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Aus dem Leben eines Taugenichts: Berlin 1826
 
 
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Aus dem Leben eines Taugenichts: Berlin 1826 [Taschenbuch]

Joseph von Eichendorff , Joseph Kiermeier-Debre
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Aus dem Leben eines Taugenichts
OA 1826 Form Novelle Epoche Romantik
Mit der Novelle schuf Joseph von Eichendorff eine eigene romantische Gattungsform, den sog. »Taugenichts-Roman«. Die Urfassung – zwei kurze Kapitel, die vermutlich schon in Breslau entstanden – trug den Titel Der neue Troubadour. Ein Kapitel aus dem Leben eines armen Taugenichts. Bereits 1822 oder 1823 vollendete Eichendorff das Werk, ließ es aber erst 1826 drucken, zusammen mit Das Marmorbild und einigen Gedichten.
Inhalt: Ein junger Müllerssohn wird von seinem Vater als Taugenichts beschimpft und in die Welt geschickt, damit er lernt, für sich selbst zu sorgen. Daraufhin zieht er mit seiner Geige, auf Gott vertrauend, in die Welt. Nachdem ihn zwei vornehme Damen im Reisewagen zu ihrem Schloss mitgenommen haben, findet er eine Anstellung als Gärtnerbursche, anschließend als Zolleinnehmer. Er verliebt sich in eine der beiden Damen, glaubt aber, sie sei eine Gräfin und daher für ihn unerreichbar. Daher macht er sich erneut auf die Reise und schließt sich zwei abenteuerlich anmutenden Gestalten an, die sich als Maler entpuppen und mit dem Taugenichts nach Italien ziehen. Er erhält einen Brief, von dem er glaubt, dass seine angebetete »Gräfin« ihn geschickt habe. Um sie zu finden, eilt er nach Rom. Ein deutscher Maler erklärt ihm, die Gesuchte sei in der Stadt – eine Verwechslung. Enttäuscht tritt der Taugenichts die Heimreise an. Er gelangt wieder auf das Schloss, wo sich alle Umstände aufklären. Die beiden angeblichen Maler sind ein Graf und seine inkognito reisende Geliebte; die heimlich geliebte Dame ist keine Gräfin, sondern eine Waise, die in der Obhut eines Grafen großgezogen wurde. Am Schluss heiratet die Dame den Taugenichts.
Aufbau: Die spärliche Handlung wird in zehn Kapiteln aus der Perspektive des Müllerssohns erzählt und gibt der lyrischen Grundstimmung der Novelle, verdeutlicht in den Wanderliedern sowie dem Gemüt des Taugenichts, genügend Raum. Hinter dem Begriff Taugenichts verbirgt sich ein am Rande gesellschaftlich akzeptierter Vorstellungen lebender Romantiker. Damit steht er im Gegensatz zum Typ des Philisters, der in bürgerlicher Enge lebt und eine geruhsame und materiell gesicherte Existenz als höchsten Wert ansieht. Im Text finden sich typische Motive eichendorffscher Romantik: Schlösser, Liebe, Musik, Malerei, Mondnächte, Gottvertrauen und am Ende eine heile, märchenhaft glückliche Welt.
Wirkung: Die ersten Kritiken – erschienen im Literaturblatt, der Beilage zum Morgenblatt für gebildete Stände – waren vernichtend. Spätere Rezensionen stellten die Echtheit des Gemüts und die liebliche Darstellungsweise in den Vordergrund. Theodor R Fontane und auch Thomas R Mann sahen im Taugenichts den Urtyp des deutschen musischen Wesens.
Einige der in den Text eingestreuten Gedichte wurden vertont, so z. B. Wem Gott will rechte Gunst erweisen von Robert Schumann (1810 bis 1856) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847). Doch gerade dieser Text wurde auch zum Beispiel für einen bewusst fehlgedeuteten Umgang mit Eichendorff: Er wurde von der Wandervogelbewegung verharmlost und von den Nationalsozialisten missinterpretiert. C. V.

Pressestimmen

»Die Novelle ist aktueller denn je in ihrem Spott über bürgerliche Sicherheitsorientiertheit und in ihrem Lob der ziellosen Leichtigkeit des Lebens.«
Stuttgarter Nachrichten 14.10.2008

»Was den Taugenichts heute noch auszeichnet, ist sein liebenswerter Anarchismus und der unbedingte Freiheitswille seines Protagonisten. In einer Zeit der stärksten Repressionen und Bespitzelungen durch das Metternich-Regime war es für den Staatsbeamten Eichendorff die einzige Art, literarischen Freigeist zu demonstrieren und gegen das Biedermeiertum seiner Zeit anzuschreiben.«
Glanzstück

Kurzbeschreibung

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    Klappentext

    »Ich hatte recht meine heimliche Freud', als ich da alle meine alten Bekannten und Kameraden rechts und links, wie gestern und vorgestern und immerdar, zur Arbeit hinausziehen, graben und pflügen sah, während ich so in die freie Welt hinausstrich. Ich rief den armen Leuten nach allen Seiten recht stolz und zufrieden Adjes zu aber es kümmerte sich eben keiner sehr darum. Mir war es wie ein ewiger Sonntag im Gemüte. Und als ich endlich ins freie Feld hinauskam, da nahm ich meine liebe Geige vor und spielte und sang...« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

    Über den Autor

    Joseph Freiherr von Eichendorff wurde am 10. März 1788 auf Schloss Lubowitz in Oberschlesien geboren. Der Sohn eines preußischen Offiziers und Landedelmanns genoss eine aristokratisch-katholische Erziehung durch einen geistlichen Hauslehrer. Während seines Studiums der Rechtswissenschaften und der Philosophie in Halle kam er mit den romantischen Dichtungen von Novalis u.a. in Berührung. Noch vor Abschluss des Studiums wanderte er durch Deutschland und reiste nach Paris, wobei er 1808 in Heidelberg Arnim und Brentano begegnete und in Berlin Fichtes Vorlesungen hörte. Nach 1816 war Eichendorff im preußischen Staatsdienst tätig, ließ sich aber 1844 aufgrund konfessionell bedingter Meinungsverschiedenheiten pensionieren. Der bedeutendste Dichter der deutschen Hochromantik starb am 26. November 1857 in Neiße, Schlesien.

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