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5.0 von 5 Sternen
Klasse!, 1. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Aus Dalkeys Archiven: Roman: Ein satirscher Roman (Taschenbuch)
Mick Shaughnessy und sein Kumpel Hackett treffen am Rande des etwas seltsamen irischen Städtchens Dalkey auf einen Mann namens De Selby, der ihnen beim anschließenden Whiskeytrinken im abgeschiedenen Heim recht freimütig davon berichtet, erstens die Zeit anhalten zu können und zweitens an der Vernichtung allen Lebens auf dem Planeten Erde zu arbeiten. Am Morgen danach tritt der Theologe und Physiker den Beweis an: In einer luftdichten Grotte, die nur tauchend zu erreichen ist, beschwört er den Geist des heiligen Augustinus, den er in einen zotig-intelligenten Dialog verwickelt.
Mick seinerseits, der eine etwas unterkühlte Beziehung zur distanziert-liebevollen Mary unterhält, fühlt sich in Folge dieser Ereignisse zum Weltretter berufen, der Pläne schmiedet, um De Selby von den seinen abzuhalten. Er verbündet sich mit dem skurillen Sergeant Fortrell, den Dorfpolizisten Dalkeys, der sein Fahrrad immer neben sich herschiebt, weil zu viel fahrradfahren - nach der eigenen „Mollyküle-Theorie" des Sergeants - zur materiellen Verschmelzung zwischen Rad und Fahrer führt. Und dann spielt auch noch der verstorben geglaubte Romancier James Joyce eine Rolle ...
O'Briens Traktat könnte auch durch die Aufzeichnung des Dialogs zwischen zwei hochintelligenten, extrem gebildeten, aber schwer angegangenen Whiskeytrinkern in irgendeinem Pub entstanden sein. Die Handlung schlägt Purzelbäume, bleibt aber immer amüsant, ansprechend und spannend, wozu sicher die Übersetzung Harry Rowohlts ihren Teil beigetragen hat. Ein furioses, vergnügliches, von vielerlei Anspielungen durchsetztes Werk, das nicht nur Theologen oder Philosophen zum Schenkelklopfen bringen dürfte. Klasse.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Von der Kneipe zur Weltrettung, 19. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Aus Dalkeys Archiven: Roman: Ein satirscher Roman (Taschenbuch)
Das putzig-verschlafene irische Städtchen Dalkey, in dem bei Bier und Whiskey hochtrabende Reden gehalten werden, ist ein schöner Schauplatz für eine Geschichte. Besonders, wenn zwei junge Männer, die sich außer für Hopfensaft und Feuerwasser hauptsächlich für die Nebenanschönheit Mary interessieren, in Verlegenheit geraten, auf einmal die Welt retten zu müssen. Sie begegnen nämlich dem Physiker und Theologen De Selby, der ihnen nicht nur von einer Zeitmanipulationsmaschine erzählt, sondern sie Zeuge einer pointiert abseitigen Unterredung mit dem heiligen Augustinus werden lässt. De Selby hält ihn wie andere Figuren aus Bibel und Kirchengeschichte für einen kleines Licht, was seine Absicht unterstreicht, mit einer selbsterfundenen Substanz das Leben auf der Erde auszublasen. Mick ist derjenige, der sich Verbündete aus Kirche und Obrigkeit sucht, um die gefährliche Substanz zu stehlen und in Sicherheit zu bringen.
"Aus Dalkeys Archiven" besteht fast nur aus Dialogen. Die Gespräche offenbaren das enorme Wissen Flann O'Briens um Literatur und Weltanschauung und reflektieren dieses gleichzeitig witzig und geschmeidig wie ein sahniges Guiness. Dennoch hüpft die Handlung manchmal, als wäre man nach dem zehnten Bier am Tresen eingeschlafen und bei einem ganz anderen Gespräch über Götterwut und Weltverständnis aufgewacht. Eine Geschichte, die vielleicht zuviele Figuren und Themen vereint, jedoch angemessen klein anfängt und klein endet. Hübsch, mit starker Stimme erzählt, aber nicht ganz so groß wie "Auf Schwimmen-zwei-Vögel".
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