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Aus dem Wörterbuch des Teufels
  
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Aus dem Wörterbuch des Teufels [Pappbilderbuch]

Ambrose Bierce , Alfred Kuoni
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Produktinformation

  • Pappbilderbuch: 79 Seiten
  • Verlag: Sanssouci Verl. (1964)
  • ASIN: B0000BGJ5T
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.306.276 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Aus dem Wörterbuch des Teufels
OT The Cynic’s Word Book/The Devil’s DictionaryOA 1906/11 DE 1964 Form Aphorismensammlung Epoche Moderne
Das Wörterbuch des Teufels von Ambrose Bierce ist das literarische Vermächtnis eines geistreichen Zynikers, glänzenden Stilisten, politischen Anarchisten und philosophischen Nihilisten.
Entstehung: Bierce begann seine Serie bissiger Definitionen 1881 in der satirischen Wochenzeitschrift The Wasp in San Francisco. 25 Jahre setzte er sie – ohne System und mit langen Unterbrechungen – in verschiedenen Zeitungen fort. 1906 erschienen sie unter dem Titel The Cynic’s Word Book. Erst die Ausgabe von 1911 trug den Titel, unter dem das Buch Weltruhm erlangte: Aus dem Wörterbuch des Teufels.
Inhalt: Bierce liefert rund 1000 meist bitterböse Worterklärungen. Die Definitionen sind selten mehr als zwei bis vier Sätze lang und schließen mit einer zielsicheren Pointe. So bezeichnet der kriegserfahrene Autor z. B. die Armee als »unproduktive Einrichtung, die eine Nation verteidigt, indem sie alles verschlingt, was einen Feind zur Invasion reizen könnte«. Diplomatie hält Bierce für »die patriotische Kunst, gegen Bezahlung für sein Vaterland zu lügen«, Ehrlichkeit im Geschäftsleben für eine schwere Behinderung. Ziel seines beißenden Spotts sind vor allem Geistliche, Politiker und Kapitalisten, deren auf göttliche oder irdische Fügung sich berufende Autorität Bierce angriffslustig auseinander nimmt.
Aufbau: Zum satirischen Programm des »teuflischen Wörterbuchs« gehören u. a. Spottgedichte, Wortspiele, Zitate und Kauderwelsch frei erfundener Experten sowie persönliche Beleidigungen. Bierce hat keine Hemmungen, die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten. Er wendet sich gegen Engstirnigkeit, Heuchelei, Selbstbetrug und geistige Trägheit im öffentlichen Leben der USA. Der verbitterte Autor ist im Grunde ein tief verletzter Patriot und Moralist, der den Siegeszug der Spießbürger, der für ihn einzigen wirklichen Weltmacht, nicht verwindet. Inmitten lärmenden Spotts sind auch selbstkritische Töne zu vernehmen: »Ein Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung Dinge sieht, wie sie sind, statt wie sie sein sollten.«
Wirkung: Als weithin geduldeter Exzentriker gehörte Bierce zum Kreis von Journalisten und Publizisten, die dem Geistesleben der USA nach den furchtbaren Erfahrungen des Bürgerkriegs und dem nüchtern-rationalistischen Denken der erwachenden Wirtschaftsmacht neue Impulse geben wollten. Der Kritiker Henry Louis Mencken (1880–1956) sah sich in der Tradition von Bierce, dessen schwarzer Humor u. a. den Stil von Joseph R Heller und Kurt R Vonnegut beeinflusste. B. B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Demaskierend 28. Dezember 2008
Format:Taschenbuch
Ambrose Bierce, ein Misanthrop der seines Gleichen sucht, definiert Gegestände, Gefühle, Politik, Geschichte und Einstellungen mit seinen Augen - ohne Maske, ohne Schminke, ohne Rücksicht.

Wer kennt es nicht? Das Gefühl etwas nicht sagen zu dürfen, das Gefühl ein Kommentar falsch, besserwisserisch oder das Gefühl das eigentlich alles einfacher wäre, wenn nicht alle so verbohrt wären? Dieses Buch schafft es den Widerspruch den es selber aufbaut wett zu machen und verlangt dadurch wirklich Ernst genommen zu werden. Mit dem letzten Zitat öffnet es die Augen des aufmerksamen Lesers endgültig - "Zyniker, m. Ein Schuft, dessen fehlerhafte Sicht, die Dinge, sieht wie sie sind, und nicht wie sie sein sollten." Das ganze Buch entbehrt eben nicht den Ernst, den es zu entbehren scheint - es kann eigentlich alles für bare Münze genommen werden, was Bierce von sich gibt.

Ein weiterer Widerspruch ist sein Hass auf Lexikographen, die insgesamt etwas schlechter wegkommen wie Frauen in der Bibel. Ein Lexikograph sei eine fehlerhaft als "Autorität" angesehene Instanz, die die "Flexibilität" einer jeden Sprache einschränke. Sprache müsse ihren eigenen Sinn schaffen um gut zu sein, so die These Bierce' gegen jeden seiner Art. Desweiteren schießt er mit der Streuung einer Schrotflite gegen alles und jeden, gegen Gott, Religion, gegen Politik, Politiker, gegen das Milität, gegen heute und gestern und morgen, gegen Moral, gegen Kritiker, gegen Gefühle, Liebe, Hass und vor allem gegen das Verhalten von Menschen: "Freundlichkeit, subst. fem, Ein kurzes Vorwort zu zehn Bänden ungebührlicher Forderungen."

