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Ausgestoßen - Film Noir Collection 9
 
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Ausgestoßen - Film Noir Collection 9

James Mason , Cyril Cusack , Carol Reed    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 13,99 Kostenlose Lieferung ab EUR 20 (Bücher und Blu-ray-Filme immer versandkostenfrei), auch bei allen Verkäufern, die "Versand durch Amazon" nutzen. Details
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Produktinformation

  • Darsteller: James Mason, Cyril Cusack, Robert Newton
  • Regisseur(e): Carol Reed
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH - DVD
  • Erscheinungstermin: 25. November 2011
  • Produktionsjahr: 1947
  • Spieldauer: 111 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B005IQ1QFY
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 34.286 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

s/w
Schon seit einer Weile plant Johnny mit seiner Bande einen Überfall, doch das Vorhaben geht gründlich schief: In Notwehr er einen Menschen töten und wird selbst schwer verwundet. Mit Mühe schleppt er sich durch die Straßen der Stadt - gehetzt von der Polizei und seinen ehemaligen "Freunden". Seine letzte Hoffnung ist Kathleen, die einzige Frau in Johnnys Leben...

Produktbeschreibungen

Schon seit einer Weile plant Johnny mit seiner Bande einen Überfall, doch das Vorhaben geht gründlich schief: In Notwehr muss er einen Menschen töten und wird selbst schwer verwundet. Mit Mühe schleppt er sich durch die Straßen der Stadt - gehetzt von der Polizei und seinen ehemaligen "Freunden". Seine letzte Hoffnung ist Kathleen, die einzige Frau in

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Berlinoise TOP 500 REZENSENT
Carol Reed kennt heutzutage fast jeder Filmfreund als Regisseur des legendären "Dritten Mannes"
Sein zwei Jahre zuvor gedrehter "Odd Man Out" ist jedoch leider bei Vielen völlig zu Unrecht ein wenig in Vergessenheit geraten.
Dabei steht der 1947 gedrehte Film nach dem gleichnamigen Roman von F. L. Green seinem berühmten Nachfolger in Nichts nach.

Erzählt wird die Geschichte des irischen Untergrund-Kämpfers Johnny McQueen (wobei die IRA, obwohl der Bezug klar auf der Hand liegt, nie beim Namen genannt wird), der bei einem Banküberfall, durch den er genügend finanzielle Mittel erbeuten will, um den Kampf der IRA gegen die britische Besatzung fortzusetzen, verwundet wird und daraufhin von der Polizei unbarmherzig durch das vom Krieg gezeichnete Belfast gejagd wird.
Auf seiner Flucht, die von den Mittagsstunden bis in die beginnende Nacht andauern wird, erhält er teils mehr, teils weniger hilfreiche Unterstützung durch diverse Freunde und Kampfgefährten.
Dabei scheint der einzige Mensch, auf den der "Ausgestoßene" wirklich noch zählen kann, die junge Kathleen zu sein, die Johnny liebt...

Diese Flucht wird nicht nur durch den fantastischen James Mason, der hier neben Kubricks "Lolita" eine der besten Leistungen seiner langjährigen Karriere zeigt, sondern auch durch eine grandiose Kameraarbeit und Schwarzweiß-Fotografie geradezu atemberaubend dargestellt.
Insbesondere in der zweiten Hälfte lohnt es sich, "Odd Man Out" mit der zweiten Hälfte des zwei Jahre später entstandenen "Dritten Mannes" zu vergleichen.
Alles, was den "Dritten Mann" später auszeichnen wird, ist bereits hier in "Odd Man Out" zu sehen:
Fantastische Schwarzweiß- und Lichteffekte, Schattenspiele an Häuserwänden, Personen, die sich in den Schutz schattiger Gebäudebögen drücken...
Achten Sie mal auf den Platz, der in den letzten Szenen von "Odd Man Out" mehrfach eine wichtige dramaturgische Rolle spielt:
Carol Reed hat diese Bilder im "Dritten Mann" 1 zu 1 kopiert, nur daß dort auf dem Platz statt eines Uhrturmes eine Litfaßsäule zu sehen war.
Selbst die berühmte letzte Aufnahme Harry Limes im "Dritten Mann", die lediglich seine sich durch das Gitter der Kanalisation krallende Hand zeigt, wurde in "Odd Man Out" zumindest in Ansätzen schon vorweggenommen in den Szenen gegen Ende, wenn der tödlich verwundete Johnny McQueen sich an den Gittern am Rande der Straße festkrallt.

