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Der Ausflug der toten Mädchen
  
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Der Ausflug der toten Mädchen [Gebundene Ausgabe]

Anna Seghers
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 50 Seiten
  • Verlag: RM Buch und Medien Vertriebs GmbH; Auflage: Offizin Bertelsmann Club (2002)
  • ASIN: B001QN3782
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.620.604 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
doch bleibt nach dem Lesen ein sehr zwiegespaltener Nachgeschmack. Zunächst sei einmal gesagt, dass die hier vorliegende Ausgabe drei Geschichten von sehr unterschiedlicher Qualität und auch von sehr unterschiedlicher Lesbarkeit enthält.

Die erste, im Titel des Buches genannte Geschichte "Der Ausflug der toten Mädchen" ist eigentlich schon der einzige wirkliche Höhepunkt der Ausgabe: Mit malerisch verträumten Bildern von einer Rheinfahrt ihrer alten Schulklasse zeichnet Anna Seghers autobiographisch die Verwandlung ihrer alten Klassenkameradinnen und Klassenkameradinnen entweder zu opfern des NS-Staates oder zu Mitläufern bzw. Tätern in diesem nach. Die von Seghers gefundenen Worte sind aber keine bittere Anklage, wie man es eigentlich erwarten könnte, sondern eine stille, melancholisches Schwelgen in der alten Welt vor der Urkatastrophe der beiden Weltkriegen, vor den Tagen als die eine Freundin ihre andere verriet, weil diese Jüdin war. Am Ende bleibt einem bei der emotionalen Tiefe, bei der einfachen Erhabenheit des Beschriebenen, nur eine tiefe Bewunderung und ein sanfter Schmerz zurück über die Welt, die durch den Wahnsinn der Menschen dahingeschlachtet wurde...

Die zweite Geschichte, "Post ins Gelobte Land", bildet damit verglichen einen vollkommenen Einbruch auf allen Ebenen: Der sprachlichen, der inhaltlichen und vor allem der emotionalen. Große Teile der Geschichte erscheinen eher wie ein dürftige Familienchronik in der eher zweckfreie Namen, Orte und Geschehnisse in träger, lustloser Sprache aneinander gereiht werden. Dabei verliert selbst der geneigteste Leser nach einiger Zeit die Lust sich auf all die notwendigen, kleinen Details einzulassen, die man begreifen müsste, um der Geschichte doch noch einen gewissen Sinn oder gar Liebreiz abzugewinnen. Unmöglich ist das zweifellos nicht, aber auch wenn man die tieferen Gedanken hinter dem Erzählten endlich durchschaut, bleibt höchstens ein fades Schulterzucken über die Banalität der Aussage.

Die dritte und letzte kurze Geschichte trägt den zunächst unspektakulären Namen "Das Ende". Im Mittelpunkt steht die Flucht eines SA-Aufsehers vor der Vergangenheit, die ihn schließlich in die Heimatlosigkeit und letztlich sogar in den Selbstmord treibt. Die Psyche eines Täters, eines einfachen Mitläufers und die (Nicht-)Verarbeitung der eigenen Schuld vor sich selber und seinen Opfern sind zwar in vieler Hinsicht sehr lebhaft und intensiv beschrieben, doch muss man einige Einschränkungen zum Realismus machen: Zum einen wird die Hauptfigur als teilweise fast schon übertrieben dumpfes Wesen dargestellt und zum anderen ist es zwar nicht zwingend notwendig, aber auch der sehr wünschenswert vorher Anna Seghers Hauptwerk "Das siebte Kreuz" gelesen zu haben. In eben jenem nämlich wird die Vorgschichte der Figur Zillichs, des ehemaligen Aufsehers geschildert, sowie die, des am Anfang auftauchenden mysteriösen Fremden, der den Protagonisten zur Flucht veranlasst. Beide oben benannte Punkte schmälern des Lesevergnügen einer eigentlich sehr interessanten Geschichte doch schon sehr erheblich, vor allem sollten sie jemals den Wunsch haben das von ihnen Gelesenden mit Bekannten zu diskutieren, die entsprechendes Vorwissen aus dem Hauptwerk besitzen, was ihnen eventuell fehlt.

