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Aufzeichnungen eines Toten: Roman: Roman - Sammlung Luchterhand
 
 
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Aufzeichnungen eines Toten: Roman: Roman - Sammlung Luchterhand [Taschenbuch]

Michail Bulgakow , Thomas Reschke
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Sammlung Luchterhand (18. April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630620973
  • ISBN-13: 978-3630620978
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 317.441 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michail A. Bulgakov
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eine wunderbare Satire und scharfe Polemik gegen die Kulturpolitik des Russland der 30er Jahre.

Mit beißender Ironie und bitterem Sarkasmus beschreibt „Aufzeichnungen eines Toten“ (1936/37) Bulgakows Einstieg in die groteske Literatur- und Theaterwelt im Moskau der zwanziger Jahre.



Über den Autor

Michail Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren und starb am 10. März 1940 in Moskau. Nach einem Medizinstudium arbeitete er zunächst als Landarzt, zog aber dann nach Moskau, um sich ganz der Literatur zu widmen. Er gilt als einer der größten russischen Satiriker und hatte zeitlebens unter der stalinistischen Zensur zu leiden. Seine zahlreichen Dramen durften nicht aufgeführt werden, seine bedeutendsten Prosawerke konnten erst nach seinem Tod veröffentlicht werden.

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5.0 von 5 Sternen Gallenbittere Satire aufs Theater, en gros & en détail, 2. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Aufzeichnungen eines Toten: Roman: Roman - Sammlung Luchterhand (Taschenbuch)
Der Arbeitstitel dieses Romanfragments lautete "Theaterroman" -- und tatsächlich nimmt Bulgakow hier die Verschrobenheiten der Theaterschaffenden im allgemeinen und die Eitelkeiten der Macher am "Moskauer Künstlertheater" (MChaT) im besonderen nach allen Regeln der Kunst auseinander; noch nicht einmal der große Stanislawski (der langjährige Regisseur des MChaT, zusammen mit Nemirowitsch-Dantschenko) samt der nach ihm benannten Methode bleibt verschont (oder besser: Er kriegt die volle Breitseite ab). Dass Bulgakow hierbei auf leidvolle eigene Erfahrungen als Dramenautor zurückgreifen konnte, und dass etliche Romanfiguren höchst reale Vorbilder haben, erhöht das Vergnügen unbedingt. Aber auch ohne Kenntnisse über diesen Hintergrund sind die "Aufzeichnungen eines Toten" ein Genuss für alle, die geistreiche Satiren lieben, und das Wichtigste über die Hintergründe erfährt man ohnehin in Ralf Schröders Nachwort.

Man liest also, wie der Titel verrät, die nachgelassenen Aufzeichnungen eines unbekannten Dramenautors, von denen sich der fiktive Herausgeber in einer kurzen Einleitung nach Kräften distanziert; schließlich findet das Ganze im Moskau Stalins statt, und da kann man nicht vorsichtig genug sein. Bereits diese Rahmenerzählung ist gespickt mit kleinen Seitenhieben auf Opportunismus und Rückgratlosigkeit des sowjetischen Literaturbetriebs, auch wenn Bulgakow hier noch nicht so deutlich wird wie später in "Der Meister und Margarita".

Vor allem aber geht es um die ergreifenden Erlebnisse des hoffnungsvollen jungen Autors Sergej Leontjewitsch Maksudow. Der lebt still und bescheiden als Hilfsredakteur der Zeitschrift "Dampfschiffahrt" vor sich hin, bis ihn eines Tages der literarische Ehrgeiz packt: Er schreibt einen Roman, "Schwarzer Schnee".

Und nun schlägt das Schicksal zu: Sein "Schwarzer Schnee" wird in einer obskuren Zeitschrift veröffentlicht. Bereits diese Veröffentlichung beschert ihm die deftigen Sticheleien und Schienbeintritte der literarischen Platzhirsche, die ängstlich ihre Pfründe verteidigen. Aber es kommt noch besser, bzw. schlimmer: Ein Chefregisseur des renommierten "Unabhängigen Theaters" (gemeint ist das "Künstlertheater") will eine Dramatisierung des "Schwarzen Schnees" inszenieren.

