nicht so denken,
hat mir das Hirn vergiftet und die Tage.
Ich hasse meine Bereitschaft vor dem Telefon
Nur das ich weiss, wie erbärmlich ich bin, gibt mir die Kraft,
die Tage, und die Nächte zu ertragen
Ich will Macht über Dich und es ist mir scheissegal, wie...
Ich bin heute nicht in großzügiger Stimmung
deshalb ringe ich mit den Worten
in dieser Stimmung sollte man sich erschiessen
oder die Welt befreien.
Du warst noch nie so schüchtern in der Wahl Deiner Mittel
und trotzdem habe ich Dich gründlich unterschätzt
woran denkst Du, heute,
wenn Du irgendwo auf dieser Welt das Licht löschst,
bist Du mit Ihr nun genauso allein?
Das Bewusstsein, für meinen Zorn zu leben,
lässt mich mein Blut so viel stärker spüren
als in der Zeit, da ich mir einbildete, "glücklich" zu sein...
aber das war ich wohl nie, nur duldsamer,
und soviel nachsichtiger gegen mich selbst
Jetzt spiele ich allen etwas vor, und es schmerzt mich,
meine Familie zu belügen und
die Freunde zu hintergehen, die mich achten.
Früher habe ich mich oft gefragt,
wie ein Krieg entstehen kann.
Heute bin ich mehr als bereit, ihn zu führen.