Das 'lückenlos überwachende und durchdringende Netzwerk', das Jeremy Bentham vor mehr als 2 Jahrhunderten mithilfe seines Panopticons schaffen wollte, scheint heute in bedrohliche Nähe zu rücken. Videokameras an öffentlichen Plätzen und in Geschäften etwa sind heute zur Selbstverständlichkeit geworden. Was wir aber nicht ahnen, ist, dass viel subtilere Methoden in Entwicklung oder bereits im Einsatz sind, die uns zu 'gläsernen Menschen' machen: Kameras, die Gestalt und Flugverhalten von Vögeln imitieren, geschwätzige Chips auf Kundenkarten und Fremdzugriff auf Handys via Bluetooth - das sind nur einige der Überwachungstechniken, in die uns das Buch spannende Einblicke bietet. Zwischendurch lassen uns die Autoren den Bürger Johannes K. ('offensichtlich ein entfernter Verwandter von Kafkas Josef K.') auf seinen täglichen Wegen in einer Big-Brother-Welt begleiten und entlocken uns trotz des beklemmenden Gefühls, das der Blick in die nahe Zukunft auslöst, mit erheiternden Beispielen aus dem Alltag so manches Schmunzeln. Sie begnügen sich aber nicht damit, Gefahren aufzuzeigen, sondern geben konkrete Ratschläge, wie wir uns im Alltag schützen und wie wir gegen die totale Überwachung aktiv werden können.
Besonders beeindruckend: das 'kleine Datenschutz-Manifest' am Ende des Buchs, das als Grundlage für eine künftige Gesetzgebung dienen könnte. Absolut empfehlenswerte Lektüre!