Maksudow, liebenswürdig und naiv, nimmt das Angebot begeistert an und macht sich an die Umarbeitung seines Romans. Und seine nun über ihn hereinprasselnden Fährnisse in den Abgründen des Theaters hält er in seinen Aufzeichnungen fest. Was er hier begeistert und unschuldig mit großen Augen beobachtet, ist für den Leser ein Feuerwerk bitterster Satire: Maksudow wird zum Spielball der theaterinternen Intrigen und Grabenkämpfe, er lernt die auserlesenen Verschrobenheiten der Theatergranden nur zu gut kennen, unterschreibt einen Knebelvertrag, überliefert treuherzig die grandiose Selbstüberschätzung der Theaterschaffenden (genial etwa ist die Gemäldegalerie am Treppenaufgang; hier wechseln in bunter Folge Klassiker der Dramenliteratur mit Porträts der örtlichen Maskenbildner, Regisseure etc.); und er erlebt die grotesken Auswüchse der Stanislawski-Methode: Der Große Iwan Wassiljewitsch (= Stanislawski) missbilligt ausgerechnet die Schlüsselszene des ganzen Stücks, die seiner eigenen Schauspielmehode zuwiderlaufe, und verlangt eine widersinnige Umarbeitung. Außerdem müssen die Rollen umgeschrieben werden, denn die altgedienten Platzhirsche der Schauspielerschaft wollen die Hauptrollen, auch wenn sie dafür gut und gern 30 Jahre zu alt sind... Welche satirische Lawine das nach sich zieht, kann man sich vielleicht denken -- aber wie Bulgakow das en gros und en détail ausbreitet, das ist unbeschreiblich. Hinzu kommen Einblicke in die nicht allzu hehren Interna des Moskauer Literatur- und Theaterbetriebs der 30er Jahre, verpackt in wunderbare satirische Szenen, und vieles mehr.

Eine der herrlichsten Szenen des "Aufzeichnungen eines Toten" ist das Eingreifen des hochverehrten Iwan Wassiljewitsch in die Proben zu "Schwarzer Schnee" -- auf die völlig unsinnige Forderung des Maestro, der jugendliche Liebhaber solle für sein geliebtes Mädchen radeln, um so sein Nacherleben der Rolle zu verdeutlichen, folgt eine seitenlange akrobatische Slapstick-Einlage, die der Aufführung eines Charlie Chaplin, Karl Valentin oder Jaques Tati würdig wäre. Hier zieht Bulgakow alle Register... und nicht nur hier.

Für Theaterbegeisterte sind die "Aufzeichnungen eines Toten" sicher ein ganz besonderer Genuss, denn vieles hier ist nicht nur Satire mit konkretem Bezug, sondern beruht auf dem Menschlich-Allzumenschlichen und dürfte daher in jedem Theaterbetrieb so oder anders wiederzufinden sein. Aber gerade dieses Feuerwerk an nur notdürftig mit künstlerischem und Erhabenheits-Anspruch kaschierten Eitelkeiten und Dummheiten macht die "Aufzeichnungen eines Toten" zum Lesegenuss auch für alle anderen, Theaterfernen mit Sinn für eine Satire, die mit allerfeinsten Nadelstichen gearbeitet ist.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Großartige Hommage an das Theater, 7. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Aufzeichnungen eines Toten: Roman: Roman - Sammlung Luchterhand (Taschenbuch)
Michael A. Bulgakow ist einer der größten und phantastischsten Dramatiker der Neuzeit. Seine Stücke wurden vom Publikum geliebt, hatten aber keinen Platz in der Ideologie der UdSSR und wurden immer wieder verboten.

In den Aufzeichnungen eines Toten beschreibt Bulgakow höchst eindrücklich die Schwierigkeiten eines Autors der nicht nur von der Zensur aufgerieben wird, sondern auch durch die ständigen Kämpfe zwischen Schauspielern, Intendanten, Regisseuren und wohlmeinenden Ratgebern und Experten. Allmählich verzweifelt er an der offenkundigen Unmöglichkeit sein Stück auf die Bühne zu bringen.

Bei aller Tragik sind die Aufzeichnungen eines Toten von einer tiefen inneren Komik geprägt. Wer jemals selbst Bühnenluft geschnuppert hat, wird die manigfaltigen Schwierigkeiten einer Inszenierung sicher wiedererkennen. Lesenswert!
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