Kurzbeschreibung
»Damals beschloß ich, Georgien auf mich zu nehmen. Ich vergewisserte mich im Atlas, daß es Georgien wirklich gibt.« Der reisende Erzähler, begleitet von Giorgi und Giwi, Dolmetscher und Fahrer, bewegt sich durch das Georgien der »Freude, der Feste, der Gesänge und Tänze«, durch das Georgien der Kriege und Bürgerkriege, des Elends und Zerfalls. Den Zufällen der Reise folgend, erzählt er merkwürdige Geschichten von Tiflis, der Millionenmetropole im Dunkeln, die nachts von brennenden Autoreifen beleuchtet wird, von Bauern der menschen- und gottverlassenen Provinz, deren Regale gefüllt sind mit den Werken der Weltliteratur, von der nebulösen kaukasischen Herkunft seines eigenen Ururgroßvaters, vom allgegenwärtigen Stalin, dem berühmtesten und berüchtigsten Georgier.
Clemens Eichs letztes Buch, ist die literarische Gestaltung eines »strahlend finsteren Traums«, eines »erfundenen Landes«, das es doch wirklich gibt, aber ganz unwirklich ist, das, voller Widersprüche, Absurditäten, Unentschiedenheiten, kein festes Bild erlaubt. In einem eindringlichen Erzählen, einer Mischung aus Beobachtungen, Assoziationen, tagebuchartigen Notizen wird ein »kaukasischer Teppich« geknüpft, der dem Leser das Land kunstvoll in Sprache verwandelt.
Über den Autor
Clemens Eich wurde 1954 in Rosenheim am Inn geboren. Nach der Schauspielschule in Zürich hatte er Engagements in Landshut, Frankfurt am Main und Wien. 1980 erhielt er den Förderpreis der Stadt Mannheim für den Gedichtband
Aufstehn und gehn (Collection S. Fischer), 1984 entstand das Theaterstück
So, 1987 publizierte er den Prosaband
Zwanzig nach drei (Collection S. Fischer). Für den Roman
Das Steinerne Meer (S. Fischer, 1995) wurde ihm 1996 der Hamburger Mara-Cassens-Preis zuerkannt. Clemens Eich starb am 22. Februar 1998.