Jochen Bleicken gibt einen umfassenden Überblick zu Augustus und dessen Zeit. Wohltuend fällt auf, dass er im Gegensatz zu den meisten Biographen nicht in das Objekt seiner Beschreibung verliebt ist, sondern sich durchaus einen kritischen, distanzierten Blick bewahrt hat. Ein Buch, das sowohl den interessierten Laien zu fesseln vermag als auch den wissenschaftlichen Ansprüchen der Fachwelt genügt. Sprachlich handelt es sich um ein wahres Juwel, dem man anmerkt, dass sein Schöpfer nicht umsonst Latein und Deutsch gelernt hat. Ich habe auf den fast 700 Seiten keinen einzigen Sprach- oder Druckfehler gefunden, wohl aber jede Menge feinst geschliffener Formulierungen, die das Lesen zum Hochgenuss machen!!!
Ein schwerer Vorwurf ist alledings dem Verlag zu machen, der das von einem Herrn Uwe Walter verfasste, sprachlich kaum zu verdauende, dem Werk von J. Bleicken in keinster Weise würdige Nachwort abgedruckt hat. Es versucht auf 16 Seiten in holprigen, von meist sinnlosen Fremdwörtern (sollen wohl einen wissenschaftlichen Anschein erwecken!?) nur so strotzenden Sätzen den Inhalt von knapp 700 Seiten zu wiederholen. Nach dem sprachlichen Höhenflug aus der Feder Bleickens ein einziger Graus. Hätte dieses Pamphlet nicht als Nach- sondern als Vorwort gedient, ich hätte das Buch nicht gekauft und somit auch nicht gelesen.