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Aulularia / Goldtopf-Komödie
 
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Aulularia / Goldtopf-Komödie [Taschenbuch]


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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag
  • Sprache: Deutsch, Latein
  • ISBN-10: 315009898X
  • ISBN-13: 978-3150098981
  • Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 9,6 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 209.644 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen "Die Musen würden plautonisch reden", 11. März 2007
Von 
M. Thomas "M. Thomas" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Aulularia / Goldtopf-Komödie (Taschenbuch)
Titus Maccius Plautus und Publius Terentius Afer sind die beiden klingenden Namen der altrömischen Komödie. Während Terenz durch seine klare Stilistik besticht, wurden die Komödien des Plautus vom einfachen Publikum wegen ihrer derben Zoten und dem ungekünstelten natürlichen Witz geliebt: "Sie kennen nicht das feine Lächeln der Gebildeten, wie die Stücke Menanders und seiner Zeitgenossen, sondern das laute, gesunde Lachen des einfachen Volkes", urteilt der Kommentator. Über Plautus ist nur wenig bekannt. Er soll sein ganzes Vermögen an der Bühne erworben und in Handelsgeschäften verloren haben. Seinen Unterhalt verdiente er als Mühlensklave.

Ebenso wie für seine zahlreichen anderen Komödien übernahm Plautus den Stoff für "Aulularia" aus der neuen attischen Komödie und formte ihn nach seiner Vorstellung um. Durch Molières Überarbeitung in "Der Geizige" erlangte die Komödie Weltruhm. Die Inszenierungen jener Zeit hatten operettenhafte Züge. Neben den Sprechtexten wurden musikalische Einlagen mit Flötenmusik und Chorgesängen geboten.

Betrachten wir nun den Gang der Handlung. Euklio, ein armer aber geiziger Athener findet einen Topf voll Gold. Sein Nachbar Megadorus hält um die Hand seiner Tochter Phädria an. Phädria wurde von Megadorus Neffen Lykonides misshandelt und erwartet nun ein Kind. Lykonides Sklave stiehlt den Goldtopf doch sein Herr gibt ihn zurück. Da Megadorus auf die Heirat verzichtet, erhält sein Neffe Phädria zur Frau. Obwohl das Ende des Stückes verloren ging, kennen wir den Schluss aus antiken Berichten.

Interessant sind die Charaktere. Zu Beginn stellt sich der lar familiares, der Hausgott von Euklios Haus vor. Er ist es, der die Geschicke der handelnden Personen lenkt. Er belohnt die Tugendhaften und erteilt denen eine Lektion, deren Verhalten tadelnswert ist.

Die Hauptperson des Stückes ist Euklio. Er wird als knauseriger Greis" beschrieben. Der Hausgott berichtet, dass bereits Vater und Großvater dieses Laster teilten, jedoch von Generation zu Generation das Übel zunimmt. In bunten Farben schildert Plautus die Folgen des Geizes. Zunächst überwiegt noch die Freude über den Fund des Goldes, doch bald schon wächst die Angst vor den Verlust: "Ganze Nächte schläft er nicht...". Durch seine übertriebene Vorsicht lenkt er die Aufmerksamkeit der Langfinger auf sich: "Denn jedes Mal, wenn ich es jetzt eifrig verheimliche, damit es nicht alle wissen, scheinen es doch alle zu wissen und alle grüßen mich freundlicher, als sie mich früher grüßten ... Ich sag das deshalb, damit du nicht glaubst, ich hätte Schätze gefunden". Groteske Züge nimmt das Ganze an, als selbst der Haushahn verdächtigt wird, nach dem Schatz zu scharren. Durch den Verlust des Schatzes bricht seine Welt zusammen: "Was brauche ich noch zu leben, der ich so viel Gold verlor, das ich mit allem Eifer bewachte. Ich habe mich selbst um mein Glück und meine Lebenslust betrogen". Dieser letzte Satz kann auch die Erkenntnis beinhalten, dass die übertriebe Sorge um Hab und Gut die Lebensfreude des Menschen raubt.

