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22 Minischätze versammelt die Kroatin Olja Savicevic in ihrem Erzählungsband "Augustschnee". Literarische Kleinode, so winzig, dass ihr Glanz kaum sichtbar ist. Von den verkorksten Gedanken eines magersüchtigen Mädchens erzählt die Mittdreißigerin aus Split, von einer Krebskranken, von ersten Küssen und Liebeskummer. Harte Schicksale und unspektaktuläre Zwischenfälle stehen nebeneinander, allesamt in eine Sprache verpackt, die zumindest in der deutschen Übersetzung relativ schlicht klingt. Doch der Wert von "Augustschnee" liegt im Detail: Savicevic erweist sich als fantastische Beobachterin und fängt in ihren bescheidenen Sätzen eine enorme Fülle an Details ein. So gelingt es ihr in zumindest einigen ihrer mit diversen Literaturpreisen ausgezeichneten Erzählungen, auf wenigen Seiten in andere Welten und fremde Biografien zu entführen. Wie für den Verlag Voland & Quist üblich, liegt dem Erzählungsband eine Audio-CD mit drei vorgelesenen Texten bei; qualitativ nicht besonders hochwertig, nichtsdestotrotz ein schönes Gimmick. (jul)
ARTE, 12.03.2008
Mit leichter Feder und überbordender Fantasie begibt sich die Kroatin Olja Savičević in menschliche Schicksale und Gedankenwelten. Geschichten einer jungen Erzählerin, die es wert ist, entdeckt zu werden.
WDR, 12.03.2008
Die Prosa von Olja Savičević kommt leise daher, fein und hintersinnig.
dpa, 07.04.2008
Es sind die Träumer und Verlierer, Menschen vom Rand der Gesellschaft, die Olja Savičević ins Zentrum Ihres Erzählbandes rückt.
Kurzbeschreibung
Dürfen Frauen sich Sklaven halten? Kommt man per Bobbycar nach Australien? Kann man eine SMS in die Zukunft schicken? Warum halten sich in London ein Weißer und ein Schwarzer an den Händen? Wie wird man ein Mondstrahl?
Olja Savičević fragt mit ihren Geschichten nach Menschen in ungewöhnlichen Situationen, in entscheidenden Momenten, im Ungleichgewicht, am Rande der Gesellschaft. Einfühlsam und unbeirrbar findet sie Antworten, die manchmal erschüttern, meist aber verzaubern. Die CD zum Buch wurde eingelesen von der Schauspielerin Franziska Melzer.
Über den Autor
Olja Savičević, 1974 in Split geboren, studierte Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Zadar. Sie veröffentlichte drei Lyrikbände, die auszugsweise in mehrere Sprachen übersetzt wurden und arbeitet als Kolumnistin, Literaturkritikerin und Herausgeberin. 2006 wurden ihre Erzählungen »Nasmijati psa« von der Zeitung Vijenac und dem Verlag AGM als bestes Manuskript des Jahres ausgezeichnet und publiziert. Das Buch kam in die Shortlist der Jury für den Kiklop-Prosapreis und den Literaturpreis der Zeitung Jutarnji list. Für ihre Erzählung »Der Held« erhielt die Autorin 2007 den renommierten Marinković-Preis.