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Aufzeichnungen eines Jägers: Roman
 
 
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Aufzeichnungen eines Jägers: Roman [Gebundene Ausgabe]

Ivan Turgenev , Peter Urban
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag (7. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 371752058X
  • ISBN-13: 978-3717520580
  • Größe und/oder Gewicht: 15 x 10 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 442.225 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Ivan S. Turgenev
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

«Ein Meisterwerk der kleinen Form: Großartige kleine Geschichten, die man wunderbar im Strandkorb lesen kann.» (Götz Alsmann in der Sendung «Lesen!» )

«Peter Urban hat das Buch wieder zum Leben erweckt. Das ist plötzlich ganz klar und schön zu lesen.» (Elke Heidenreich in der Sendung «Lesen!» )

«Das ist eins dieser ewigen Bücher. Das man immer und immer wieder lesen kann und muß, und wo man sich verliert im Lesen in der Welt, die es beschreibt. Das Buch muß man einfach lieben.» (Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

Kurzbeschreibung

Dieses Jahrhundertbuch der russischen Literatur war künstlerisches Ereignis und Politikum zugleich. In seiner Verbindung stilistischer Virtuosität mit humanistischer Emphase – nämlich zugunsten der Aufhebung der Leibeigenschaft –, machte es den Autor auf einen Schlag weltberühmt. «Dostoevskij ist ein gewaltiger Dichter, aber in Turgenev ist die vollkommenste Magie des Künstlerischen.» (Hugo von Hofmannsthal)





Ivan Turgenevs (1818–1883) meisterliche Komposition von fünfundzwanzig Erzählungen rundet sich zu einem subtilen Epochenbild Rußlands zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Landleben, wie es sich dem umherstreifenden Jäger darbietet, ist alles andere als ein beschauliches Idyll. Elend, Unmenschlichkeit und Gewalt werden schonungslos als Resultat der herrschenden Verhältnisse entlarvt.

Der harmlos klingende Titel sollte suggerieren, es gehe in diesem Buch um landläufiges Jägerlatein. Doch die Zensurbehörde des Zaren ließ sich nicht lange hinters Licht führen und verbot das Buch noch im Erscheinungsjahr. Die Schil¬derung menschenverachtender Zustände, die aufklärerisch-realistische Figurenzeichnung vom Leibeigenen bis zum Gutsbesitzer, in ihrer Drastik verschärft durch die ironische Erzählhaltung, wirkten als Sprengstoff in der Diskussion um die Aufhebung der Leibeigenschaft in Rußland.

Peter Urban, ausgewiesener Kenner und Vermittler russischer Weltliteratur, erschließt in seiner Neuübersetzung den Bedeutungs- und Nuancenreichtum des Werks. Für diese Ausgabe hat er zudem drei Erzählungen aus dem Umfeld der «Aufzeichnungen» erstmals ins Deutsche übertragen.




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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer sich mit klassischer russischer Literatur auskennt, der weiß vermutlich bereits, dass diese nicht immer leicht zu verstehen ist, sondern meist eine anspruchsvolle und teilweise sogar deprimierende Lektüre darstellt. Auch Turgenev bildet da keine Ausnahme. Das Leid und das menschenunwürdige Leben der Bauern, den Verfall der Sitten und der Moral des Landadels, die Schicksalsschläge einzelner Menschen erzählt Turgenev so eindringlich und realistisch, dass sie beim Leser einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Obwohl man an den detailreichen, lebendigen Beschreibungen der Landschaft Russlands, der liebevollen Schilderung der Eigenheiten der Bauern sowie der geschliffenen Sprache des Autors und dem sporadisch aufblitzendem Humor durchaus seine Freude haben kann, gehört "Aufzeichnungen eines Jägers" sicher nicht zur seichten Unterhaltungsliteratur. Man muss sich Zeit nehmen für dieses Werk, es in Ruhe lesen und reflektieren, zudem bietet es sich auch an, die russische Geschichte aufzuarbeiten, während man die "Aufzeichnungen" liest, um so die Intentionen des Autors besser verstehen zu können.

Die Übersetzung von Alexander Eliasberg hat bereits viele Jahre auf dem Buckel. Zwar gibt es glühende Anhänger der Neuübersetzung von Peter Urban, doch ist die alte Übersetzung fast noch zugänglicher, zumal sie nicht so bemüht "russisch" klingt, denn im Gegensatz zu Urban hat Eliasberg für viele russische Begriffe ein passendes deutsches Pendant gefunden, statt sie im Original zu belassen und mit zahlreichen Fußnoten zu erklären.

"Aufzeichnungen eines Jägers und andere phantastische Erzählungen" ist ein bedeutendes Stück russischer Literaturgeschichte. Turgenev zeichnet ein eindrucksvolles Bild der Landschaft und ein bewegendes Portrait der Bevölkerung. Er fängt die Eigenheiten der Bauern Russlands - die Unterwürfigkeit gepaart mit der gar nicht dazu passenden Sturheit beispielsweise - wunderbar ein, macht das Denken und Handeln, Freud und Leid der russischen Leibeigenen und Adligen begreifbar auch für Leser, die wenig mit dieser Kultur gemein haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helmut Barro TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Über das Werk selbst, das seine sehr offene und stellenweise recht brutale Kritik am russischen Leibeigenheitssystem kaum hinter dem unauffälligen Titel und der gediegenden, blumigen Sprache verstecken kann, äußere ich mich hier nur am Rande - in dieser Rezension möchte ich die neue Übersetzung von Peter Urban in den Mittelpunkt stellen. Lassen wir doch zum Vergleich der älteren, inzwischen gemeinfreien Übersetzung von Eliasberg mit dieser neuen hier die Übersetzer selbst zu Wort kommen.

