EvD stöbert in alten Original-Schriften und hebt daraus bemerkenswerte Zitate und eine Füllmenge wirklich kurioser, fantastischer Geschichten zu Tage - zunächst völlig ohne Aussage darüber wie diese zu deuten oder verstehen sein könnten. Er stellt interessante Persönlichkeiten des Alterums vor, verweist auf erstaunliche Ungereimtheiten und geht verschiedenen Fragen nach. Warum waren z.B. alle Pyramiden, die nach der Cheops-Pyramide gebaut wurden kleiner und warum enthielten erst diese verzierte Wände mit Hyroglyphen?
EvD gewährt Einblicke in unzählige widersprüchliche Überlieferungen. Er kritisiert berechtigt die krampfhafte Umklammerung von festgefahrenen Lehrmeinungen und fordert die Fachwelt auf über den Tellerrand zu schauen.
Wenn Informationen über Generationen weitergegeben werden oder Abschriften erfolgen, so finden sich darin erfahrungsgemäß Übertreibungen, Ausschmückungen, Reduzierungen und Verfälschungen. Der Inhalt der alten hier präsentierten Geschichten ist jedoch teilweise derart fantastisch, dass Lügen, Phantasie, Religion und Symbolik als einzige Beweggründe der Urheber (psychologisch betrachtet) höchst unwahrscheinlich werden. Die Welt ist voller Rituale, deren ursprüngliche Bedeutung im Laufe der Zeit verloren gegangen ist. Von der Zivilisation völlig isolierte Indianerstämme und Eingeborene zeigen ein ähnliches Verhalten wie unsere Vorfahren: Sie vergöttern und imitieren ihre Vorbilder aus der Zivilisation.
Vergötterung und Heldengeschichten über Führer sind aber zunächst auch nichts Ungewöhnliches, es sind vielmehr die bizarren Ausschmückungen und Ideen darin, die Zweifel erregen.
Der Inhalt eines Texte erschließt sich leider immer aus der Interpretation insbesondere dann wenn er aus einem anderen Kulturkreis, Zeitalter und Weltbild entstammt. Auffallend ist, dass heutige Historiker nahezu alle Funde des Altertums spirituell, religiös deuten. Wahrscheinlich war das Leben und Denken unserer Vorfahren sehr viel stärker von Religion geprägt als heute, aber ausschließlich ?
Ob man etwas glaubt also als Wissen in sich aufnimmt hängt natürlich auch von den Quellen, den persönlichen Erfahrungen und Einstellung ab.
Recht haben kann weder EvD noch die sog. anerkannten Experten, weil sich mit Statistiken, falschen Fragestellungen und verkehrten Auslegungen prinzipiell alles untermauern lässt.
Erwartungsgemäß konzentriert er sich vor allem auf all jene Beweise und Fakten, die seine Theorien untermauern und seinen Interessen entsprechen. Trotz EvDs vorsichtiger Zurückhaltung bleiben am Ende Suggestivfragen. Viele von EvD Fragen und Interpretationen sind derart außergewöhnlich, dass sie auf Laien eine starke Faszination und Begeisterung ausstrahlen. Ein realitätsnahes Bild erschließt sich meist erst, nachdem ein Thema aus vielen Blickwinkeln betrachtet wurde. Deshalb empfehle ich ergänzend den Vergleich mit Büchern anderer Autoren.
Fazit: Archäologie-Begeisterte finden hier eine bunte Sammlung von Auszügen aus alten Überlieferungen, Legenden und Mythen gespickt mit Däniken Theorien. Aufmerksam, objektiv kritisch, spannend, unterhaltsam geschrieben - kurzum lesenwert. Inhaltlich: 75% Archäologie, 5% Reisebericht, 20% Däniken-Theorien