Die Akten der Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei in Auschwitz sind nun seit etwa 10 Jahren zugaenglich. Sie enthal-ten ueber 80.000 Dokumente. Tausende weitere Dokumente lagern in Prag und Auschwitz. Wer eine architektonische Geschich-te des Lagers Auschwitz schreiben will, muss alle diese Akten beruecksichtigen und seine Geschichte im vollen Kontext aller Dokumente schreiben. Zudem muss er - ob er will oder nicht - die Argumente derer beruecksichtigen, die er vorgibt zu widerle-gen, hier also die Holocaust-Revisionisten. Letztlich kommt er auch nicht umhin, sich den technischen und naturwissenschaft-lichen Fragen zu stellen, die mit der "Technik des Massenmordes" (J.-C. Pressac) zusammenhaengen. Dazu muss er entweder selbst ein ausreichendes technisches Wissen haben, oder aber er muss den Rat von Experten einholen. Das Studium technischer und naturwissenschaftlicher Literatur ist dazu in jedem Fall unumgaenglich. Prof. van Pelt vergeht sich gegen all diese wissenschaftlichen Grundprinzipien: 1) Er reisst wahllose Dokumente aus dem Zusammenhang. 2) Er kuemmert sich nicht um die Argumente derer, die er zu widerlegen trachtet. 3) Er ist als Kulturhistoriker offenbar inkompetent, was die Beurteilung technischer und naturwissenschaftlicher Dinge angeht, ja sogar in architektonischen Fragen begeht er viele geradezu laecherliche Fehler. 4) Er sucht keinen Rat bei Experten, und er zieht auch in keiner Weise Fachliteratur zurate. Zudem mutet es merkwuerdig an, dass sein Buch ueber weite Strecken nur wiederholt, was Jean-Claude Pressac in seinen Bue-chern bereits 1989 und 1993 geschrieben hat, was sogar so manchen Fehler einschliesst. Prof. van Pelt bezieht sich aber nir-gends auf Pressac. Es kommt mithin der Verdacht auf, er habe Pressac plagiiert. Wer glaubt, dieses Buch widerlege die Revisionisten entgueltig, der wird noch ein boeses Erwachen haben. Wo bleiben die wahren Experten, die sich der Sache ernsthaft annehmen? Endurteil: Lehrreich nur als Beispiel, wie man es nicht machen sollte.