Diese DVD ist ihr Geld wert. Orientiert an "Der Tod ist mein Beruf" (Merle) wird die Lebensgeschichte des Kommandanten von Auschwitz wiedergegeben, dem die "geniale" Idee des Zyklon-B-Einsatzes zur Menschenvernichtung kam. Beginnend mit seinem "konsequenten" Einsatz an der deutschen Westfront 1917/18 (der einen Familienvater das Leben kostet), über den Abstieg im Nachkriegsdeutschland, die Brutalität, mit der er einen alten Kameraden, der bei den vielen Putschversuchen auf der falschen Seite stand (Kommunist) und von ihm auf einem Fluchtversuch erschossen wird, bis hin zu dem recht kurz gehaltenen Geschehen in Auschwitz wird das Bild eines Mannes gezeichnet, dessen Karriere im Ergebnis als konsequent erscheint. Der Mensch ist nichts, DEUTSCHLAND (oder das, wozu es durch Demogagogen gemacht wird) ist alles. So erzogen gibt es für den jungen Höß keine Frage nach dem Warum, sondern stets nur die Lösung technischer Probleme. Bemüht, seine Arbeit immer (zu) gut zu machen, eckt er bei einem Arbeitsversuch mit Gewerkschaftern an, geht in die Freikorps, endet in der Arbeitslosigkeit und gelangt in die Fänge der Nazis, wo er seine Heimat findet, in der ihm das Denken darüber, was für Deutschland gut sei, abgenommen wird. Durchaus eigentlich kein übler Mensch begeht er einen Fememord, weil sich für ihn Deutschland permanent im Krieg mit seinen inneren Feinden befindet. Seine guten Seiten - die Beharrlichkeit, mit der einen heruntergekommenen Hof wieder aufbaut und sein Leben in den Griff bekommt, verkehren sich ins Gegenteil, als er auf den - genial dargestellten - Himmler trifft, der in ihm das skrupellose Werkzeug findet, das er in den KZ braucht. Nach erheblichen Bedenken geht er in die KZ-Verwaltung und versucht bis zum Ende, seiner Frau zu verheimlichen, was mit den Juden geschieht. Ein Besuch des Stuthoff-Kommandanten bereitet dem ein Ende - und er lebt neben seiner Frau dahin, bemerkt 1944 wütend, daß sein Lager eine weitaus höhere "Tagesleistung" erbringen konnte, wenn die Reichsbahn nur genügend "Material" geliefert hätte. Ein bedrückendes Bild des - auf seine Weise - teuflisch korrekten Befehlsempfängers, der schließlich in Polen gehenkt wird. Ein hervorragender Film, in dem George seine Kapazität als Charakterdarsteller unter Beweis stellt. Unbedingt zu empfehlen.