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Ausgespielt: Aufstieg und Fall der Klassikindustrie [Musiknoten]

Norman Lebrecht
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 23,99 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

26. März 2007
In seinem fesselnden, häufig provozierenden Buch enthüllt Norman Lebrecht, einer der weltweit meistgelesenen Kulturjournalisten und Insider des Musikbusiness, die faszinierende Geschichte vom Aufstieg und Fall der Klassik-Tonträgerindustrie. Mit einer Fülle von denkwürdigen Begebenheiten über die Macher im Geschäft und unvergessliche Künstler wie Schnabel, Toscanini, Callas, Rattle und die Drei Tenören verschafft Lebrecht seinem Leser tiefen Einblick in die Branche: Er schildert, wie Plattenfirmen Stars gemacht und gebrochen haben, wie ein Profiteur des NS-Systems zusammen mit einer KZ-Überlebenden ein Plattenimperium aufbaute, wie fortschreitende Technologien, Machtkämpfe in Chefetagen, ein leichtgläubiges Publikum und skrupellose Ausbeutung die Musikkultur unseres modernen Lebens bestimmen. Abschließend präsentiert er seine kritische Beurteilung der 100 größten Aufnahmen aller Zeiten - und der 20 furchtbarsten.

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Produktinformation

  • Musiknoten: 384 Seiten
  • Verlag: SCHOTT MUSIC GmbH & Co KG, Mainz; Auflage: 1 (26. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3795705932
  • ISBN-13: 978-3795705930
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 799.218 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Norman Lebrecht wurde 1948 in London geboren. Er arbeitete für die Redaktion des Evening Standard sowie als Moderator von lebrecht.live im BBC Radio 3. Norman Lebrecht hat zehn Musikbücher geschrieben, die in 13 Sprachen übersetzt wurden, darunter der internationale Bestseller Der Mythos vom Maestro (Atlantis).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klarsichtig und gut informiert 15. Mai 2007
Format:Musiknoten
Da ich selber in der Industrie seit 30 Jahren arbeite, kann ich nur Lebrechts Bewertung der Lage zustimmen. Völlig anders als 'andere Brachen', sind die großen Klassiklabels von div. Mega-Mediakonzernen einverleibt worden - keiner hat die Nachwirkung dieser Entwicklung so genau beschrieben wie Lebrecht. Seine dankbar kurz gehaltene Vorgeschichte ist unentbehrlich und dennoch nötig, um genau zu verstehen, warum die Industrie sich in der heutigen auswegslosen Situation befindet. Die Überschüße der Managers, sowie Habgier der Labels und Wahnwitz der Veröffentlichungspolitik der letzten Jahrzehnten, präsentiert er als bunte, humorvolle Polemik. Das war immer seine Art, aus der Musikwelt zu berichten - man darf sie nicht mögen - sie nimmt jedoch nichts von der Ernsthaftigkeit des Inhalts weg. Den zweiten Teil vom Buch fand ich verblüffend, da ich - wie sicherlich jeder andere aus der Branche - eine sehr unterschiedliche Liste zusammengefasst hätte. Lebrecht betrachtet die Einspielungen rein aus einer historischen Sicht. So gesehen, haben seine Platteneinstufungen Bestand. Sie dürfen nicht als '100 *beste* sondern als '100 wichtigsten' Einspielungen gesehen werden. Qualitativ sind viele Aufnahmen seiner Liste längst überholt worden. Jeder der sich trotzdem für eine kurze Geschichte der klassischen Plattenindustrie interessiert - bzw. besser verstehen will, warum die großen Labels ihre Bedeutung und bislang unanfechtbare Stellung verloren haben - und was für Folgen daraus noch wachsen können - MUSS dieses Buch lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lesenswert, wenn auch für Kenner kaum Neues 7. April 2011
Format:Musiknoten
Die Musikindustrie befindet sich seit ca. zehn Jahren in einer anhaltenden wirtschaftlichen Krise. Vor allem die Tonträgerbranche hat mit teils gravierenden Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Worin die Lösung des durch Digitalisierung aber auch veränderten Nutzungsverhaltens ausgelösten Problems liegt, ist bisher noch längst nicht zufrieden stellend erörtert worden. Auch aufgrund dessen erscheinen seit einigen Jahren vermehrt wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen, die sich mit unterschiedlichsten Aspekten der sich verändernden Musikindustrie auseinandersetzen, sich jedoch meist ausschließlich mit populärer Musik zwischen Rock und Pop beschäftigen. Die klassische Musik bzw. die Klassikindustrie ' immerhin hat die Klassik in Deutschland laut dem Bundesverband Musikindustrie einen gleich bleibenden Anteil am Tonträgermarkt von ca. 7 Prozent ' spielte bei diesen Veröffentlichungen bisher kaum eine Rolle.
Nun hat Norman Lebrecht eine Publikation gleichzeitig in den USA, in England und in Deutschland veröffentlicht, die sich, zumindest deutet darauf der Titel hin, intensiv dem Untergang der Klassikindustrie ' bezogen auf die Tonträgerindustrie ' widmet. Der Brite Lebrecht ist im Bereich der Klassik sicherlich kein Unbekannter, schließlich gilt er laut Los Angeles CityBeat als 'Genie' unter den Musikkritikern. Darüber hinaus hat er seit den neunziger Jahren bereits mehrere Publikationen veröffentlicht, die sich alle mit derselben Thematik beschäftigen: die Klassikindustrie ist unweigerlich dem Untergang geweiht!

