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VINE-PRODUKTTESTERam 6. April 2014
Am 19. August (!) dieses Jahres jährt sich der Todestag des Mannes, der als möglicherweise der Bedeutendste der Römischen Geschichte gelten darf, zum 2000. Male: Augustus.

Diese kleine Schrift betrachtet einen besonderen Aspekt von Octavianus/Augustus, indem sie das Bemühen des Princeps analysiert, sich und seine Position zu rechtfertigen, sein Tun in günstigem Lichte darstehen zu lassen.

RIEHN betrachtet das Bild aus verschiedenen Blickwinkeln: da ist zum einen die Selbstdarstellung in Wort (hier besonders im Focus die „Res Gestae“, eine Art von Autobiographie) und Bild (Münzdarstellungen, Skulpturen), zum anderen sind da die Beurteilungen zeitgenössischer (und damit in einem Abhängigkeitsverhältnis stehend, wie Ovid, Horaz und Vergil) und späterer, ‚nachaugusteischer’ Literaten (Tacitus, Sueton oder Cassius Dio). Der Autor arbeitet die Position jedes Einzelnen sehr akribisch auf, unterlegt durch zahlreiche Zitate, um das individuelle Augustus-Bild eines Jeden zu würdigen; und nicht alle waren letztlich ‚Hofberichterstatter’: so musste Ovid z. B. für seine – sehr vorsichtig geäußerte – Kritik immerhin in die Verbannung. Diese genaue Analyse dieser Schriftsteller stellt das Kernstück der Arbeit dar, ergänzt um 6 Seiten schwarz-weiß-Abbildungen zu den bildlichen Darstellungen des Princeps in einem Anhang.

Der Autor ist Lehrer für Latein und Geschichte und diese Arbeit bietet viel Raum, um sich exemplarisch mit Methoden der Selbstdarstellung anhand einer zentralen Figur der europäischen Geschichte zu beschäftigen. Zu einer Zeit, in der schon der Verdacht nach Streben nach monarchistischer Alleinherrschaft ein äußerst gefährlicher Makel eines Politikers war (die Schicksale von Tiberius Gracchus, Sulla oder auch Iulius Caesar sind hinlänglich bekannt), will sich Augustus als ‚primus inter pares’ sehen – hat er doch längst die unumschränkte Gewalt in seinen Händen, jetzt ‚Prinzipat’ genannt. Es erfordert dann auch einige Anstrengungen, um aus dieser Position heraus sich als ‚echter Republikaner’ darzustellen.

Der Text ist klar strukturiert und arbeitet die Charakteristika der einzelnen Literaten klar heraus, unterlegt durch eine Fülle von Zitaten (allerdings in lateinisch oder altgriechisch: da ist schon ein wenig Kenntnis alter Sprachen nützlich, da diese Textstellen nicht übersetzt sind!). Der Gedankengang ist klar erkennbar und RIEHN kommt in seinem letzten Teil dann auch zu einem gut begründeten Ergebnis.

Das Bemühen, ein positives, d.h. vor allem: ein legitimistisches Bild in der Geschichtsschreibung zu hinterlassen, zieht sich bis in die Gegenwart und führt zu entsprechenden Texten, Autobiographien oder bezahlten Berichten von zeitgenössischen Poeten. Entsprechende pseudo-historiographische Berichte, die ein möglichst positives, ethisch-moralisch-politisches Bild – heute kurz als ‚PR’ genannt – zeichnen sollen, ziehen sich wie ein ‚roter Faden’ durch die Geschichtsschreibung: die Texte eines Kaisers Friedrich I Barbarossa oder eines Reichskanzlers Otto v. Bismarck geben nur zwei Beispiele von derartigem Bemühen. Insofern befindet sich Octavianus in guter Gesellschaft und es ist gut, sich dieser Geschichtsklitterung bewusst zu werden, wenn wir uns an ihn anläßlich seines 2000. Todestages erinnern.

Eine sehr lesenswerte Arbeit, mit der sich RIEHN sichtlich Mühe gegeben hat und die- trotz aller 'Wissenschaftlichkeit'- auch für einen Außenstehenden gut lesbar und verständlich ist; zahlreiche Literaturstellen belegen große Kenntnis im Umgang mit den entsprechenden Quellen und reizen, sich näher mit dieser geschichtlichen Epoche, dem "Prinzipat" innerhalb der Römischen Geschichte zu beschäftigen, wissen wir doch heute, dass man sie als echte 'Sattelzeit' betrachten darf. Allerdings erscheint mir der Preis von 39.99 € doch recht stattlich – aber das kann nicht Grundlage der Beurteilung dieses Büchleins sein.
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