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Auschwitz, 17. Juli 1942 - Der Weg zur europäischen 'Endlösung der Judenfrage'
 
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Auschwitz, 17. Juli 1942 - Der Weg zur europäischen 'Endlösung der Judenfrage' [Taschenbuch]

Hans Mommsen
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 235 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 2.Auflage (Mai 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342330605X
  • ISBN-13: 978-3423306058
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Hans Mommsen
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Sommer 1942 markiert den tragischen Höhepunkt der Vernichtungspolitik der Nazis gegen die in ihrem Einflussgebiet lebenden Juden. Ihr Herrschaftsgebiet "judenfrei" zu machen waren sie ebenso fest entschlossen wie dazu, es weiter zu vergrößern. Am 17. und am 18. Juli 1942 inspizierte der Reichsführer-SS Heinrich Himmler das Konzentrationslager Auschwitz. Er tat dies einerseits, um die Möglichkeiten zu eruieren, Auschwitz-Birkenau zum zentralen Umschlagplatz von Häftlingen für die Versorgung der Rüstungsindustrie mit zwangsverpflichteten Arbeitskräften zu machen. Andererseits wollte er sich per Augenschein ein Bild machen von der Effektivität des "Vergasungsverfahrens" durch den Einsatz von Zyklon B. Der Ausbau dieses neuen Verfahrens sollte die Vernichtung aller nicht (mehr) arbeitsfähigen oder für bestimmte Arbeiten benötigten Häftlinge zeitnah gewährleisten.

Auschwitz steht als Symbol, der 17. Juli 1942 als Datum für die endgültige Entfesselung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. In den Tagen nach dem 17. Juli besuchte Himmler weitere Vernichtungslager: Auch in Belzec und Sobibor begutachtete er die Effektivität von Selektion und Vernichtung, um danach anzuordnen, die "Umsiedlung" der gesamten jüdischen Bevölkerung aus dem Generalgouvernement sei bis zum 31. Dezember des Jahres abzuschließen.

Hans Mommsen zeichnet die Genese des dem Vernichtungswahn zugrunde liegenden nationalsozialistischen Antisemitismus nach. Angefangen von den antijüdischen Ressentiments in der Weimarer Republik, die sich die Nationalsozialisten in ihrer Aufstiegsphase zu Nutze machten, über die "Nürnberger Gesetze", die Ausschaltung der Juden aus sämtlichen Bereichen des öffentlichen Lebens, die Umsiedlungspolitik im Dienste einer "territorialen Lösung der Judenfrage", den Rassenvernichtungskrieg gegen die Sowjetunion bis hin zu Auschwitz. Die Lektüre eines Buches zu diesem Thema kann kein Vergnügen sein. Trotzdem verdient der Autor Lob: Ihm ist trotz des knappen Raums, der ihm für diesen Band der Reihe 20 Tage im 20. Jahrhundert zu Verfügung stand, eine ausgesprochen überzeugende Zusammenfassung der komplexen Geschehnisse gelungen, die zur Entfesselung des Holocausts geführt haben. --Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Genozid und Ausrottungspolitik des NS-Regimes

Am 17. Juli 1942 besuchte Reichsführer-SS Heinrich

Himmler das Konzentrationslager Auschwitz und ließ sich von Lagerkommandant Höß eine Vergasung demonstrieren. Der deutsche Antisemitismus und die NSDAP, die »Nürnberger Gesetze«, der 9. November 1938 und die öffentliche Degradierung des Judentums in Deutschland, der Rassenvernichtungs-krieg gegen die Sowjetunion und die »Endlösung der Judenfrage« in Europa.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hervorragend 30. März 2006
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Hans Mommsen gehört zu den bekanntesten Forschern über die neuere deutsche Geschichte, was seine zahlreichen Bücher und Aufsätze über die Weimarer Republik und zum Dritten Reich belegen. Auf 235 Seiten legt er eine eindrucksvolle Bilanz des Holocaust vor, wobei er auch auf die Ursachen des Antisemitismus in Deutschland vom Kaiserreich bis zur Machtergreifung Hitlers eingeht und sämtliche relevante deutsche und angelsächsische Forschungsliteratur berücksichtigt.

Mommsen untersucht zunächst die Rolle des Antisemitismus in der Weimarer Republik und seine Rolle beim Aufstieg der NSDAP. Hier bilanziert er - zutreffend, dass sich das generelle politische Klima insbesondere der späten Weimarer Republik gegen das deutsche Judentum zu wenden begann und die ursprünglich im Bürgertum vorherrschende liberale und tolerante Einstellung gegenüber dem Judentum verkehrte und verdrängte (S. 24/25). Insbesondere die Durchdringung weiter Bereiche der öffentlichen Meinung mit antisemitischen Ressentiments bildete den Hintergrund für die Tolerierung der NSDAP durch ihre konservativen Partner, wobei Mommsen zutreffend bilanziert, dass der Antisemitismus der NSDAP nach 1930 keine neuen Wähler brachte, so dass dieser Aspekt in den entscheidenden Wahlkämpfen nach 1930 eher hinuntergespielt wurde, um keine potentiellen neuen Wähler zu verschrecken. Dennoch war - insbesondere in den politischen Eliten - die Feindschaft gegen Juden so stark ausgeprägt, dass die Haltung in der "Judenfrage" als Indikator für den Verlust der moralischen Grundlagen dieser Eliten betrachtet werden kann. Obwohl auch die Mehrheit der Parteimitglieder - wie in Kapitel 2 gezeigt wird - nicht zur Gruppe der "Radikalen" und damit zu den gewalttägigen und paranoiden Judengegnern gehörten (S. 29), konnten diese sich durchsetzen, zumal die antisemitische Propaganda Feindbilder schuf und somit von akuten sozioökonomischen Problemen ablenken konnte und außerdem keine etablierten gesellschaftlichen Interessen damit berührt worden sind. (S. 34-36). Stets fungierte Hitler als der ideologische Motor in der "Judenfrage", wobei er in der praktischen Umsetzung der anti-jüdischen Maßnahmen aufgrund taktischer Überlegungen mit Rücksicht auf die Schonung seines persönlichen Prestiges durchaus instinktiv flexibel reagieren konnte, wie Mommsen überzeugend nachweist. Für Hitler stand der Propaganda-Effekt und damit die Funktion eines ideologisch geprägten Feindbildes im Vordergrund seiner Überlegungen zur Judenfrage. Nichtsdestotrotz radikalisierte sich das Regime, wie in den folgenden Kapiteln (Entstehung der "Nürnberger Gesetze", Ausschaltung der Juden aus der deutschen Wirtschaft, Reichs"kristall"-nacht 1938) ebenso gezeigt wird wie der Übergang zur physischen Vernichtung (Umsiedlungspolitik und Vision einer territorialen "Lösung der Judenfrage" im zweiten Weltkrieg, der "Rassenvernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und die Mordaktionen von SD und Sicherheitspolizei, die in der Vernichtung von 5,3 bis 6,1 Millionen Opfern gipfelte, der erschreckenden Bilanz des Genozids)eindringlich und erschreckend in Anschluss an die bahnbrechenden Forschungen von Götz Aly, Wolfgang Benz, Christopher Browning, Saul Friedländer, Peter Longerich, Dieter Pohl und Thomas Sandkühler aufgezeigt wird. Neben der relativ kurzen und knappen Darstellung "Warum Ausschwitz?" von Gunnar Heinsohn sowie den Publikationen von Wolfgang Benz und Dieter Pohl zum "Holocaust" die beste Einführung zum Thema.
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