Ich wage mal zu behaupten, daß "Der dritte Mann", oder zumindest seine zweite Hälfte mit der Jagd auf Harry Lime, ohne "Odd Man Out" so nicht möglich gewesen wäre.
Natürlich hat "Der dritte Mann" die hypnotisierende Zithermusik von Anton Karas, den legendären "Kuckucksuhr-Monolog" im Riesenrad und die dämonische Leinwandpräsenz von Orson Welles - aber "Odd Man Out" hat andere Qualitäten, die vielleicht subtiler, aber deswegen keinesfalls weniger fesselnd sind:
Einen unübertrefflichen Hauptdarsteller, der eben nicht nur durch Orson-Welles-typische dämonische Leinwandpräsenz, sondern durch nuanciertes Schauspiel zu überzeugen versteht, Kameraperspektiven, die auch und gerade in diesem realistischen Film von (damals) politischer Brisanz für ein für europäische Verhältnisse überraschendes Film-noir-Ambiente sorgen, surrealistisch anmutende Effekte wie die "tanzenden Bilder" und Johnnys Vision des unhörbaren Pfarrers - und nicht zuletzt die atemberaubende darstellerische Leistung James Masons.
Die Szene, in der der bereits tödlich verwundete Johnny, aufgenommen in verzerrender Froschperspektive, delirierend die Bibel zitiert, von der dürfen sich alle heutigen Brad Pitts und George Clooneys und wie sie alle heißen, gleich mehrere Scheiben abschneiden.

"Odd Man out" dürfte für James Mason die endgültige Empfehlung und Eintrittskarte für Hollywood gewesen sein - wobei man trefflich darüber streiten könnte, ob dies für ihn und seine Fans ein reiner Segen war.
Zwar hat er auch in Hollywood einige fantastische Filme gedreht, aber mit Sicherheit dafür auch mindestens ebenso viele mindestens ebenso fantastische Filme in Europa NICHT gedreht.

"Odd Man Out" jedenfalls ist ein leider viel zu sehr in Vergessenheit geratener Meilenstein der Filmkunst, für den man gar nicht genug die Werbetrommel rühren kann.
Fünf Sternchen und eine ganz klare Empfehlung für alle Freunde anspruchsvoller Filme
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von christine TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
-Leichte "Spoiler" sind bei einem Film dieses Alters wohl erlaubt.-

Wenn Kathleen dies zu ihrem geliebten Johnny sagt, wird sich beider Schicksal erfüllen. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs wandte sich das britische Kino von eskapistischen Abenteuern wie den Gainsborough Gothics ab. Carol Reed, seinerzeit neben David Lean der bedeutendste britische Regisseur, adaptierte für Arthur Rank in Zusammenarbeit mit Two Cities den Thriller "Odd Man Out" von F. L. Green. Der Film orientiert sich zwar einerseits am amerikanischen Film Noir, zeigt aber auch Einflüsse des französischen poetischen Realismus und des italienischen Neorealismus.

Zur Handlung: Ein Nachmittag in einer irischen Stadt im Winter: Der Untergrundkämpfer Johnny McQueen (James Mason), der sich nach der Flucht aus dem Gefängnis nur langsam wieder erholt, plant mit einigen Mitstreitern einen Überfall auf ein Lohnbüro, um Geldmittel für die Organisation zu besorgen. Nach dem Überfall wird er, immer noch recht angeschlagen, beim Verlassen des Gebäudes von der tief stehenden Sonne geblendet. Der Kassierer überwältigt ihn, im Handgemenge verletzt er McQueen schwer, worauf dieser ihn erschießt. McQueen gelingt es zwar noch halb ins Fluchtauto zu steigen, wird aber auf der Fahrt aus dem Auto geschleudert, worauf er versucht, sich alleine durchzuschlagen. Sein Freund Dennis (Robert Beatty) und die junge Kathleen (Kathleen Ryan), die McQueen heimlich liebt, begeben sich auf die Suche nach ihm. McQueen, von der Schuld geplagt, vielleicht einen Menschen getötet zu haben und vom Blutverlust geschwächt, irrt orientierungslos und halluzinierend durch die nächtliche Stadt, während die Polizei ihn immer mehr einkreist. McQueen begegnet zahlreichen Personen, die ihm helfen, aus Furcht wegschicken oder ihn verraten wollen. Erst kurz vor Mitternacht findet Kathleen ihn.

