Nick Belane ist ein weiteres autobiographisches Pseudonym von Charles Bukoswski. „Ausgetraeumt" hat einen durchgaengigen Plot, der vom Leben und Wirken eines Privatdetektivs erzaehlt. Erstaunlich zivilisiert und deutlich weniger vulgaer als andere Bukowski findet man in seinem letzten Roman von 1994 (er starb im gleichen Jahr) einen echten „Buk": flache Geschichten, keine Dramaturgie, allgemeine Misanthropie und das bewaehrte Dreieck Alkohol, Gewalt und Sex. Wer schoengeistige Literatur sucht und Bukoswki findet, hat seinen Jackpot gezogen. Waehrend seine Stories eigentlich immer zu kurz sind, hat er im Roman ausreichend Zeit, seinen Helden - sich - absonderliche Abenteuer erleben zu lassen. Eigentlich soll Privatdetektiv Nick Belane ja Faelle loesen, aber stattdessen fallen sie ihm alle direkt in den Schoss, und Bukowski braucht sich dramaturgisch keine Muehe zu geben und kann sich detaillierter den Alkoholisierungsbeschreibungen hingeben. Das Buch ist richtig witzig, wenn man Bukowski mag und weiss, was man zu erwarten hat - und was nicht. „Ich bin nicht billig. Ich nehme 6 Dollar die Stunde." - „Das ist nicht viel!" - „Fuer mich schon" ist ein kleiner runnig gag, und befreiende Kommentare wie „ich zaehlte alle Vollidioten, die mir entgegenkamen. Nach 2 Minuten war ich bei fuenfzig und hoerte auf" sind bestimmt nicht die literarische Creme, erfreuen aber in ihrer Konsequenz. Das Buch ist weniger vulgaer als andere Werke von ihm und stellenweise witziger, es haette aber ruhig etwas ereignisreicher und tiefgruendiger ausfallen duerfen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)