Ich liebe die "Kleine Zauberflöte" der Augsburger Puppenkiste, so viel vorweg.
Mag sein, dass Opernliebhaber durch die Abwesenheit von Gesang enttäuscht sind, mag sein, dass der Inhalt eine recht freie Interpretation des Librettos von Emanuel Schikaneder ist - aber es ist ein wunderbares Märchen für Kinder.
Im Großen und Ganzen ist die Geschichte bekannt: Tamino erhält von der Königin der Nacht den Auftrag, ihre Tochter Pamina aus den Händen Sarastros zu befreien, was ihm nach überstandenen Prüfungen mit Hilfe Papagenos auch mehr oder weniger im Sinne der Königin gelingt - eher weniger als mehr.
Die Autoren der Augsburger Puppenkiste haben nun aus diesem Stoff eine märchenhafte Erzählung für Kinder gemacht. In der (in diesem Fall) Rahmenhandlung um die Königin der Nacht und Sarastro geht es nicht mehr länger um den Kampf zwischen alten Göttern und der Vernunft der Aufklärung, sondern um einen Schatz (den man als Erwachsener durchaus als die Vernunft intepretieren kann), den Sarastro besitzt und den die Königin haben will.
Der Rest der Geschichte trägt schon im Original solch märchenhafte Züge - Prinzen, Prinzessinnen, Königinnen, Zauberer, Zauberdinge -, dass sich daraus leicht ein Märchen für Kinder ergibt. Die Personen und Figuren der Inszenierung - allen voran Papageno - sind für Kinder schlüssig und einprägsam gezeichnet. Ein weitgehender Verzicht auf Musik (die Melodien werden wunderbar arrangiert im Hintergrund von Klarinette und Querflöte gespielt) macht im Hinblick darauf, dass es sich um eine Aufführung für Kinder handelt, durchaus Sinn, fällt es doch Kindern im allgemeinen schwer, Musik und Handlung gleichzeitig zu folgen. Dennoch wird das differenzierte Hören und gleichzeitige Sehen dadurch angebahnt, dass etwa die Königin der Nacht den Originaltext spricht oder Papageno die Vogelfänger-Arie singt.
Wer seine Kinder auf zauberhafte Art in die Welt der Oper einführen will, dem sei diese Aufführung wärmstens ans Herz gelegt. Ich selbst benutze sie im Musikunterricht für die Grundschule.