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Aus Staub geboren: Leben als kosmische Zwangsläufigkeit
 
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Aus Staub geboren: Leben als kosmische Zwangsläufigkeit [Gebundene Ausgabe]

Christian de Duve
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 540 Seiten
  • Verlag: Spektrum Verlag; Auflage: 1 (10. Oktober 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3860253522
  • ISBN-13: 978-3860253526
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 608.973 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Literatur

Aus Staub geboren

lft. Als Zellbiologe, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Entstehung und der Entwicklung des Lebens auseinandersetzt, hat de Duve mit diesem Buch einen einzigartigen Tour d'horizon über nahezu vier Milliarden Jahre Evolution geschaffen. Dabei wurden neueste Erkenntnisse der präbiotischen Chemie und der Paläontologie berücksichtigt, auf souveräne Weise diskutiert und zu einem kohärenten Ganzen aufgebaut. Äusserst eindrücklich ist de Duves Analyse der kulturellen Entwicklung des Menschen, der es fertiggebracht hat, die Zwänge der natürlichen Auslese für sich selbst aufzuheben. Auf unkontrollierte Weise, mit einer jährlichen Bevölkerungszunahme von hundert Millionen treibt er aber heute einer «demographischen Falle» zu. Wenn es uns nicht in den nächsten Jahrzehnten gelingt, die Bevölkerungsexplosion zu stoppen, so werden uns die unerbittlichen Gesetze der natürlichen Selektion diese Aufgabe auf brutalste Weise abnehmen. Es ist erstaunlich, dass de Duve dennoch zuversichtlich bleibt, auch wenn er uns vorrechnet, dass die Wahrscheinlichkeit des Aussterbens der Spezies Mensch bis 2007 immerhin 5 Prozent beträgt. Leider wird er in seinem letzten Kapitel fast etwas dogmatisch. Sicher ist das Leben chemisch und thermodynamisch möglich: es kann unter günstigen Bedingungen entstehen und sich zu intelligenten Wesen entwickeln. Doch darin eine kosmische Zwangsläufigkeit zu sehen geht entschieden zu weit.

Schwarze Materie

lft. Bei der Untersuchung der Relativgeschwindigkeiten von Objekten im Coma-Galaxienhaufen fand der Amerikaschweizer Fritz Zwicky vor rund sechzig Jahren, dass der Haufen 10- bis 30mal mehr Masse enthält, als auf Grund der Zahl der Sterne anzunehmen war. Seither wurde dieser Befund immer wieder bestätigt: zwischen 90 und 99 Prozent der Masse des Universums liegt in einer Form vor, von der wir lediglich die Schwerkraftwirkungen kennen. Um was es sich bei dieser das ganze Universum dominierenden Form der Materie handelt, beschäftigt die Physiker seit Jahrzehnten. Offensichtlich steht sie mit der uns gewohnten, aber im galaktischen Massstab so seltenen bayronischen Materie nur in äusserst schwacher Wechselwirkung. Auf Grund der zahlreichen Theorien zur Deutung der Dunkelmaterie haben sich bis heute vor allem zwei aussichtsreiche Teilchen halten können, die als Axions und Wimps bezeichnet werden; auf die magnetischen Monopole wird nicht mehr viel Geld gesetzt. Der Autor, der zu den führenden Astrophysikern der USA gehört, erläutert in diesem Buch, um was es bei der Dunkelmaterie geht, wie man sie nachzuweisen hofft und welche zentrale Rolle ihr beim Ursprung und bei der Entwicklung des Universums zukommt.

Seuchen

Selten sind Sachbücher so aufwendig gemacht, mit reichen Illustrationen, wie das anlässlich einer Ausstellung im Dresdner Hygiene-Museum erschienene Buch mit dem Titel «Das grosse Sterben». Es rekapituliert sechshundert Jahre medizinischen Fortschritts: Angefangen bei der Pest, die etwa vierhundert Jahre lang Europa bedrohte und bei deren Bekämpfung Massnahmen wie die Quarantäne entwickelt wurden, über die Pocken, die im 18. Jahrhundert die tödlichste Krankheit überhaupt war und gegen die zum erstenmal ein prophylaktisches Verfahren, eine Impfung, eingesetzt wurde, und die Cholera, die klassische Seuche des Industriezeitalters, bei der soziale, ökonomische und hygienische Umstände eine ursächliche Rolle spielten, bis hin zur Tuberkulose, die im 19. und noch bis in unser Jahrhundert als Krankheit der Künstler galt und auch heute noch grassiert. Sein besonderes Verdienst aber liegt in der Erschliessung des kulturellen und politischen Umfelds der Seuchenbekämpfung: Wie aus Einzelinitiativen staatliche Massnahmen wurden, zum Beispiel bei der Einrichtung von Lazaretts und der Zwangsisolierung der Kranken; wie Angst vor Ansteckung zu Massenhysterie führte, zum Beispiel bei dem sogenannten Choleraaufstand in Königsberg 1831; wie Vorurteil und Fortschritt in der Bekämpfung der Krankheiten ineinander übergingen – das alles kann man diesem Buch entnehmen, wobei die unzähligen Illustrationen den Text höchst aufschlussreich ergänzen. Dagegen ist der vergleichsweise schmale Band von Sichrovsky/Scheer ein Ärgernis: begrifflich verworren und voller Sach- und Druckfehler. Dass viele Medikamente inzwischen unwirksam sind, weil die Erreger resistent geworden sind, ist keine Neuigkeit, aber daraus zu schliessen, dass nicht die medizinische Forschung, sondern Hygiene und gesunde Ernährung den besten Schutz gegen Infektionen bieten, greift nun doch zu kurz. Statt Argumente bieten die Autoren immer wieder Geschichten wie man sie in Zeitschriften häufig findet, und ihre Ablehnung der Schulmedizin hat etwas von populistischer Ärzteschelte. «Resistent» ist nach Inhalt und Stil kein Sachbuch, sondern eine Art Selbsthilfebuch, das sich mit Banalitäten begnügt, wo Kompetenz dringend gefragt wäre. Stefana Sabin

