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Aus der Welt
 
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Aus der Welt [Broschiert]

Barbara Vine , Renate Orth-Guttmann
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 457 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257237979
  • ISBN-13: 978-3257237979
  • Originaltitel: The Minotaur
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 295.748 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ruth Rendell
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Barbara Vine hat eine sadistische Ader. Sie lässt ihren Roman mit dem Ende der Geschichte beginnen und springt erst dann in die Vergangenheit. Das gibt ihr die Möglichkeit, ihre Erzählerin durch geschickte Einschübe immer nur so viele Anhaltspunkte geben zu lassen, dass man vor Spannung ganz kribbelig wird. Die Figuren sind liebevoll und bis ins Detail ausgearbeitet, man fühlt sich in die Geschichte eingebunden und entwickelt regelrechte Hassgefühle. Um was es eigentlich geht? Um ein altes, verlebtes Herrenhaus in einem englischen Dorf. Um dessen extrem unentspannten Bewohner, einen Künstler. Und um eine junge Schwedin, die mitten in ein Trauerspiel hineingerät, das seinesgleichen sucht. Am besten genießt man diesen herrlich altmodischen Krimi bei Tee mit Milch und Shortbread. (es)
kulturnews.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Kerstin Kvist, eine junge schwedische Krankenschwester, kommt nach Lydstep Old Hall zur Pflege des kranken John Cosway. Doch nicht nur der erwachsene Sohn des Hauses verhält sich auffällig, auch der Rest der Familie wirkt eigenartig. Aus dieser Welt gibt es kaum noch ein Entkommen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Im ländlichen England der 60er Jahre tritt die junge Schwedin Kerstin Kvist eine Stelle als Pflegerin für den geisteskranken John Cosway an. Sie ahnt nicht was dort auf sie zukommt. Der hoch begabte, sensible Mann, dessen Leiden damals übrigens noch nicht erforscht war, lebt mit seinen vier Schwestern isoliert in einem einsamen, heruntergekommenen Manor House unter dem strengen Regiment der 80-jährigen Mutter. Schon bald entpuppen sich die rüstige Greisin und ihre Töchter als sonderbare Schrullen, sie scheinen Johns Paranoia zu reflektieren. Lediglich die Jüngste fällt aus dem Rahmen und meint es auch gut mit ihrem Bruder. Gemeinsam setzen die übrigen Cosway-Frauen alles daran, John wie einen lebenden Zombie ruhig zu stellen. Warum sie so handeln, findet Kerstin schließlich heraus. Nach und nach dringt sie in das symbiotische, geradezu pathologische Beziehungsgeflecht der Familienmitglieder ein, dessen Korsett schließlich nur durch Mord gesprengt werden kann ...

Während mir Barbara Vines letzter Roman "Königliche Krankheit" nicht so gut gefiel, läuft die zu Recht geadelte "Queen of Crime" hier wieder zu Hochform auf. Elemente, die man aus "Die im Dunkeln sieht man doch" oder "Heuschrecken" wiedererkennt, werden in diesem superspannenden Psychothriller zu etwas Neuem verwoben. Wie immer begeisterte mich ihr phantastischer Blick fürs Detail. Als Sahnehäubchen gibt es in diesem Roman, der mich in mancherlei Hinsicht auch an die Brontes erinnert, eine total überraschende Wendung zum Schluss.
Ich habe das Buch im Original gelesen und kann das jedem, der es sich zutraut, nur empfehlen. Trotzdem hier ein dickes Lob an Vines Übersetzerin Renate Orth-Guttmann, die bestimmt auch bei diesem Buch wieder Hervorragendes geleistet hat.
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Nemelin
Format:Gebundene Ausgabe
Zufällig gesehen, habe ich die englische Ausgabe dieses Romans gekauft und die deutsche bei Amazon zunächst gar nicht gefunden. "Aus der Welt"?!, wer käme auch darauf? Allerdings - die Charaktere, die Barbara Vine alias Ruth Rendell entwirft und uns durch die Augen der Ich-Erzählerin näher bringt, sind wahrlich nicht von dieser Welt. Ende der Sechziger Jahre begibt sich die junge Kerstin Kvist, gelernte Krankenschwester, auf Empfehlungen von Freunden ins ländliche Essex, um dort den psychisch kranken Sohn der ... hm, vielleicht passt der Ausdruck "upper middle class"- Familie Cosway zu betreuen. Barbara Vine kann es sich leisten, diese Familie genüsslich mit allerlei Klischees auszustatten (und macht so aus diesem Roman mehr als einen Thriller; er ist gleichzeitig eine düstere Familiensaga und beste englische Gruselgeschichte): Die vier Töchter sind bis auf eine, die als junge, reiche Witwe die Sippe durchfüttert, allesamt "alte Mädchen" und in dem großen, kalten Haus mit der labyrinthartigen Bibliothek (daran, genauer an die griechische Geschichte um Minotaurus und das Labyrinth, lehnt sich der englische Titel des Buches an), mit den schäbigen Möbeln und dem riesigen Garten hängengeblieben; ohne Kenntnis der gesellschaftlichen Veränderungen der Sechziger, verbiestert, etwas schlampig und im Dauergekabbel mit der urbritischen, zynischen alten Dame des Hauses. Der Familienvater ist längst tot und hat ein exzentrisches Testament hinterlassen, ein Künstler zieht ins Dorf und sorgt unter den Cosway-Damen für Aufregung, der Hausarzt scheint keine Leuchte zu sein, ist allerdings der alten Mrs Cosway sehr zugetan ...- Barbara Vine spielt gekonnt mit Literaturzitaten aller Epochen seit Shakespeare und deren Ansichten über das englische Gesellschaftsleben und schafft mit der Sichtweise der viel ungehemmteren und liberalen Skandinavierin ein erfrischendes Gleichgewicht. Kerstin Kvist ist jedoch bald in einem Dilemma gefangen: mit ihrem Schützling John stimmt tatsächlich etwas nicht, aber abgesehen davon, dass auf Lydstep Old Hall (allein der Name des Hauses! Natürlich ist es von Kletterpflanzen überwuchert, die es fast lebendig erscheinen lassen, und wenn es regnet, legen sich die großen, nassen Blätter wie warnende Hände auf die nassen Fensterscheiben ...) so ziemlich jeder etwas schräg ist, scheint die Ursache für Johns Zustand eine ganz andere zu sein als die, die die Familie definiert hat und an der sie sich geradezu rituell festhält. Kerstin scheint die Einzige zu sein, die den kranken Mann nicht als großes Baby betrachtet, ihr Mitleid mit ihm wirkt authentisch; es ist packend zu lesen, was sie nach und nach über sein Leiden herausfindet und was sich aus ihrer Anwesenheit ergibt. Aufgrund einer Reihe von Vorfällen bessert sich Johns Zustand, und parallel dazu werden die übrigen Familienmitglieder immer seltsamer - im gleichen Maß, in dem John sich auf einmal öffnet, werden die weiblichen Mitglieder der Familie engstirnig und grausam; Barbara Vine beschreibt diese Entwicklung spannend und eingängig. Was dem Ganzen zugrunde liegt und letzten Endes den Höhepunkt herbeiführt, ist genial konstruiert; ich finde, es ist eine der besten Geschichten der Schriftstellerin.

