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Aus dem Berliner Journal [Kindle Edition]

Max Frisch , Thomas Strässle
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als Max Frisch 1973 in der Berliner Sarrazinstraße eine neue Wohnung bezog, begann er, wieder ein Tagebuch zu führen, und nannte es Berliner Journal. Einige Jahre später betonte er in einem Interview, es handle sich dabei mitnichten um ein »Sudelheft«, sondern um ein »durchgeschriebenes Buch«. Seiner literarischen Form nach entspricht es den weltberühmt gewordenen Tagebüchern der Jahre 1946-1949 und 1966-1971: Neben Betrachtungen aus dem Alltag des Schriftstellers finden sich erzählende und essayistische Texte sowie sorgfältig gezeichnete Porträts von Kolleginnen und Kollegen wie Günter Grass, Uwe Johnson, Wolf Biermann und Christa Wolf. Nicht zuletzt zeugen die Tagebucheinträge von der außergewöhnlichen Wachheit, mit der Frisch als Bewohner West-Berlins die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR beobachtet und erlebt hat. Es gilt als einer der großen Schätze in Max Frischs Nachlass, das legendäre Berliner Journal, vom Autor selbst mit einer Sperrfrist von zwanzig Jahren nach seinem Tod versehen, der »privaten Sachen« wegen, die er darin verzeichnete. Nun wird es erstmals in Auszügen publiziert, nun ist der unverwechselbare Frisch wieder da: illusionslos und voller Zweifel im Ton und mit lustvoll scharfem Blick auf die Welt und das Leben.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.
Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.



Thomas Strässle lehrt Neuere deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und leitet an der Hochschule der Künste Bern das transdisziplinäre Institut Y.


Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1450 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 237 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3518423525
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (20. Januar 2014)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00HDLMUIE
  • X-Ray:
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #71.288 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Mehr über den Autor

Max Frisch (1911-1991), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, konnte nicht nur mit dem Wort etwas erschaffen: Er arbeitete auch erfolgreich als Architekt. Über journalistische Arbeiten und erste literarische Versuche fand er schließlich seinen eigenen Stil als Autor. In seinen Essays, Erzählungen, Hörspielen, Dramen und Romanen war er nicht nur ein großer Literat, sondern auch ein streitbarer Humanist. Sein kritischer Geist rieb sich an seiner Schweizer Heimat ebenso wie an Demagogen in aller Welt - um doch anlässlich seines 75. Geburtstags ernüchtert festzustellen: "Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb." Bekannt wurde er u. a. mit den Romanen "Stiller", "Homo Faber" und "Sein Name sei Gantenbein" sowie Theaterstücken wie "Andorra" und "Triptychon".

Foto (c) Suhrkamp Verlag

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine Sensation, aber äußerst lesenswert! 11. Februar 2014
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Längst war bekannt, dass Max Frisch (1911-1991) während seiner Berliner Jahre ein tagebuchartiges Journal geführt hatte. Als 2011 die zwanzigjährige Sperrfrist für seinen Nachlass ablief, stellte es also keine allzu große Überraschung dar. Nun liegt also eine Auswahl aus dem „Berliner Journal“ im Suhrkamp Verlag vor. Dabei konzentrierte man sich auf Passagen von allgemeinen literarischem Interesse, während private Notizen aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen weggelassen wurden. An Uwe Johnson, der eine Fotokopie von Teilen des Journals aufbewahrte, schrieb Frisch später: „Ich weiß nicht mehr, was darin steht, viel Krudes, viel Selbstgerechtigkeiten“.

Max Frisch war im Februar 1973 mit seiner Frau Marianne von Zürich nach Berlin gezogen, weil es ihn in der Schweiz einfach zu eng wurde und er einen künstlerischen Neuanfang suchte. Vom ersten Tag an machte er persönliche Notizen (vom Warten auf die Handwerker bis zum Einkauf auf dem Wochenmarkt). Dazwischen Anmerkungen über Treffs mit Schriftstellerkollegen ( Günter Grass, Uwe Johnson u.a.) oder erste Eindrücke, die die Stadt auf ihn macht: „Berlin ohne eine einzige Zeitung von Rang.“ Kritisch setzt er sich mit den Ansichten anderer Schriftsteller (Alfred Andersch) auseinander oder vermerkt seine tägliche Lektüre (z.B. Christa Wolf). Häufig trifft er sich auch mit ostdeutschen Schriftstellerkollegen (Wolf, Biermann, Kunert, Becker). Dabei hatte Frisch den Vorteil, die geteilte Stadt als Außenstehender ohne jegliche Befangenheit zu sehen.

