Das Buch bekommt von mir nur 3 Sterne.
Obwohl die Ausbildungsmethode (wenn man den Teletak für sich selbst einfach mal weg lässt)sehr gut beschrieben und auch interessant ist, so stoßen mir persönlich andere Dinge in dem Buch schwer auf.
Bereits zu Anfang des Buches werden Hütehunderassen erläutert. Vom Deutschen Schäferhund bekam man wiedermals nur das zu lesen, was man von jedem Besitzer eines solchen Hundes zu hören bekommt, der zb im Hundesport tätig ist. Für eingefleischte Deutsche Schäferhundeliebhaber, der diese Rasse noch als Hüte-und Triebhunde anerkennen, werden hier die wesentlichen Punkte immer wieder durch den "Gebrauchshund Schäferhund" zermörtelt.
Über sehr unbekannte Hütehunderassen, erfährt man in diesem Buch ein "dahin geklatsche". Der Border Collie nimmt allgemein in diesem Buch, mir persönlich zu viel Raum ein. So toll und schön diese Hunde auch sein mögen, so ist es meiner Meinung nach nicht Sinn und Zweck, das wenn man schon die Hütehunderassen vorstellt, durch seine Beschreibung klar und deutlich zu machen, welche dieser Rassen nach den Autoren gut und welche schlecht sind. Eine gerechte verteilung der Vorstellungen hätte hierbei mit sicherheit viel interesse gegenüber den unscheinlichen Rassen geboten.
Das Kaptiel des Herdengebrauchshundes war sehr interessant und faszinierend. Natürlich kann man eine solche Ausbildungsmethode nicht mal eben im schnellen Lesen nachvollziehen. Viel Ruhe und konzentration sollte hierbei schon gefragt sein, um jeden erläuterten Schritt nachvollziehen zu können.
Im Kaptiel des Koppelgebrauchshundes habe ich für mich persönlich den Abschluß des Buches gefunden, als wiedermals hoch lobend der Border Collie aus hoher Leistungszucht seinen Mittelpunkt dieses Buches fand. Individuell wird hierbei keines wegs auf unterschiedliche Rassen und Rassevorzüge eingegangen. Mein erster Gedanke zur hochlobung des Border Collie's war wirklich ein ironisches "Das kann ja nur der Border - andere Hütehunde scheinen dafür zu doof zu sein".Man hätte dieses Buch sehr gut 3-teilen können. Einmal die wirkliche Ausbildung des Herdengebrauchshundes, dann die Ausbildung zum Koppelgebrauchshundes für den Border Collie und zum guten Abschluß den dritten Teil der Wettbewerbe.
Immer wieder wird in dem Buch deutlich betont angesprochen, das nicht nur die Veranlagung des Hundes selbst, sondern auch die Anforderungen und Lehrungen des Ausbilders eine grpße Rolle spielt. Und doch scheinen andere Hunderassen keine Leistung bringen zu können, obwohl sie Hütehunde sind. Genau diesen Eindruck vermittelt dieses Buch.
Noch einen Punkt abzug gibt es von mir dafür, dass immer wieder bei bestimmten Ausbildungsschritten davon gesprochen wird, das hierbei ja ein bereits Ausgebildeter Hund ein großer Helfer sei. Für den privaten Hundehalter, der seinem Privathund gerecht werden möchte und sich für das Hüten interessiert, jeden Ausbildungsschritt gemeinsam und mit viel Ruhe durchlaufen möchte, eine absolute ernüchterung. Nicht jeder hat die Möglichkeit sich an einen erfahrenen Schäfer zuwenden und dessen Hund als Hilfe zu nutzen.
Obwohl ich mir hierbei ein Hütehundebuch gekauft habe, so faszinierte mich erstaunlicherweise hauptsächlich das Augenmerk gegenüber den Schafen. Hierbei gewinnt man wirklich einen großen Einblick darin, warum dieses oder jenes so ist, um die Schafe zu schützen und mit so wenig Stress wie möglich von A nach B zu bringen.