Zusammengefasst ist die erste Geschichte fünf Sterne wert und für jeden eine uneingeschränkte Empfehlung, der eher die zart-melancholischen Töne in der Literatur lieben. "Post ins Gelobte Land" hingegen wäre maxmimal zwei Sterne, aber wohl wegen der schlichten Trockenheit des Stoffes doch eher nur ein Stern wert. Das abschließende Werk, "Das Ende", wäre im Grunde vier Sterne wert. Sollte man aber das nötige Vorwissen missen, so muss man wohl mindestens einen Punkt abziehen: 3 Punkte also bleiben. All diese zusammengerechnet bringen der Gesamtausgabe 3 Sterne.

Kauftipp: Wirklich lesenswert ist nur "Der Ausflug der toten Mädchen", doch sind 12,50 Euro für eine Geschichte von gut 32 Seiten wirklich zu viel.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stammkurs
Format:Taschenbuch
Anna Seghers verfasste 1943 die Erzählung "Der Ausflug der toten Mädchen" im mexikanischen Exil. Sie berichtet von einer traumhaften Vision, in der sie sich als Kind während eines Schulausflugs und zugleich als erwachsene Frau erlebt. Bei einem Autounfall trägt sie eine leichte Amnesie davon und versucht sich daraufhin in ihre Jugendzeit zurückzuversetzen, um ihr Gedächtnis auf den Prüfstand zu stellen.

Durch die geschickte Verknüpfung zweier Zeitebenen wird deutlich, dass sich die Autorin noch an denaue Details erinnern kann. Anna Seghers geht vor allem auf die Beziehung der Schulkameradinnen vor dem I. Weltkrieg und auf ihre Veränderung während des II. Weltkrieges ein. Dabei gelingt es ihr besonders die handelnden Figuren zu charakterisieren und deren Schicksale detailiert, doch zugleich in einfacher, knapper Form darzustellen. Große Anerkennung verdient die Autorin, da sie über die Personen und die Zeit urteilt, sie aber nicht verurteilt. Weiterhin kann sich der Leser sehr gut in die Problematik hineinversetzen und bekommt somit das Gefühl, als sei er in das Geschehen integriert. Doch die enorme Anzahl an Personen sowie der ständige Wechsel der unterschiedlichen Zeitebenen fordert vom Rezipienten, die Erzählung mit viel Aufmerksamkeit und Genauigkeit zu lesen.

Empfehlenswert ist dieses Buch, da es auf wahrer Begebenheit beruht. Gerade die Menschen, die die Kriegszeit nicht miterlebt haben, bekommen einen Einblick in die Verhaltensweisen und Reaktionen von Personen der damaligen Zeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich habe dieses Buch eigentlich gekauft, weil ich die Folgegeschichte des siebten Kreuzes, eines meiner Lieblingsbücher, lesen wollte. Das Schicksal des ehemaligen Lagerkommandanten wird auch ansprechend erzählt, aber ist für sich genommen (außer für Fans des Siebten Kreuzes) nichts allzu Aufregendes.

Höhepunkt dieses Bandes ist eindeutig die Erzählung "Ausflug der toten Mädchen". Die Autorin schildert dabei in Ich-Erzählung, wie sie erschöpft von der Flucht auf einer Bank niedersinkt und zu träumen beginnt von ihrer Kindheit, die real neben ihre jetzige Situation gestellt wird. Mit dem Wissen von heute beschreibt sie die unbeschwert spielenden Kinder und ihre Lehrerin, verknüpft diese Beschreibung aber selbstverständlich mit dem späteren Schicksal der noch unschuldigen Kinder. Die besten Freundinnen, von denen später die eine das Kind der anderen trotz dessen Bedrohnung nicht annehmen wird. Die geliebte Lehrerin und ihr schweres Los. Mit unglaublicher Leichtigkeit, die zu Tränen rührt, beschreibt Seghers fast fatalistisch und trocken, ohne Mitleid, sondern einfach als Tatsache, was sie erwarten wird.

Wer die Sprache der Seghers liebt, wird diese Erzählung lieben. Und allein dafür lohnt es sich schon, dieses Buch zu kaufen - auch wenn die anderen beiden Erzählungen nicht unbedingt aus dem Gesamtwerk der Autorin hervorstechen.
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