Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klarsichtig und gut informiert, 15. Mai 2007
Da ich selber in der Industrie seit 30 Jahren arbeite, kann ich nur Lebrechts Bewertung der Lage zustimmen. Völlig anders als 'andere Brachen', sind die großen Klassiklabels von div. Mega-Mediakonzernen einverleibt worden - keiner hat die Nachwirkung dieser Entwicklung so genau beschrieben wie Lebrecht. Seine dankbar kurz gehaltene Vorgeschichte ist unentbehrlich und dennoch nötig, um genau zu verstehen, warum die Industrie sich in der heutigen auswegslosen Situation befindet. Die Überschüße der Managers, sowie Habgier der Labels und Wahnwitz der Veröffentlichungspolitik der letzten Jahrzehnten, präsentiert er als bunte, humorvolle Polemik. Das war immer seine Art, aus der Musikwelt zu berichten - man darf sie nicht mögen - sie nimmt jedoch nichts von der Ernsthaftigkeit des Inhalts weg. Den zweiten Teil vom Buch fand ich verblüffend, da ich - wie sicherlich jeder andere aus der Branche - eine sehr unterschiedliche Liste zusammengefasst hätte. Lebrecht betrachtet die Einspielungen rein aus einer historischen Sicht. So gesehen, haben seine Platteneinstufungen Bestand. Sie dürfen nicht als '100 *beste* sondern als '100 wichtigsten' Einspielungen gesehen werden. Qualitativ sind viele Aufnahmen seiner Liste längst überholt worden. Jeder der sich trotzdem für eine kurze Geschichte der klassischen Plattenindustrie interessiert - bzw. besser verstehen will, warum die großen Labels ihre Bedeutung und bislang unanfechtbare Stellung verloren haben - und was für Folgen daraus noch wachsen können - MUSS dieses Buch lesen.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Übertriebener Titel, sonst empfehlenswert, 30. Mai 2007
Ausgespielt" ist ein sehr interessantes Buch, das freilich in seiner Brisanz weit hinter Frederic Dannens Hit Men", dem Pendant über die Pop- und Rockmusikindustrie, zurückbleiben muß. Zwar handelt es sich im wesentlichen um die gleichen Hauptakteure, Universal, Sony-BMG, EMI und Warner (und deren Vorläufer), aber in den Klassikabteilungen und unter klassischen Musikern geht es eben doch ehrlicher und gesitteter zu als in der Popbranche - was einzelne Eskapaden und fragwürdige Persönlichkeiten nicht ausschließt. Der letzte von der Klassik kommende Mann, der einem Major Label vorstand" (S. 63) war Goddard Lieberson, von 1955 - 1967 Präsident von CBS (das später von Sony aufgekauft wurde). Der Fall" der Klassikindustrie bestand aber nicht nur in ihrer organisatorischen Unterordnung unter die der immer mächtiger werdende Rock- und Popbranche; sinkende Verkaufszahlen, Gewinnmaximierung vor Qualität, und am Ende die Frage, ob die klassische Schallplatten-/CD-Aufnahme angesichts der Möglichkeiten des Weltnetzes nicht ausgedient habe, brachten den Autor offenbar zum Titel des Buches. Der Konsument freilich dürfte von diesem Fall" kaum etwas bemerkt haben; wenn auch heute Naxos und kleinere, spezialisierte Firmen dominieren, gibt es doch weiterhin eine Fülle an Neuerscheinungen und Wiederauflagen. Immerhin sieht der Autor am Ende eine dünne, aber widerstandsfähige Kette der Kontinuität" (S. 342). Also doch nicht ausgespielt"?
Die zweite Hälfte des Buches besteht aus einer Vorstellung von 100 als Meilensteine" bezeichneten Aufnahmen, und von 20 Aufnahmen, die nie hätten gemacht werden sollen." Dabei handelt es sich weniger um Rezensionen als vielmehr um Hintergrundinformationen zur Entstehung der Aufnahmen, die sich ebenso spannend lesen wie der Haupttext.
Eine Information entging dem Autor allerdings (S. 355): Das berühmte Adagio von Albinoni" stammt nicht von Albinoni, sondern wurde unter Verwendung eines diesem Komponisten zugeschriebenen Sonatenfragments ganz im neoromantischen Stil von dem 1998 verstorbenen Musikwissenschaftler Remo Giazotto geschrieben.
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3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Anekdotensammlung ohne Erkenntnisgewinn, 1. Mai 2007
Das Buch besteht aus zwei etwa gleich grossen Teilen, die kaum etwas miteinander zu tun haben. Der erste Teil bezieht sich auf den Buchtitel und referiert die Entwicklung der Klassikindustrie. Es handelt sich dabei über weite Strecken um die Schilderung der persönlichen Marotten der leitenden Angestellten der Plattenfirmen. Das könnte man ähnlich wohl über fast jede andere Branche verfassen. Nach gut 170 Seiten komm der Autor dann zum Schluss, dass die Klassikindustrie daran zugrunde geht, dass jeder alle CDs hat, die er möchte, und diese dann auch nicht mehr kaputt gehen.
Der zweite Teil besteht aus 120 CD Rezensionen, 100 Empfehlungen und 20 Verrissen.
Insgesamt recht unterhaltsam, aber was denn Fall der KLassikindustrie angeht wenig originell. Die Rezensionen brauchte man wohl, um das Buch dicker zu machen. Ein paar Ungenauigkeiten trüben das Bild weiter, alles in allem nicht zu empfehlen.
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