Und nun dieses Buch, das, so der Klappentext, 'mit einer Fülle von denkwürdigen Begebenheiten über die Macher im Geschäft und die unvergesslichen Künstler von Enrico Caruso bis zu den Drei Tenören verschafft'. Eigentlich ist Lebrechts Publikation dreigeteilt. Zunächst beschreibt er im Kapitel 'Maestros' eine kleine Industriegeschichte der klassischen Musik, angefangen bei der Erfindung der Tonträger. Auf knapp 200 Seiten stellt Lebrecht ' meist bekannte ' Geschichten und Anekdoten aus der Klassikindustrie dar, beschreibt deren Aufstieg, um jedoch schon bald zum angeblich tiefen Fall zu gelangen, denn seines Erachtens haben die Manager der großen Labels über Jahrzehnte hinweg unbegreifliche Fehler begangen, so dass es kein Wunder sei, die Klassikindustrie am Boden zu sehen, so Lebrecht. Diese Geschicht(ch)en hängt er vor allem an bekannten Persönlichkeiten auf künstlerischer und Managementebene auf, und so liest sich dieses Kapitel wie ein 'Who is Who' der international agierenden Klassikindustrie. Für den Kenner findet sich kaum etwas nennenswert Neues, doch, und dies muss man dem Autor zugestehen, ist das gesamte Kapitel angenehm feuilletonistisch geschrieben; da erkennt man den Rezensenten Lebrecht. Es ist äußerst unterhaltsam zu lesen, wie Dirigent und Interpreten mit ihren Managern agierten, wie Manager ' in guten Zeiten ' mit Spesengeldern nur so um sich schmissen, und wie die Industrie laut Lebrecht unzählige Chancen der Besserung und Veränderung verpasst habe.

Lebrecht wiederum verpasst es, auch aktuellste Tendenzen der Klassikindustrie ausführlich aufzunehmen ' vielleicht, weil sie nicht in das ansonsten negativ gezeichnete Bild gepasst hätten. Die Gefahr aber auch die Chance der Digitalisierung der Tonträgerindustrie findet keinen ausreichenden Platz, ebenso nicht die Tatsache, dass in den letzten Jahren immer mehr Klassik- und Opern-DVDs verkauft werden, es demnach doch noch genügend Käufer für dieses Genre gibt, die sich mit klassischer Musik verwöhnen lassen möchten. Natürlich hat die Klassikindustrie, wie auch der Rest der internationalen Musikindustrie, massive Probleme. Doch ist es definitiv keine Lösung nur deren Untergang zu beschreiben. Lösungsansätze sucht der geneigte Leser leider ' fast ' vergebens, denn auch auf das Wachstum der asiatischen Märkte geht Lebrecht nur in den letzten Zeilen des ersten Teils ein.