Eliasberg übersetzt eine Stelle in "Mein Nachbar Radilov":
"Ein frischgesäuberter Weg führte uns bald aus dem Lindenwäldchen, und wir kamen in den Gemüsegarten. Zwischen den alten Apfelbäumen und verwilderten Stachelbeerstauden leuchteten runde, hellgrüne Kohlköpfe; der Hopfen wand sich schraubenartig um die hohen Stangen; braune Stäbe, von vertrockneten Erbsenranken umwunden, standen in den Beeten eng beieinander; große flache Kürbisse lagen wie hingeworfen auf der Erde; die Gurken leuchteten gelb unter den verstaubten, eckigen Blättern; links, längs des Zaunes aus Flechtwerk, wogten hohe Nesselstauden; an zwei oder drei Stellen wuchsen gruppenweise tatarisches Geißblatt, Holunder und Hagebutten, die Überbleibsel der einstigen Anlagen. Neben dem kleinen, mit rötlichem und schleimigem Wasser angefüllten Fischkasten sah man einen von Pfützen umgebenen Brunnen. Enten plätscherten und watschelten geschäftig in diesen Pfützen; ein Hund lag auf der Wiese und nagte, am ganzen Körper zitternd und mit den Augen blinzelnd, an einem Knochen; eine gescheckte Kuh rupfte in der Nähe Gras und warf zuweilen den Schwanz auf ihren mageren Rücken."

Urban setzt diese Stelle eigentlich nur unwesentlich anders:
"Ein vor kurzem erst gepflegter Weg führte uns aus dem Lindenhain hinaus; wir betraten den Gemüsegarten. Zwischen alten Apfelbäumen schimmerten blaßgrün runde Kohlköpfe; Hopfen wand sich in Spiralen an hohen Stangen empor; eng ragte auf den Beeten dürres Geäst, umspannt von trockenem Erbslaub; große flache Kürbisse wälzten sich förmlich über die Erde; Gurken gilbten unter den verstaubten gezackten Blättern; entlang des Flechtzauns wogten hohe Brennesseln; an zwei oder drei Stellen wuchsen zuhauf: tatarisches Geißblatt, Holunder, Heckenrosen - die Reste ehemaliger "Blumenrabatten". Neben einem kleinen Fischbehälter, der mit einem rötlichen und schleimigen Wasser gefüllt war, sah man den Brunnen, umgeben von kleinen Pfützchen. Enten watschelten und plätscherten in diesen Pfützchen; auf einem Stück Wiese nagte, am ganzen Körper zitternd, ein Hund an einem Knochen; eine gescheckte Kuh rupfte hier träge am Gras, von Zeit zu Zeit den Schwanz auf ihren mageren Rücken werfend."

Das Stehenlassen russischer Wörter betrachte ich etwas zwiegespalten - wenn es sich um typisch russische Eigenheiten handelt, wie "Barin" oder ähnliches, für die es eigentlich keine deutsche direkte Entsprechung gibt, dann finde ich das gut. Andererseits lässt Urban aber auch "Telega" stehen, für das Eliasberg "Karren" setzt, ohne wirklich etwas an Inhalt zu verlieren, ähnlich "Armjak" etc. Solche Nichtübertragungen halte ich für Exotisierungen, die man als Übersetzer besser meidet.

Für den interessierten Leser bleiben somit hauptsächlich die 3 "neuen", erstmals übersetzten Geschichten; ansonsten kann man sicherlich auch heute noch auf die inzwischen gemeinfreie und damit kostenlose Eliasberg-Übersetzung zurückgreifen. Wer aber das Vorhaben, Übersetzungen fremdsprachiger Werke immer aktuell zu halten, unterstützen will - und das ist ein sehr unterstützenswertes Vorhaben - muss Urbans Übersetzung allein schon deswegen kaufen. Persönlich finde ich Urbans Übersetzung etwas sprachmächtiger und gediegener.

Die Ausstattung ist sehr gelungen: Ein kleiner Hardcover-Band im Miniformat mit hochwertigem Papier, guter Bindung, Lesebändchen und einem dezent gestalteten Schutzumschlag machen trotz der Größe echt was her. Viele Anmerkungen in Form von Endnoten und ein interessantes Nachwort über Turgenev selbst und die Übersetzungsgeschichte des vorliegenden Werks komplettieren das ganze.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klaus Grunenberg VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Iwan Turgenjew hat mit diesen "Aufzeichnungen eines Jägers" die Finger in die Wunde des damaligen Russlands gelegt, des Russlands der Adeligen, der Bauern und Leibeigenen. Und man sagt, der Thronfolger Alexander sei zu Tränen gerührt worden und hätte wegen dieses Buches 1861 die Leibeigenschaft aufheben lassen.

Das mag stimmen.

Dieses herrliche Buch aber zeigt uns auch heute noch, wie der russische Mensch denkt und handelt, wie er in seiner Art demütig ist, aber auch dickköpfig sich behauptet und ist deshalb ein Hinweis auch heute noch für unsere "westliche" Art des Denkens und Handelns, wie es auch gehen könnte, nämlich ganz natürlich und ohne Hektik.

Neben den farbigen Schilderungen einer Landschaft, die einfach lebt und dargeboten wird wie ein Stück "lebendiges" Brot, sind es die Hinweise auf Charakter und Humor, auf Vielfältiges und Fremdes und auf Wunderbares, das uns vorkommen mag, wie ein, allerdings wirklich gelebter Traum.

Das Buch ist auch ein Fanal für die Erhaltung unserer wunderbaren natürlichen Welt.
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