Der Film "Aus Liebe zum Spiel" erzählt die Geschichte des fiktiven Baseball-Stars Billy Chapel (Kevin Costner). Während Billy in seinem vielleicht letzten Spiel ein sogenannte "Perfect Game" erreichen könnte, erinnert er sich in Rückblenden an sein bisheriges Leben.
Billy steht in der Mitte des Lebens, aber altersbedingt am Ende seiner Profi-Sportler-Karriere. Auch seine langjährige Beziehung zu der alleinerziehenden Journalistin Jane Aubrey (Kelly Preston) ist an einem Wendepunkt angekommen, denn Jane hat ein berufliches Angebot bekommen, daß sie vielleicht für immer ins Ausland führt - wenn sie es annimmt.
Dies ist die Geschichte eines Mannes, der in der Mitte seines Leben an einem Scheideweg angekommen ist. Seine berufliche Tätigkeit ist für ihn nicht so sehr ein Mittel Geld zu verdienen, sondern vor allem ein Lebensinhalt. Er hat sein ganzes bisheriges Leben nach dieser Tätigkeit ausgerichtet.
Jetzt bedrängen ihn wichtige Fragen:
Was bleibt einem Mann, wenn die wichtigste Sache in seinem Leben endet? Muß sie enden? Oder kann er sich vielleicht noch eine Weile daran klammern? Hat er vielleicht schon zuviel dafür geopfert?
Ist da sonst nichts?
Auch wenn Billys vielleicht letztes Spiel der filmische Mittelpunkt ist, so ist dies doch kein Baseball-Film.
Der Weg zum möglicherweise "Perfect Game" ist sehr gut inszeniert und gibt dem Film eine gehörige Portion Spannung. Aber Billys Beziehung zu Jane ist der rote Faden der Geschichte und aus meiner Sicht der eigentliche Mittelpunkt.
Billy und Jane sind zwei äußerst unterschiedliche Charaktere. Sie schleppen beide eine Menge Ballast mit sich herum und sind komplizierte Menschen. In ihrer Beziehung gibt es von Anfang an Probleme.
Zu sehen, wie sich die beiden eigentlich dem anderen nähern wollen und doch immer wieder aneinander vorbei gehen, ist glaubwürdig und eindringlich in Szene gesetzt.
Kevin Costner und Kelly Preston spielen sehenswertes Charakterkino der meistens leisen Töne. Die Nebenrollen sind mit John C. Reilly (als Billys Freund Gus Sinski) und Jena Malone (als Janes Tochter Heather Aubrey) ebenfalls hervorragend besetzt.
Baseball-Film-Fans kann ich diesen Film nicht empfehlen. Wer aber gerne Charakterfilme sieht, wird mit "Aus Liebe zum Spiel" einen schönen Filmabend verbringen.