Mit einer Reihe angedeuteter Vorgriffe steigert sie so gemein wie gekonnt die Neugierde. Das ist es, was das Buch so gut macht; die perfekte Fähigkeit der Autorin, die Spannung nicht nur aufzubauen und zu erhalten, sondern dem Leser auch in wohldosierter Menge zuzuteilen und somit zu steigern, ihm Häppchen der noch geschehenden Dinge zuzuwerfen wie die Tabletten, mit denen John Cosway ruhiggestellt werden soll, nur dass freilich beim Leser die genau gegenteilige Wirkung eintritt.

In der Beschreibung der dt. Übersetzung lese ich, dass das erste Kapitel das Ende bereithalten soll und bin froh, es nicht gelesen zu haben, denn die Autorin hat es schon einmal geschafft, im ersten Satz eines ihrer Romane den Ausgang zu präsentieren (als R. Rendell in "Urteil in Stein"/A Judgement in Stone, und dennoch sehr lesenswert!), was ich dem Leser auch empfehlen möchte, der ihr auf diese Weise durch eine packende Geschichte voller trügerischer Ausgänge, falscher Abzweige und Falltüren folgen kann.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vine at her best! 15. August 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Ein düsteres Mansion House, eine Familie, die in gegenseitigem Hass vereint ist, ein Plot, der trotz aller psychologischen (und soziologischen!) Gruseleffekte sehr glaubwürdig ist und Barbara Vines präzise, nüchterne, aber elegante Sprache - der Verfasserin ist wieder einmal ein kleines literarisches Meisterwerk gelungen, das man nur mit einem Seufzer des Bedauerns aus der Hand legen kann.
Ich habe alle Romane von Rendell, die sie als Barbara Vine schrieb, gelesen, alle haben mir gefallen, am besten jedoch ihre beiden ersten, "Die im Dunkeln sieht man doch" und "Es scheint die Sonne noch so schön". Mit diesen frühen Erfolgsbüchern stelle ich "Aus der Welt" in eine Reihe. Gebaren und Habitus der handelnden Personen, die nach außen ganz gemäß den auch heute teilweise noch gültigen Regeln der Klassengesellschaft agieren sowie die z.T. sehr englischen Lebensverhältnisse sind so konsequent und scharf beobachtet, dass es einem manchmal den Atem nimmt.
In diese beinahe "geschlossene Gesellschaft" lässt Barbara Vine ihre Protagonistin, die junge frische Schwedin Kerstin Kvist, gewissermaßen eindringen, wodurch mehr und mehr die Morbidität eines antiquierten Gesellschaftsideals beleuchtet wird. Durch diesen Kunstgriff entsteht eine ungeheure innere Spannung, der sich wohl kaum ein Leser entziehen kann.
Schade, dass man für die deutsche Ausgabe einen so unattraktiven Titel gewählt hat.
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