Der Krimi ist insgesamt gut geplottet. Es werden verschiedene kleine Erzählstränge miteinander verwoben, die Protagonisten haben nicht nur ein Berufs-, sondern auch ein Privatleben, das keineswegs reibungslos abläuft und auch mal hier und da in den Beruf eingreift.
Was die Art des Erzählens angeht, so gibt es wenige unnötige Szenen, und die Spannungsbögen werden im Allgemeinen gut aufgebaut und gehalten -- und im richtigen Moment abgebrochen mit dem ein oder anderen schönen cliff hanger.
Der Sprachstil lässt dagegen sehr zu wünschen übrig. Der Autor betreibt konsequentes "show AND tell", beschreibt also eine Aktion oder eine Szene und erklärt sie dann auch noch ausführlich. Da fühle ich mich als Leserin für sehr dumm verkauft, denn interpretieren kann ich selbst, und man kann auch zu Recht verlangen, dass Belletristik (im Gegensatz zum Sachbuch!) Raum und Spielraum für eigene Interpretationen lässt. Auch die penetrante Synonymenfindung für einzelne Protagonisten ist für mich als Leserin sehr irritierend, weil ich so ständig alle Nachnamen, Vornamen, Titel, Funktionen, Dienstgrade etc. für jede Person parat haben muss, was schon bei den Hauptcharakteren ja nicht so ganz trivial ist.
Trotz des guten Plots bekommt der Krimi von mir also nur zwei Sterne, weil die sprachlichen Mängel so gravierend und irritierend sind. Schade!