Herrlich - man fühlt sich fast schon wieder als Gutmensch nach der Lektüre dieses Meisterwerkes.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Eine fehlerhafte Auffassung besteht für mich in der heutigen Zeit darin, dass viele Menschen zynischen Humor mit Boshaftigkeit verwechseln. Zynismus ist für mich Humor, der sich durch seine Klarsichtigkeit und Wissen um allgemeine menschliche Verhältnisse und Schwächen auszeichnet, während boshafter Humor darauf abzielt, einen oder mehrere Menschen seelisch zu verletzen. Oftmals ist es sicherlich schwer, Zynismus von Boshaftigkeit zu unterscheiden. Man muss halt wissen, was für ein Humor einem besser gefällt. Im Insel Taschenbuchverlag gibt es ja außerdem auch noch eine "Boshaftbuchreihe", z.B. "Truman Capote für Boshafte". Mir persönlich gefällt da schon der "christliche Zyniker", Ambrose Bierce besser, da ich nicht die Absicht habe, anderen Menschen seelisch weh zu tun. In dem hier vorliegenden Werk sind in etwa die Hälfte der circa 1000 Begriffe aus dem Original übernommen worden, einige davon stark gekürzt. Ich besitze das Original zwar nicht, hatte aber die Möglichkeit, in der Bibliothek einer Fachhochschule, an der ich zeitweise mal "studiert" hatte, einen Einblick in das englischsprachige Original zu erhalten. Das Problem, das ich erkenne, besteht wohl darin, dass sich manche Redewendungen und Wortspiele nur sehr schwer aus dem Englischen ins Deutsche übertragen lassen, da die englische Sprache meiner Meinung nach mehr Raum für derartigen Spass lässt, z.B.: "There's a cat in Catholicism" müsste sinngemäß im Deutschen lauten "Da ist eine Katze im Katzen-holizismus" und macht dann ja wieder eher weniger Sinn. Ich beschäftige mich momentan jedenfalls mit der Bibel und habe bei Bierce ein humorvolles Äquivalent zur eher ernsteren Schilderung christlicher Geschichte gefunden. Da ich Schwierigkeiten damit habe, ein Wörterbuch wie einen Roman zu lesen, besteht mein Amusement darin, hin und wieder in diesem kleinen 140-seitigen Büchlein zu stöbern. Mein bisheriges Lieblingswort, das ich abschließend gerne als Zitat in meine Rezension einbauen möchte, bezieht sich auf den Gegenspieler Gottes, nämlich Satan höchstpersönlich. Dazu schreibt Bierce: 'Einer der beklagenswerten Irrtümer des Schöpfers, den er in Sack und Asche bereute. Als Erzengel eingesetzt, bot Satan in vielerlei Hinsicht Grund zur Klage und wurde schließlich aus dem Himmel verstoßen. Bei seinem Abstieg hielt er auf halbem Wege inne, senkte nachdenklich einen Augenblick lang den Kopf und kehrte schließlich zurück. "Eine Gunst möchte ich erbitten", sagte er. "Nenne sie." "Wie ich höre, soll demnächst der Mensch geschaffen werden. Er wird Gesetze brauchen." "Was, Elender! Du, sein berufener Widersacher, der du seit dem Morgendämmer der Ewigkeit den Hass auf des Menschen Seele in dir trägst - du erbittest das Recht, seine Gesetze zu machen?" "Verzeihung, worum ich bitte, ist, dass ihm gestattet werde, sie selber zu machen." Also geschah es.'
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von FrizzText HALL OF FAME REZENSENT
Format:Taschenbuch
Es sollte im English-Unterricht eigentlich nichts anderes als Ambrose Bierce besprochen werden - Ernest Hemingway, Mark Twain oder Henry Louis Mencken - die alle auf ihm fußen - sie könnte man sich dann sparen: denn Bierce bringt alles besser und schneller auf den Kern des Gedankens - und formuliert außerdem noch kristallen. "KAABA = Ein großer Stein, den der Erzengel Gabriel dem Patriarchen Abraham überreichte und der in Mekka aufbewahrt wird. Der Patriarch hatte den Erzengel vielleicht um Brot gebeten... - CAABA = a large stone presented by the archangel gabriel to the patriarch abraham, and preserved at mecca. the patriarch had perhaps asked the archangel for bread." Eine nette anti-pathetische Bagatellisierung des religiösen Fundamentalismus', der uns momentan gerade wieder überschwappt: auf der Kamikaze-Seite der Islamisten sowohl als auch im Verein amerikanischer Kreuzzugsmentalität. Unter letzterer hatte der Kriegsteilnehmer Bierce höchstselbst zu leiden und sein Schreiben ist ein Wehren gegen die amerikanische Lust am Krieg: GESCHICHTE fast Bierce zusammen als "Rechenschaftsbericht, meist verdreht, über Ereignisse, meist unwichtige, verursacht von Herrschern, meist Rittern, und Fußsoldaten, meist Idioten. - HISTORY = an account, mostly false of events, mostly unimportant, which are brought about by rulers, mostly knaves, and soldiers, mostly fools." Ein Pazifist, ein unerschrockener, ein Eckpfeiler der Geschichte des mutigen Journalismus; heutige, dem Konsens stets ängstlich hinterherlaufende Zeitungsschreiber könnten sich eine ordentliche Scheibe von Bierce abschneiden - wenn er denn endlich viel bekannter wäre! Das Insel-Taschenbüchlein wäre eine schöne Geschenksendung an jede Zeitungsredaktion - um ihr etwas mehr Mut zu geben ...
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