Hans Wilderotter, Hrsg.: Das grosse Sterben – Seuchen machen Geschichte. Jovis-Verlag, Berlin 1995. ISBN 3-931321-11-8. Peter Sichrovsky / Peter Scheer: Resistent. Die Wiederkehr der Seuchen. Berlin-Verlag, Berlin 1995. ISBN 3-8270-0180-3.

Pressestimmen

"Mit Beispielen wie diesen erklärt Christian de Duve hervorragend wie Evolution funktioniert. In einer phantastischen Rundumschau (...)" STUTTGARTER ZEITUNG "(...) hat de Duve mit diesem Buch einen einzigartigen Tour d'horizon über nahezu vier Milliarden Jahre Evolution geschaffen." NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Bei diesem unglaublich mitreißenden, umfangreichen Wissenschaftsschmöker, den ich am Stück und von vorne bis hinten regelrecht verschlungen habe, sind sogar noch die Fußnoten und das Literaturverzeichnis lesenswert und amüsant geschrieben. Es ist ein besonderer Leckerbissen für wissenschaftlich interessierte Leser.

Das Buch handelt von der Entstehung und Entwicklung des Lebens von der Ursuppe bis zur Entstehung der menschlichen Intelligenz. Es ist eine Abenteuerreise durch die Evolutionsgeschichte, die man ausgerechnet dann verlassen muß, wenn es am Schönsten ist.

Man kann das Buch kapitelweise lesen und es als Nachschlagewerk nutzen, es enthält ein umfangreiches Schlagwort- und Literaturverzeichnis, aber erst der Gesamtaufbau, der große Zusammenhang macht seinen eigentlichen Reiz aus.

Es hat mir sehr gefallen, daß De Duve besonders im hinteren Teil auch seine eigene Ethik darlegt, die zeigt, daß es sich hier um einen Wissenschaftler handelt, der die Grenzen seiner Verantwortung weit über sein Arbeitsgebiet hinauslegt. De Duve stellt aber auch gegenteilige Meinungen anderer dar und läßt sie gelten.

Er schreibt allgemeinverständlich, spannend und dabei stets wissenschaftlich korrekt. Das Allgemeinverständliche hat er geübt, weil er frühzeitig Sondervorlesungen für Kinder und Jugendliche gehalten hat, das Spannende kommt daher, daß De Duve sein Fach liebt und man diese Begeisterung spürt. Das wissenschaftlich Korrekte kommt daher, daß es sich um einen Nobelpreisträger handelt, der nicht nur auf seinem Gebiet, der Zellbiologie, sondern auch noch allgemein gebildet ist. All der trockene Stoff aus dem Chemie- und Biologieunterricht, den ich in der Schulzeit nur widerwillig lernte, wird hier zu einer komplexen und sinnreichen Gesamtgeschichte.

Da es sich hier um ein Taschenbuch handelt, ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut, und die hohe Informationsdichte macht es zu einer Bereicherung der Hausbibliothek.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Genial 26. August 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
... und zwar deshalb, weil der Autor es schafft, eine schlüssige Theorie zur Entwicklung des Lebens auf der Erde vorzulegen - vom chemischen Anfang bis zum menschlichen Geist. Man muss bedenken, dass das Thema Evolution (zumindest in einigen Teilen) recht kontrovers diskutiert wird. Der Autor weist zwar dann jeweils auf die verschiedenen Standpunkte hin, dennoch zieht sich ein roter Faden durch das gesamte Buch, der in sich durchaus Sinn macht.
Lediglich die beiden letzten Abschnitte des Buchs waren nicht ganz nach meinem Geschmack, denn dort gleitet der Autor zu sehr ab ins Philosophische.
Dennoch: Dieses Buch ist absolut jedem zu empfehlen, der genauso fasziniert vom Phänomen des Lebens ist wie ich.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
bestes Buch über Evolution 9. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Christian De Duve beantwortet die Fragen, die sich jeder schon einmal gestellt hat. Er gibt sein bestes eine komplette Darstellung zu geben während er dabei ehrlich über die großen Schritte, die es der Vorstellungskraft abverlangt, ist. Ich finde es super, wie er die Leser darauf anstößt sich mehr über die Entstehung einer Biene zu wundern als über ihre Fähigkeit so schöne Waben zu bauen. Er ist ein sehr guter Lehrer, der vorsichtig ein Vokabular aufbaut, das dem Leser hilft die Ergebnisse der Microbiologie zu schätzen. Auf den ersten zweihundert Seiten handelt das Buch hauptsächlich von dem Ursprung und der Evolution einzelliger Organismen. Ich wunderte mich früher oft, warum so viel Zeit und so wenig Entwicklung vorangeschritten war bis die ersten Vielzelligen Lebewesen auftauchten, doch das Buch zeigt, dass es eine Illusion war, denn die meiste Biochemie wurde von den "primitiven" Einzellern "erfunden". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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