Zwar werden im Film weder Belfast noch die IRA beim Namen genannt, aber natürlich sind sie gemeint. Es entspricht aber der Intention des Films, nicht einen Konflikt zwischen dem "Gesetz und einer kriminellen Organisation" zu beschreiben, sondern die Konflikte in den "Herzen der Menschen", wenn sie unerwartet hineingezogen werden.
In einer geglückten Symbiose aus herausragenden Darstellerleistungen, innovativer Kameraführung, kongenialer Filmmusik und nie aufdringlich wirkender Symbolik gelingt dem Film eine auf mehreren Ebenen deutbare Studie über Leben und Sterben eines IRA-Kämpfers. In einer der ausdruckstärksten Szenen flüchtet Johnny in einen Luftschutzkeller. Im Fieberwahn glaubt er, wieder im Gefängnis zu sein. Nacheinander werden ein Kind und ein heimliches Liebespaar auf ihn aufmerksam. Endlich wieder zu Bewusstsein gekommen, muss er erkennen, dass ihm eine erfüllte Liebe weder zu einer Frau (Kathleen) noch zu seinem Land (Nordirland) möglich ist.
Auch eine religiöse Ebene des Konflikts wird deutlich, wenn Kathleen sich mit Pfarrer Tom (W.G. Fay) darüber unterhält, dass sie es nicht ertragen könne, wenn Johnny der Polizei in die Hände fiele, ob nicht, falls eine Flucht nicht mehr möglich sei, der Tod die bessere Alternative sei. Sowohl religiöse Konflikte (Verbot einer Selbsttötung, aber Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod), als auch rein persönliche Motive (nicht alleine alt werden zu wollen) werden deutlich.
Für James Mason bedeutete der Film einen willkommenen Imagewechsel, da er in den Jahren zuvor fast ausschließlich den erotischen Bösewicht gespielt hatte. Selten ist ein Held eines Films derart passiv dargestellt worden, er agiert kaum, reagiert nur auf seine Mitmenschen, verzweifelt schier an den immer wiederkehrenden Trugbildern. Für mich ist "Odd Man Out" seine beste Rolle. Während seiner amerikanischen Jahre hatte er zwar teilweise mehr (finanziellen) Erfolg, aber nicht mehr so oft derart komplexe Rollen. Die meisten anderen Rollen sind mit exzellenten irischen Theaterschauspielern besetzt. 1953 arbeiteten Reed und Mason noch einmal für "The Man Between" (The Man Between - Gefährlicher Urlaub) zusammen.
Die Kamera führte Robert Krasker, der schon David Leans "Brief Encounter" (Begegnung - Brief Encounter) fotografiert hatte und mit Reed auch "Der dritte Mann" (Der dritte Mann (Arthaus Premium Edition - 2 DVDs)) (dafür wurde er auch mit dem Oscar ausgezeichnet) realisierte. Die fliehenden Schattenbilder an regennassen Mauern und die öfters aus der Froschperspektive gefilmten Protagonisten (wodurch die Räume wesentlich kleiner und begrenzter erscheinen) vermitteln einen Eindruck von Beklemmung. Unübersehbar sind unter stilistischen Aspekten die Parallelen zum dritten Mann. Es ist schade, dass "Ausgestoßen" im Vergleich dazu etwas in Vergessenheit geraten ist, da beide Filme durchaus gleichwertig sind. Ich persönlich halte "Odd Man Out" sogar für noch besser.
Der Film beginnt mit einer Ansicht über Belfast, die auf der Albert Clock endet, die gerade vier Uhr nachmittags anzeigt. Die Filmhandlung verläuft über acht Stunden und immer wieder rückt die Uhr ins Bild, fast um die Unabwendbarkeit des Schicksals darzustellen. Während Kathleen Johnny sucht, mahnt der Kapitän, mit dessen Schiff sie fliehen möchten, mehrmals, dass er mit der Flut auslaufen müsse.
Auch das Wetter gehorcht dramaturgischen Aspekten. Der Film beginnt bei milder Wintersonne, wobei Johnny schon skeptisch anmerkt, dass es wohl bald schneien werde. Als sich Johnnys Zustand verschlechtert, fängt es an zu regnen an und der Zuschauer beginnt mit ihm zu frieren. Als sich Hoffnung auf eine Rettung abzeichnet, hört der Regen auf. Als zum Ende hin schwere Schneeflocken fallen, ahnt man schon, dass es für Johnny wohl kaum noch Hoffnung gibt.
Unterstrichen wird der Film von der Musik William Alwyns, die bereits vor den Dreharbeiten vorlag und von der sich die Darsteller inspirieren lassen konnten. Fast klingt sie wie ein etwas wehmütiges Requiem.
Eine etwas absurde Episode entspinnt sich mit dem Vogelliebhaber Shell (F.J. McCormick) und dem skurril- monströsen Maler Lukey (Robert Newton). Letzterer hat ein besonderes Interesse an McQueen. Er weiß, dass dieser langsam stirbt und erhofft sich ihn als Modell, da er einen besonderen "Ausdruck" von ihm erwartet, den er für eines seiner Bilder braucht. Erwähnenswert wäre auch noch Cyril Cusack in der Rolle eines naiven, aber deswegen nicht minder gefährlichen IRA- Mannes.
Auch wenn der Krieg nicht ausdrücklich erwähnt wird, so sind seine Folgen überall sichtbar: verfallene Häuser, verlassene Luftschutzkeller, wenige, aber hoffnungslos überfüllte Busse, die Tatsache, dass sich Frauen mittleren Alters über ihre Ausbildung zu Sanitäterinnen unterhalten usw. Im Gegensatz zum Neorealismus haben es sich die Studios einiges Kosten lassen, das Nachkriegs- Belfast so auszusehen lassen.
Besonders erwähnenswert ist natürlich die Schlusseinstellung: Kathleen versucht mit dem sterbenden Johnny zum Schiff zu gelangen, so nah und doch unerreichbar für sie. Johnnys hält sich mit ausgestreckten Armen an einem Gitterzaun fest, was ihn wie einen Gekreuzigten erscheinen lässt. Die hellen Scheinwerfer der Polizeiautos durchschneiden die verschneite Nacht. Es fallen Schüsse und die letzte Einstellung geht auf die Albert Clock.