Ganz anders sein Nachbar, der reiche Megadorus. Er verheimlicht seinen Reichtum nicht, aber er stellt ihn auch nicht zur Schau. Seine Tugend ist die Bescheidenheit: "Ich mache mir nichts aus großartiger Verwandtschaft, stolzem Getue, reicher Mitgift, Dienergeschrei, Kommandostellen, Elfenbeinkarossen und purpurnen Gewändern". Nicht zuletzt deshalb führt er ein zufriedenes Leben als Junggeselle, weil er fürchtet, eine reiche Frau würde sein Haus mit Prunkt und Luxus überschütten: "Diese und noch viele andere Unannehmlichkeiten und unerträgliche Kosten hat man bei Frauen mit großer Mitgift". Aus diesem Grunde, aber auch aus sozialem Verantwortungsgefühl wünscht er eine Frau aus einfachen Verhältnissen: "Denn meine Meinung ist, wenn die übrigen Reichen es ebenso machten wie ich, und ärmerer Leute Töchter ohne Mitgift heirateten, so herrschte unter den Bürgern weit mehr Eintracht, wir wären gegeneinander weniger missgünstig".

Ein zweites sehr ungleiches Paar bilden Phädria, die Tochter des Euklio und Lykonides, der Neffe des Megadorus. Nun sind die Bilder vertauscht. Phädria lebt tugendhaft ist götterfürchtig und bringt dem Hausgott Weihrauch und Weinopfer dar. Dieser belohnt sie mit Gold und Gatten.

Lykonides ist ein jugendlicher Heißsporn. Im Rasch und Übermut vergreift er sich an Phädria. Plautus verharmlos die Tat nicht: "Da stünden Wein und Liebe in gar zu schlechtem Preis, wenn es einem Betrunkenen und Verliebten erlaubt wäre, straflos zu tun, was ihm beliebt". Da Lykonides jedoch seine Tat bereut und bereit ist die Frau zu heiraten, zeigt sich der Hausgott gnädig.

Alles in allem eine witzige Komödie, die leider schon lange nicht mehr auf der Bühne aufgeführt wird.
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5.0 von 5 Sternen Echt lustig, 28. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Aulularia / Goldtopf-Komödie (Taschenbuch)
Es passiert mir selbst ziemlich oft, dass ich mich beim Lesen von antiken Texten dabei erwische, wie ich mit den Gedanken spazieren gehe. Das ist bei der Aulularia nicht eine Sekunde der Fall gewesen. Die Geschichte ist so lustig, dass ich das Buch in einem Rutsch verschlungen habe. Wer Latein studiert oder in der Schule kein Interesse an Latein hatte/ hat (ich gehöre selbst dazu), der sollte dieses Buch lesen, um zu verstehen, warum die Lateiner so für ihr Fach brennen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Aulualria ist eine hervorragende Komödie., 13. April 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Aulularia / Goldtopf-Komödie (Taschenbuch)
Mit augeklügelter Feinheit beschreibt Plautus die übertriebene Angst eines anscheinend armen Mannes davor, dass ihm jemand seinen Goldtopf, den er zufällig gefunden hat, raubt. Sobald sein Nachbar ihn freundlich anspricht, vermutet dieser heimlich reiche Mann eine List, dabei weiß nur er, dass er diesen Goldtopf besitzt. Als bei der Vorbereitung zur Hochzeitsfeier seiner Tochter viele Leute in seinem Haus sind, beschließt er, den gut versteckten Topf, anderswo zu verstecken. Doch ein Sklave des Nachbarn beobachtet ihn dabei und stiehlt das Gold, dass nie jemand gefunden hätte, wenn Euclio (so heißt der Mann) ihn nicht aus dem Haus herausgebracht hätte.

Über nahezu jeden Satz, den Euclio sagt oder den er aus dem Mund eines anderen vernimmt und interpretiert kann man herzlich lachen.

Traurig war ich nur, als ich an der Stelle des Buches angekommen war, wo die Handschrift abbricht. Das Ende, das aus antiken Zusammenfassungen grob rekonstruiert wurde, wird leider nur fragmentarisch wiedergegeben.

Alles in allem ist dies eine Komödie, in der sich Plautus wieder einmal selbst übertrifft. Sie liest sich so leicht, dass man sie an einem Abend durchlesen kann. Sie ist wie alle Plautus-Komödien äußerst lesenswert.

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