Eine DVD, die man sich immer wieder anschauen kann und immer neue Details entdeckt.
Das sollte man wirklich vorher sagen, die Aufzeichnung von 1966 vom Hessischen Rundfunk ist in Schwarz-weiß. Puppentheater, klar. Die Vorlage ist von Otfried Preußler, den kennt man ja.
Am Anfang sieht man wie die Kinder in das Gebäude der Puppenkiste in der Augsburger Bäckergasse kommen, das mag auf manchen vielleicht etwas altbacken wirken, aber ich fand es atmosphärisch sehr schön.
Charakteristisch ist der lustige aber gut verstehbare schwäbisch-bayerische Dialekt, aber das muss man auch mögen.
Die Bewegungen der Puppen sind wirklich erstaunlich lebensecht, auch im Vergleich mit anderen Produktionen der Puppenkiste noch herausragend.
Gesangseinlagen, die in anderen Kindersendungen für Erwachsene oft eher langweilig bis peinlich wirken, kommen öfter vor, aber hier verhält sich das anders - eher wie Bänkelgesang, nicht kindertümelnd, sondern ziemlich echt und authentisch. Ohnehin alles Ohrwürmer.
Echt witzig auch die hohe Fistelstimme vom Seppl "A neie.." und Kasperls Sprüche.
Meine Lieblingsfigur ist irgendwie der Zauberer Petrosilius Zwackelmann, der Kartoffeln liebt und zum Schälen auf der Suche nach einem möglichst dummen Knecht ist. Seine Stimme und Gesang erinnern übrigens stark an Helge Schneider. Lieblingsszene: Zwackelmann verwandelt sich in einen Wolf, der dann seine geliebten Kartoffeln mit allerhand wolfsmäßigen Geräuschen verschmäht. Die Geräusche sind ohnehin auch noch eine besondere Erwähnung wert, super gelungen ist z.B. das Rauschen der Schnupftabaksäcke, die heraus und hereinschweben.
Naja, die Story besteht eigentlich nur aus Lieblingsszenen - Längen?- es gibt keine.
Zur Geschichte nochmal ganz kurz (falls es jemand noch nicht kennt):
Räuber Hotzenplotz klaut der Oma ihre schöne Kaffeemühle mit Musik. Kasper und Seppl stellen ihm eine Falle, obwohl selbst hartgesottene "Kriminalischte", sich schon die Zähne an dem "Schlawuzi" ausgebissen haben. Aber da gibt es doch noch eine "Kischte auf dem Loiterwägele.."