Die Geschichte des Müllerssohns, der, zwar voller Gefühl, doch ohne ein Ziel zu haben, in der Welt herumkommt und alles findet, ohne etwas zu suchen - zuletzt auch die Liebe. Eichendorffs "Novelle" entstammt nicht nur der Romantik, sondern kommentiert sie auch: Entstanden ist eine liebevolle Parodie auf diese deutscheste aller Literaturepochen. Der Held ist offen für Natur wie Emotionen und, nicht ohne Zusammenhang damit, grenzenlos naiv. Mag ein typischer romantischer Protagonist sein Anderssein noch als Los des Künstlers aufwerten, so ist dieses beim Taugenichts klar als Verschrobenheit charakterisiert. Dass dieser auch den Annehmlichkeiten des Philistertums, das verhängnisvoll werden sollte in der deutschen Geschichte, nicht abgeneigt ist, spricht nicht gegen Eichendorff; vielmehr deutet er damit an, dass Gemütlichkeit und Unbeweglichkeit zwei Seiten des deutschen Wesens sein könnten, die eng miteinander verbunden sind.
Genau diese Sicht spricht nun auch aus den Zeichnungen von Hans Traxler. Der Cartoonist und Illustrator ("titanic") versieht Eichendorffs Text mit spitzer Feder mit Bildern ohne falschen altehrwürdigen Glanz: Sein Taugenichts sonnt sich mit seligem Gesichtsausdruck, nein: selbstgenügsam (so muss der griechische Philosoph Epikur das gemeint haben), vorm Zollhaus und verbreitet im überlangen, roten Mantel exakt die Behaglichkeit der Vorlage, in der es heißt: "Den ganzen Tag, (zu tun hatte ich weiter nichts) saß ich daher auf dem Bänkchen vor meinem Hause in Schlafrock und Schlafmütze [...] und sah zu, wie die Leute auf der Landstraße hin und her gingen [...]." Nie verzerrt Traxler Eichendorffs Schilderungen zur Karikatur, auch wenn trotz Betonung der Stimmungen künstlerisch die Nähe zu Cartoons groß ist. Vielmehr visualisiert er die freundlich distanzierte Haltung des Dichters voller Sympathie für einen weltfremden Gemütsmenschen und eine Epoche, die dessen abgeschwächtere Variante zum Ideal erhob.