Zur Ausstattung: Die DVD-Hülle im Buchformat enthält ein 12-seitiges Booklet, das allerdings nur einen kurzen Aufsatz von Thomas Willmann (der mir etwas zu einseitig der Frage nachgeht, ob Briten oder Amis mehr Noirs gedreht hätten) und ein doppelseitiges Motiv aus dem Film enthält. Entgegen den Amazon- Angaben verfügt der Film über KEINERLEI UNTERTITEL. Die Bildqualität ist gut, nach meiner Einschätzung so gut wie auf der englischen Ausgabe (Odd Man Out [Special Edition] [UK Import], allerdings FEHLEN die Extras dieser Ausgabe (eine Doku über Mason in seiner Heimatstadt Huddersfield und ein Interview von 1972). Als Extras gibt es eine nicht so aussagekräftige Bildergalerie und es soll das Drehbuch als PDF-Datei vorhanden sein, allerdings gelang mir auch beim Abspielen auf dem Computer nicht, dazu einen Zugang zu finden. Insgesamt enttäuschte mich die Veröffentlichung. Neben Untertiteln (möglichst in D und E) vermisste ich auch interessanterer Extras, zum Beispiel einen Audiokommentars oder noch besser eine Bild- bzw. Filmanalyse. Auch Hintergrundinformationen zu den brillanten, aber weniger bekannten irischen Darstellern hätten mich gefreut. Das FSK-Logo ist lediglich aufgeklebt. Hoffentlich nimmt sich mal ein ambitionierter arbeitendes Label dieses Filmes an.

