Die frühen Jahre des Papstes Benedikt XVI. umfassen nach einleitenden Worten über seine Kindheit und Jugend die Zeit seines Theologiestudiums in München, Promotion und Habilitation sowie Schlüsselerlebnisse als Berater beim II. Vatikanischen Konzil. Hinzu kommen einzelne Stationen seiner wissenschaftlichen Laufbahn bis zur Wahl als Erzbischof in München.
Der Leser erfährt aus erster Hand, welche Erfahrungen und Sichtweisen für seinen Lebenslauf maßgeblich waren. Die Betrachtungen bleiben keineswegs an der Oberfläche.
Der Autor beschreibt, was ihn in seinem Leben wirklich bewegt hat. Da finden sich Beispiele wie das Drama seiner Habilitation, bei der er sich im Hinblick auf seine wissenschaftliche Laufbahn dem Scheitern nahe sah, weil seine Arbeit nach Meinung einer der beiden Prüfer nicht den geltenden wissenschaftlichen Maßstäben genügte. Eine Welt drohte für den jungen Wissenschaftler zusammenzubrechen. Doch in der Krise steckt die Chance. Nach der Idee, seine Arbeit wesentlich zu kürzen, wurde die Habilitation angenommen.
Es folgten spannende Jahre als Berater von Kardinal Frings während des II. Vatikanischen Konzils. Seine Standortbestimmung gegenüber der historisch-kritischen Methode wirkt authentisch. Sie wird veranschaulicht durch das Beispiel über die Bedeutung der Offenbarung. „Offenbarung ist nicht ein auf die Erde gefallener Meteor..., wovon man Gesteinsproben nehmen, ins Labor tragen und analysieren kann." Zwar gibt es Werkzeuge der Offenbarung, aber die sind nicht von der Erfahrung des lebendigen Gottes ablösbar.
Ähnlich offenherzig wird die Zusammenarbeit mit Karl Rahner beschrieben, wenn er sagt „Bei der gemeinsamen Arbeit wurde mir klar, dass Rahner und ich ... theologisch auf zwei verschiedenen Planeten lebten", wenngleich sie mit der liturgischen Reform die gleichen Ziele verfolgten. Benedikt XVI. äußert über sich, dass er von der Schrift, den Vätern und dem geschichtlichen Denken bestimmt sei.
Die Aufgabe, die tatsächlichen Aussagen des Konzils über die Deutung des Wortes Gottes den Menschen in der Kirche nahe zu bringen, liegt noch vor uns. In seiner Autobiographie legt Benedikt XVI. auf sehr persönliche Weise und in einer für den Laien verständlichen Sprache seine Entwicklungsgeschichte dar. Wir dürfen gespannt sein, welchen Einfluss seine Grundüberzeugungen auf sein neues Amt nehmen.