Nun fehlen noch die Teile zwei und drei. In 'Meisterwerke' stellt Lebrecht die 100 besten Aufnahmen der klassischen Musik dar. Wie immer bei solchen Kanonbildungen ist die Auswahl allerdings rein subjektiv. Lebrecht versammelt also die seines Erachtens besten Klassikalben des Jahrhunderts, beginnend ' natürlich ' bei Caruso und endend ' vielleicht etwas überraschend ' bei Pascal Rogé. Einhundert Kritiken zu lesen ist weniger unterhaltsam und abwechslungsreich als der erste Teil der Publikation. Doch letztlich folgt noch der dritte: 'Wahnsinn'. In diesem Kapitel nimmt sich Lebrecht die zwanzig schlechtesten Alben vor, wiederum rein subjektiv. Heifetz findet sich darunter, Karajan, Bernstein, Klemperer, Maazel und auch Rattle. Braucht man dies? Offen gesagt, nein. So bleibt am Ende leider der Eindruck, Lebrecht ' oder der Verlag ' wollten das Buch ein wenig im Umfang strecken. So nimmt der Spaß am Lesen leider von Kapitel zu Kapitel ab.

Letztlich muss jedoch konstatiert werden, dass zumindest der erste Teil für den Leser, der einen ersten, unterhaltsamen und nicht wissenschaftlichen Einblick in die Entwicklung der Klassikindustrie sucht, lesenswert ist. Die zweite Hälfte des Buches ist jedoch ' rein subjektiv betrachtet! ' überflüssig. --- Dr. Martin Lücke für Kulturmanagement Network
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Übertriebener Titel, sonst empfehlenswert 30. Mai 2007
Format:Musiknoten
'„Ausgespielt" ist ein sehr interessantes Buch, das freilich in seiner Brisanz weit hinter Frederic Dannens „Hit Men", dem Pendant über die Pop- und Rockmusikindustrie, zurückbleiben muß. Zwar handelt es sich im wesentlichen um die gleichen Hauptakteure, Universal, Sony-BMG, EMI und Warner (und deren Vorläufer), aber in den Klassikabteilungen und unter klassischen Musikern geht es eben doch ehrlicher und gesitteter zu als in der Popbranche - was einzelne Eskapaden und fragwürdige Persönlichkeiten nicht ausschließt. Der „letzte von der Klassik kommende Mann, der einem Major Label vorstand" (S. 63) war Goddard Lieberson, von 1955 - 1967 Präsident von CBS (das später von Sony aufgekauft wurde). Der „Fall" der Klassikindustrie bestand aber nicht nur in ihrer organisatorischen Unterordnung unter die der immer mächtiger werdende Rock- und Popbranche; sinkende Verkaufszahlen, Gewinnmaximierung vor Qualität, und am Ende die Frage, ob die klassische Schallplatten-/CD-Aufnahme angesichts der Möglichkeiten des Weltnetzes nicht ausgedient habe, brachten den Autor offenbar zum Titel des Buches. Der Konsument freilich dürfte von diesem „Fall" kaum etwas bemerkt haben; wenn auch heute Naxos und kleinere, spezialisierte Firmen dominieren, gibt es doch weiterhin eine Fülle an Neuerscheinungen und Wiederauflagen. Immerhin sieht der Autor am Ende „eine dünne, aber widerstandsfähige Kette der Kontinuität" (S. 342). Also doch nicht „ausgespielt"?

Die zweite Hälfte des Buches besteht aus einer Vorstellung von 100 als „Meilensteine" bezeichneten Aufnahmen, und von 20 Aufnahmen, „die nie hätten gemacht werden sollen." Dabei handelt es sich weniger um Rezensionen als vielmehr um Hintergrundinformationen zur Entstehung der Aufnahmen, die sich ebenso spannend lesen wie der Haupttext.

Eine Information entging dem Autor allerdings (S. 355): Das berühmte „Adagio von Albinoni" stammt nicht von Albinoni, sondern wurde unter Verwendung eines diesem Komponisten zugeschriebenen Sonatenfragments ganz im neoromantischen Stil von dem 1998 verstorbenen Musikwissenschaftler Remo Giazotto geschrieben.
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