Kurzbeschreibung
Die Entwicklung der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg setzt in diesem Band ein mit zwei Texten über den Bauhaus- Künstler und dann in die USA ausgewanderten Josef Albers, dessen Farbkunst viele junge amerikanische Künstler beeinflusste. In den USA entstanden die vitalen Gegenbewegungen gegen eine europäische Nachkriegskunst, die sich zwischen sublimem Formzerfall und der Suche nach mythischen Ursprungsformeln verzettelte. Von Jackson Pollock über Barnett Newman, als den Energiezentren dieser Bewegung, führt der Weg wieder zurück nach Europa zu Victor Vasarely, der als Protagonist der Moderne kaum in Erscheinung trat. Werner Spies zeigte früh, das konsequente Darstellung optischer Phänomene die Person des schaffenden Künstlergenies in Frage stellte und dass Vasarely die Möglichkeit des Mediums Film und die Reproduzierbarkeit seiner Werke bereits in einer Bewusstheit einsetzte, die weit über seine Zeit hinaus wies.
Über den Autor
Die Funktionen von Werner Spies im internationalen Kunstbetrieb lassen alle Karrieren hinter sich: Verfasser von Werkverzeichnissen der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, Professor an der renommiertesten deutschen Kunstakademie, Direktor des Musée national d art moderne im Centre Pompidou in Paris, Spiritus Rector von Ausstellungen mit Welterfolg, Schriftsteller großer Monographien und führenden Kritiker in der Tagespresse seit Jahrzehnten: Das Überschreiten von Grenzen sowie der gleichzeitige Blick auf die Kunst wie auf die Literatur werden zum Beweggrund seines Lebens und Schreibens. Freundschaft und persönliche Nähe zu den Künstlern und Schriftstellern Max Ernst, Pablo Picasso und Samuel Beckett sind nur die bekanntesten , die ihn in der Auseinandersetzung mit ihrem Werk ebenso wie als Anstifter von neuen Werken als Partner akzeptieren, garantieren seine Unverwechselbarkeit. In den Schriften von Werner Spies, einem Oeuvre, das neben Werkmonographien und Zeitungsbeiträgen Aufsätze und Abhandlungen umfasst, haben sich die Facetten dieser gelehrten Persönlichkeit niedergeschlagen. Die literarische Brillanz seiner Texte ist einer originellen Kraft zu verdanken, die dem kreativen Potential seines Gegenstandes nicht nachsteht. Die Schriften von Werner Spies waren in ihrer Breite und thematischen Vielfalt bisher nicht an einem Ort versammelt. Die Ausgabe zeigt, wie Werner Spies die Geschichte der Kunst von der Vormoderne zur Moderne erfasst. Keiner nutzt wie er die aus der Vielseitigkeit seiner Interessen und Begabungen entstehende Chance, diese Entwicklung der Kunst der Moderne in ihrer Kohärenz wie in ihren Brüchen und Verwerfungen zu verfolgen.