Der Unterschied zwischen Bukowski und uns ist die Unverbluemtheit der Sprache und die konsequente Umsetzung seiner Erkenntnisse. Er beschreibt ungeschoent, was uns alle betrifft und uns allen widerfaehrt, ohne das wir es in dieser Form auszusprechen wagen. Mal weniger, mal mehr. Taeglicher Ueberlebenskampf, Stress mit Partnern, Kindern, Vorgesetzten. Konflikte, die durch die Position dessen geloest werden, der in der Hierarchie hoeher steht. Mal sind wir es, mal ist es der (die) Gegenueber. Heuchelei und Kompromissbereitschaft, die Bukowski und seine protagonisten nicht eingehen. Wo das endet oder hinfuehrt, zeigt er uns in seinen "Aufzeichnungen eines Aussenseiters", der wir fraglos werden, wenn wir uns die "Handlungskompetenz" eines Bukowskis aneignen. Was fuer die einen schon durch den Sprachstil als wuerdelos erscheint, ist fuer die anderen (und Bukowski) die einzige Moeglichkeit, Herr seiner Wuerde zu bleiben.
Bukowski ist auf alle Faelle lesenswert und stimmt nachdenklich hinsichtlich dessen, wie unsere modernen Gesellschaften funktionieren und auf Gleichfoermigkeit setzen. Fuer Aussenseiter ist darin kein Platz mehr.