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Aufzeichnungen aus Talamanca
 
 
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Aufzeichnungen aus Talamanca [Gebundene Ausgabe]

Emile M. Cioran , Verena von der Heyden-Rynsch
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 62 Seiten
  • Verlag: weissbooks.w; Auflage: 1., Aufl. (25. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940888249
  • ISBN-13: 978-3940888242
  • Größe und/oder Gewicht: 16,6 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 763.380 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Emile M. Cioran
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

E.M. Cioran, der große Denker, hielt sich vor über vierzig Jahren, von Ende Juli bis Ende August 1966, in Talamanca auf Ibiza auf. Die Insel der Glückseligen, die damals noch nicht von Blumenkindern, Aussteigern und Partysüchtigen besetzt war, hat Cioran die erhoffte Ruhe nicht geschenkt. An Ausspannen war nicht zu denken, weshalb er, vom Wetter und von Schlaflosigkeit geplagt (Die Hitze bringt alle meine Gebrechen zur Geltung), zu schreiben begann und ein Sommertagebuch einer erloschenen Liebe hinterließ: Diese Insel, die ich so geliebt habe, ist nicht mein Genre. Auch auf Ibiza konnte er seiner Befindlichkeit, die er zwischen Grauen und Ekstase ansiedelte, nicht entgehen. Und dennoch war ihm klar: Weit entfernt vom Mittelmeerzu leben, ist ein Irrtum.

Über den Autor

E.M. Cioran, geb. 1911 in Rasinari bei Hermannstadt in Siebenbürgen als Sohn eines griechisch-orthodoxen Priesters. Nach einem Philosophiestudium in Rumänien 1937 Umzug nach Paris, wo Cioran bis zu seinem Tode 1995 lebte.E.M. Cioran, geb. 1911 in Rasinari bei Hermannstadt in Siebenbürgen als Sohn eines griechisch-orthodoxen Priesters. Nach einem Philosophiestudium in Rumänien 1937 Umzug nach Paris, wo Cioran bis zu seinem Tode 1995 lebte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Endlich mal ein Verlag, der der Flut der Hochglanzcover mit den hilflosen Bebilderungen (die meist nichts mit dem Inhalt zu tun haben) überzeugend gestaltete Bücher entgegensetzt, die auf die Kraft der Worte setzen.
Wer Cioran kennt, weiß um die Ernsthaftigkeit seiner Verzweiflung. Und dennoch taucht in diesen Reisenotizen wiederholt das Wort "Glück" auf: "Welch Glück, in einer derartigen Umgebung zu leiden!" Er sieht in Ibiza, obwohl er unter Sonne und Schlaflosigkeit leidet dennoch "die Gefahr, in einer zu schönen Welt zu leben".
Diese Reiseaufzeichnungen aus dem Jahre 1966 sind ein typischer Cioran - und dann doch wieder nicht; man entdeckt an ihm eine neue Seite, ich will mich nicht versteigen, sie "versöhnlicher" zu nennen, aber halt mit Einblicken in eine Welt, die "Glück" bereit halten könnte.
Für Cioran-Kenner ein "Muss", für die, die ihn kennen lernen wollen, ein schöner kleiner Einstieg.
Nur das etwas zu beflissene Nachwort hätte man sich sparen können; einem Kenner erhellt es nichts, einen Anfänger dürfte es nur verwirren.
Aber wesentlicher ist der Haupttext und - wie gesagt - die vorzügliche Gestaltung des Buches.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Cioran auf Ibiza 10. November 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Cioran auf Ibiza! Ist das ein Witz? Was treibt er dort? Man scheut sich, es als "Urlaub" zu bezeichnen - bei einem Manne, aus dessen Feder Werke wie "Gevierteilt" oder "Vom Nachteil, geboren zu sein" flossen.

So quält ihn also die Sonne, und in den vier Wochen im Sommer 1966, in denen er auf der balearischen Insel weilt, grübelt er abwechselnd darüber, dass er a) besser in Paris geblieben wäre, im "Norden", wie er das nennt, oder b) ihm das Mittelmeer eben doch Linderung verschafft, wenngleich die anderen braun werden, er aber bleich bleibt, denn am Strand ist er meistens nur nachts um drei.

Das kleine Tagebuch, das er in der Ortschaft Talamanca führt, beginnt, typisch Cioran, mit der Überlegung, am besten stürze er sich von den Klippen. Locker untergemischt sind theologische Gedanken, so dass es sich verbietet, den permanenten Flirt Ciorans mit dem Selbstmord als Neo-Nihilismus zu bezeichnen. Eine besondere Vorliebe hat der Sohn eines orthodoxen Priesters, hier und in seinen anderen Texten, für häretische und apokryphe Schriften, und so reflektiert er auf Ibiza über eine Jesus zugeschriebene frauenfeindliche Bemerkung aus dem Thomas-Evangelium. Auch Ciorans Skepsis gegenüber dem sog. "Fortschritt" kommt nicht zu kurz: Die Einheimischen waren glücklicher, als es auf Ibiza noch keine Touristen gab. Jetzt rackern sie sich ab, haben keine Ruhe mehr, aber "sie essen besser". Am 6. August, dem Jahrestag von Hiroshima, träumt Cioran vom Atomkrieg, und in sein Heft schreibt er: "Jeder Mensch, der einen Motor nur berührt, beweist, dass er ein Verdammter ist".

Alles in allem liegt also ein echter, typischer Cioran auf dem Büchertisch. So kennt und liebt man den Alten aus vielen Werken und so hätte er wohl auch am Nordpol geschrieben. Deshalb wirkt das von Verena v. d. Heyden-Rynsch geschriebene Nachwort gesucht. Dort wird mit großem Pathos der untaugliche Versuch unternommen, den Notizen, da sie auf einer spanischen Insel entstanden, eine Art "Hispanizität" in Ciorans Philosophie unterzulegen. Die mag es geben, jedoch ist das beileibe keine Besonderheit der "Aufzeichnungen aus Talamanca". Um Teresa v. Avila etwa kreiste Ciorans Denken schon, als er in den 30er Jahren noch in Rumänien war.
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