Doch bereits nach einigen Tagen bemerkt er, dass er „beim Schreiben schon an den öffentlichen Leser denkt“.
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literarische Selbstbefragung als Gesellschaftskritik 22. Januar 2014
Format:Gebundene Ausgabe
Über die nicht unproblematische Herausgebersituation und Textauswahl kann man sicher lange streiten, aber lässt man dieses (mit einem sehr genauen Kommentarteil ausgestattete) Journal, wie es nun einmal vorliegt, auf sich wirken, so fällt Folgendes auf: eine ungeheure Ehrlichkeit in der Selbstbefragung, gerade, was die Rolle des Schriftstellers angeht. Der Erfolg seiner Bücher ist Frisch nicht geheuer; er gesteht sich offen ein, dass erst die damit verbundene finanzielle Unabhängigkeit ihn die Lage versetzt hat, die Gesellschaft, in der er lebt, mit kritischer Distanz zu betrachten.
Als er 1974 mit seiner Ehefrau aus dem ihm zu behaglich vertraut gewordenen Zürich nach Berlin zieht, interessieren ihn vor allem die Verhältnisse im Osten, die er luzide, aber ohne die übliche Selbstgerechtigkeit des Westens entlarvt, als "Bürokratismus mit sozialistischer Phraseologie", ohne jede Mitbestimmung von der Basis.
Lesenswert, oft unter die Haut gehend sind die Portraits der Kollegen: die Geltungssucht des "Staatsschriftstellers" Günter Grass, der ohne wöchtenliche politische "Hirtenbriefe" nicht leben kann, der Aktualität nur erträgt, wenn er selbst drin vorkommt, die Sensibilität Uwe Johnsons (den Frisch siezt, gerade weil sie einander so sehr verbunden sind), die Gereiztheit von Alfred Andersch. Für einen Moment stellt sich der Tagebuchautor Biermann, den er schätzt, im Westen vor, und es erscheint gerade zu hellsichtig der Pausenclown von heute, ohne dass seine damaligen Verdienste geschmälert würden. Doch zugleich lässt Frisch diese Kollegen mit all ihren Schwächen gelten, sieht sich selber als im menschlichem Umgang oft tölpelhaft, ungeschickt an.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus dem Nachlass, typisch Frisch 1. Mai 2014
Format:Gebundene Ausgabe
Max Frischs "Berliner Journal" steht in der Tradition seiner beiden vorherigen Tagebücher. Nach 20 Jahren Sperrfrist, Frisch sprach davon, dass die Hefte erst einmal in den deep freezer gehören, liegen die Auszüge aus den ersten beiden Heften (1973/74) nun vor. Die Eintragungen beginnen mit der Übernahme der neuen Wohnung und enden unmittelbar vor der Reise nach New York, die später in Montauk ihren literarischen Ausdruck finden wird. Die Hefte 3 bis 5 aus dem Archiv behandeln fast ausschließlich Frischs Privatleben (Ehe) und sind deutlich weniger ausgearbeitet als die ersten beiden Hefte.

Das vorliegende "Berliner Journal" enthält Beiträge über Fischs Leben in Berlin, in sich geschlossene fiktionale, meist kurze Texte, Gedanken & Beschreibungen zur DDR sowie zahlreiche Porträts über diverse Literaten (u.a. Uwe Johnson, Günter Grass, Jurek Becker, Wolf Biermann). Dass dabei allzu private Texte aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen ausgespart worden, empfinde ich im facebook-Zeitalter als wohltuend. Frischs Porträt von Johnson bspw. oder seine Beschreibungen einiger DDR-Literaten interessieren mich mehr als der Blick durchs Schlüsselloch und Krisentexte über das Scheitern der Ehe mit Marianne Frisch. Ich halte nichts vom öffentlich-gläsernen Menschen, ich bin gerne ein Privatmensch. Im "Stiller", "Mein Name sei Gantenbein" oder "Blaubart" finden sich genug Ansichten über die Problematik zwischen Mann und Frau.

Auffallend ist, dass Frisch kaum über seine Eindrücke vom West-Berliner Leben schreibt, aber um so neugieriger und ausführlicher Ost-Berlin betrachtet. Frischs Blick auf drüben ist klar, zuhörend und interessiert.
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5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch
Das Buch ließt sich abwechslungsreich und inhaltsreich. Selbst eine Banalität des Alltags ist literarisch beschriebener Genuss. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Bücherwurm veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen DAS HÖRBUCH: eine perfekte Umsetzung des Textes von Max Frisch
Der Schweizer Schauspieler und Dramaturg Franziskus Abgottspon liest sehr zurückhaltend, wohlklingend und auch meditativ die gesamte Buch-Ausgabe von Max Frischs AUS DEM... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von bellini1000 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Frisch, in die Jahre gekommen
Ich bin ein großer Bewunderer von Max Frisch, als junger Mann war er sogar mein Lieblingsautor. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Robert Hierl veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Total langweilig
A lot of name dropping......basically zero private life info - eindeutig groessere Teile ueber Frau und Eheleben zensiert... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von elja leipe veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Tagebuch 1973/74
Das Berliner Journal ist legendär, 20 Jahre Sperrfrist, und jetzt? Leider muss ich sagen, ich habe doch einiges mehr erwartet. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von zueribueb veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Auf mehr gehofft
Sehr interessant, aber ich hatte mir zugegebenermaßen etwas mehr Privates erhofft. Man merkt ihm an, dass diese Texte irgendwann veröffentlicht werden, wie er ja selbst... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Steffi K. veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wie eine Reise mit der Zeitmaschine
Der Wert von Tagebüchern bezieht sich in seltenen Fällen auf literarische Güte. Zumal bei Schriftstellern stellte man sich ansonsten nicht umsonst die Frage, warum... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Gerhard Mersmann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert
guter Einblick in die Tiefen von MF. Allen Frisch Fans empfohlen, die weiter an sich selbst arbeiten ... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von J.Hagmann veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Max Frisch : aus dem Berliner Journal
Die Tagebuchaufzeichnungen handeln von der Zeit der Berliner Mauer und den Besuchen von Max Frisch dort im "Osten". Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von ingeborg Middendorf veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Tagebuch einer Literaturgröße des 20. Jahrhunderts
Im Vorfeld wurde sehr viel Wirbel um dieses Buch gemacht. Nach 20 Jahren Verschluss jetzt erstmals zu kaufen. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Dr. S. veröffentlicht
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