Fazit: Ein Meilenstein des britischen Kinos, einer meiner persönlichen Lieblingsfilme in leider nicht ganz so überzeugender deutscher Erstveröffentlichung. Dennoch: 5 Sterne ohne Wenn und Aber! Nicht nur für Mason-Fans aus ganzem Herzen zu empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ray TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
Das Gefühl des Untergangs durchzieht diesen Film von Anfang bis zum bitteren Ende.
Mit einer Flugaufnahme nähert sich die Kamera der Stadt Belfast, vorbei an den Docks Richtung Stadtmitte zum Rathausturm mit der dominanten Uhr. "Ausgestoßen" wird dort enden, wo er anfing: An den Docks, auch das Schlagen der Turmuhr wird zu hören sein. Es ist die Geschichte eines Mannes, dessen Uhr unaufhaltsam ablaufen wird, es gab nie ein Entkommen.
Johnny McQueen (James Mason) ist dieser Mann.
Einer, der sich verändert hat, wie sein bester Freund Dennis (Robert Beatty) erkennt, denn der IRA Anführer war lange Zeit im Gefängnis, ehe ihm die Flucht gelang.
Diese Zeit im Knast hat Johnny weicher gemacht, er will seine Sache inzwischen eher mit politischen Mitteln erreichen, vom Terror ist er müde. Dennoch plant er mit seinen Freunden von der Organisation diesen Überfall auf eine Fabrik, denn man braucht dringend finanzielle Mittel, um Angehörige zu unterstützen, deren Männer, Väter und Söhne im Knast hocken.
Dennis bekommt Unterstützung von Johnnys Freundin Kathleen (Kathleen Ryan) um den Boss zu überreden bei diesem Coup einfach mal auszusetzen. Denn Johnny wirkt angeschlagen.
Tatsächlich zeigen die Augen des Mannes eine intensive Traurigkeit und einen starken Hauch von Unbehagen.
"Dein Herz ist nicht bei diesem Job ?" - doch er ignoriert die Bedenken.
Tatsächlich geht der Coup mächtig schief. Johnny tötet einen Kassierer in einem Kampf, er selbst wird an der linken Schulter schwer verletzt und obwohl ihn seine Freunde festhalten, gelingt es Johnny nicht ins Fluchtauto. Er bleibt auf den Straßen von Belfast liegen.
Dort sucht er verletzt Zuflucht in den Luftschutzbunkern. Doch er wird von Kindern und einem Liebespaar entdeckt. Im Laufe der Nacht trifft er auf viele Menschen, die ihm weiterhelfen. Sie alle haben Respekt vor ihm, aber alle haben auch Angst vor der Polizei und wollen neutral bleiben.
Er ist gezwungen im Untergrund zu bleiben, verloren und allein in einer gewissen Trostlosigkeit. Seine Freunde versuchen ihn zu finden, doch die Polizei hat ein dichtes Netz gespannt, aus dem man nur schwer entkommen kann.
Die Straßen von Belfast sind kalt, dunkel und unversöhnlich. der Regen weicht bald dem Schnee.
Während er sich versteckt hält, geht die Suche durch Freunde und Polizei fieberhaft weiter. In Parallelmontage entwickelt Carol Reed die Handlung, der schrittweisen Verhaftung der Mittäter, denn es gibt auch Verräter wie die geschäftstüchtige Rosie (Faye Compton).
Zwei Schwestern nehmen den Mann, der auf der Straße liegt, für kurze Zeit bei sich auf. Inzwischen wird auch die Wohnung von Kathleen und ihrer Großmutter (Kittie Kirwan) durchsucht, der Inspektor (Dennis O´Dea) lässt ieinen Zweifel aufkommen, dass Johnny mit einem Mord diesmal keine Milde erwarten kann.
Dieser irrt weiter durch die winterliche Nacht, sein Erleben wird zunehmend halluzinatorischer.
Die Begegnungen werden skurriler und erhalten eine Brise Wahnsinn gepaart mit einem Charles Dickens Touch. Straßenkinder verhöhnen in ihren Spielen die Polizei, Johnny wird von Pat (Cyril Cusack), einem Vogelhändler, gefunden, der fast schon Züge eines Fagin (Oliver Twist) besitzt. Dieser wohnt in einem labyrinthartigen Haus, dass an "Great Expendations" erinnert und wenn die Kamera die Stufen der Wendeltreppe emporzeigt, dann meint man fast, dass in irgendeiner Wohnung dort eine Miss Havisham wohnen müsste.
Der langsam sterbende Johnny wird von dem impulsiven und verrückten Maler Lukey (Robert Newton - spielte auch in Leans "Oliver Twist" mit) gemalt, weil dieser den sterben Ausdruck in den Augen für seine Gemälde von Heiligen einfangen will...
"Ausgestoßen" wurde 1947 von Carol Reed gedreht, also zwei Jahre vor Reeds größtem Erfolg "Der dritte Mann" und die beiden Filme sind sich nicht unähnlich. Die Suche und die Odyssee steht immer im Vordergrund und man könnte, wenn man den dritten Mann als "Wienfilm" bezeichnet, den leider wesentlich unbekannteren "Ausgestoßen" als Belfastfilm betiteln.
Der düstere und klaustrophobische Film mit Noir Einschlag gibt einen Einblick in das alte Belfast, die Stadt bietet eine stimmungsvolle Kulisse mit seinen Straßenbahnen, Kutschen-, Werft-, Mühlen-und Terrassen. Viele der Außenaufnahmen für den Film sind damals im Westen der Stadt gedreht worden.
James Mason spielt m.E. die beste Rolle seines Lebens, dem großartigen Schauspieler gelingt eine unvergessene Vorstellung eines Mannes, der sich am Abgrund und dem Tode nahe befindet.
Vor allem die zunehmend halluzinatorischen Szenen machen den Film zu einem einzigartigen Meisterwerk. Der Film vermittelt eine Intelligenz, Tiefe und vor allem eine traumhafte Schönheit - eine komplexe Vielfalt mit spirituellen und philosophischen Anteilen katapultieren diese Geschichte eines Mannes auf der Reise zu seinem Grab Film endgültig in den Olymp der besten Filme aller Zeiten.
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