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Auftauchen, um Luft zu holen [Taschenbuch]

George Orwell , Helmut M. Braem
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 7 (26. Februar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257208049
  • ISBN-13: 978-3257208047
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 64.643 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

George Orwell, eigtl. Eric Arthur Blair, wurde am 25. Juni 1903 in Bengalen, Nordostindien, geboren. In England besuchte er als armer Stipendiat eine Eliteschule. Er diente fünf Jahre in Burma bei der Indian Imperial Police, dann kündigte er, weil er »auf keinen Fall länger einem Imperialismus dienen konnte«, den er als »ziemlich großen Volksbetrug durchschaut hatte«. Er gesellte sich als Tellerwäscher, Hilfslehrer, Hopfenpflücker und als Buch- und Gemischtwarenhändler zum Proletariat, dessen Leben er in Reportagen und Büchern beschrieb. Zur entscheidenden Erfahrung, die in seine Negativutopien ›Farm der Tiere‹ und ›1984‹ und in die meisterhaften Essays einging, wurde sein Engagement in der kommunistischen Miliz im Spanischen Bürgerkrieg, in dem er schwer verwundet wurde. Danach arbeitete Orwell in London für die BBC, das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte er als Korrespondent des ›Observer‹ in Deutschland und Frankreich. Orwell starb am 21. Januar 1950 in London.

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5.0 von 5 Sternen Damals war es immer Sommer. 14. Dezember 2013
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
„Der Gedanke kam mir eigentlich erst an dem Tag, als ich mein künstliches Gebiss erhielt.“

George Bowling, gerade einmal 45 Jahre alt, ist bereits in der Kommentierung seines Lebens gefangen, das er für gescheitert hält. Die Gegenwart ist ihm, der ein kleinbürgerliches Pendlerleben mit ungeliebter Ehefrau, zwei Kindern und nicht abbezahltem Pappreihenhäuschen als unbedeutender Angestellter einer großen Versicherung in London führt, nahezu unerträglich geworden. Diesem Mann ist es, im Grunde seit langer Zeit, latent unbehaglich zumute. Mit seiner äußeren Erscheinung ist er unzufrieden. Das falsche Gebiss ist ihm nicht geheuer, außerdem ist er, der lange Zeit ein schlaksiger, hochaufgeschossener Junge war, plötzlich, „über Nacht“ zu dick geworden. Etwas, was Bowling immer wieder in widerwilliges Erstaunen versetzt. Die Zukunftsaussichten im Jahr 1939 sind düster. Als Veteran des 1. Weltkrieges weiß er, was er von Kriegen zu halten hat: nichts. Gar nichts. Er sieht das so: „Der Krieg ging seltsam mit den Menschen um. Und seltsamer noch als die Art, wie er sie umbrachte, war manchmal die Art, wie er sie weiterleben ließ.“ Auch über seine Ehe und die Ehe im Allgemeinen hat er keine Illusionen: „Wenn eine Frau umgebracht wurde, ist stets ihr Ehemann der zuerst Verdächtigte – was immerhin bezeichnend ist für die Art, wie die Menschen in Wirklichkeit über die Ehe denken. Mit der Zeit gewöhnt man sich an alles. Nach ein paar Jahren dachte ich nicht mehr an Mord …“

Menschen wie George Bowling gab und gibt es tatsächlich, vermutlich nicht einmal zu knapp. Er aber hat die Ehre und das Pech, ein Geschöpf George Orwells zu sein.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Persönlicher Roman von George Orwell 5. März 2013
Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der britische Schriftsteller George Orwell (eigentlich Eric Arthur Blair, 1903-1950) ist vor allem durch seine beiden Romane „Farm der Tiere“ (1945) und „1984“ (1949) weltweit bekannt geworden.

Orwell, der am Spanischen Bürgerkrieg teilgenommen hatte, reiste im Herbst 1938 mit seiner Frau Eileen nach Marokko. Hier arbeitete er intensiv an seinem neuen Roman „Coming Up for Air“ („Auftauchen, um Luft zu holen“). Während sich über Europa schon die Schatten eines neuen Weltkrieges zeigten, beschreibt Orwell hier den Alltag eines englischen Dorfes vor dem ersten Weltkrieg.

Der kleine Versicherungsvertreter George Bowling ist ein älterer, übergewichtiger Mann und wird daher auch „Fatty“ Bowling genannt. Mit seiner stets nörgelnden Frau Hilda wohnt er in einem Vorstadthäuschen. Bowling lebt aber in der Vergangenheit, mit seinen Erinnerungen möchte er dem tristen Alltag entfliehen.

Da fasst Bowling den Plan, sich eine kurze Auszeit zu nehmen und für ein paar Tage die Kleinstadt „Lower Binfield“ aufzusuchen, wo er seine Kindheit verbracht hat. Heimlich trifft er die notwendigen Vorbereitungen, ohne seiner Frau davon etwas zu sagen. Als er schließlich sein Vorhaben in die Tat umsetzt (Hilda vermutet eine andere Frau dahinter), muss Bowling enttäuscht feststellen, dass er seinen Geburtsort, ja sich selbst nicht mehr kennt. „Lower Binfield“ ist längst durch Fabriken und Mietshäuser entstellt.

Der Roman ist über weite Strecken eine Hommage an die Idylle Südenglands, doch die Schrecken des bevorstehenden Krieges sind schon spürbar. Es scheint so, als wollte Bowling noch einmal die Schönheit der Landschaft erleben, ehe sie von Bomben entstellt wird.
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11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orwells bester Roman 27. Januar 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Von Orwell kennen die meisten Leser nur politische Bücher wie "Farm der Tiere" oder
"1984". Daher war ich skeptisch, als mein Lieblingsbuchberater mir eines von seinen Büchern empfahl. Aber dieses Buch ist anders und auch weitaus besser. Der Inhalt: Ein Mann hat, geheimgehalten vor seiner Frau und Kindern, eine kleine Summe zurückgelegt. An dem Tag, an dem er sein Gebiss bekommt, nutzt er die Gelegenheit, um in seine Heimatstadt zu fahren und zu versuchen, seine Kindheitserinnerungen wiederzuerleben. Obwohl das Buch unterhaltsam und ohne Anstrengungen gut lesbar ist, ist es sehr tiefgründig und anspruchsvoll. Es wird insbesondere Leser ab 30 Jahren beeindrucken. Eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe.
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0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Coming Up for Air 10. August 2003
Von zueribueb TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Von Orwells Roman aus dem Jahr 1939 finde ich den Anfang und das Ende sehr interessant, beim Mittelteil langweilte ich mich dagegen sehr. Der Ich-Erzähler, der sich am Vorabend des 2. Weltkriegs in einer Midlife-Crisis befindet, seziert genau und illusionslos sein ödes und liebloses Leben als Vertreter, Ehemann und Familienvater, und breitet ungeschminkt seine Schwächen aus. Dann driftet er in seinen Gedanken in seine Vergangenheit in einem englischen Provinzkaff ab und schildert sehr ausführlich und langfädig seine Erlebnisse als Jugendlicher sowie die gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen auf dem Lande in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhunderts. Insbesondere berichtet er von seinen damaligen Hobbys, dem Angeln und dem Lesen. Schliesslich bricht er aus und setzt sich mit heimlich gespartem Geld in seine Heimatstadt ab. Dabei erkennt er, dass die Vergangenheit nicht mehr existiert und auch nicht mehr zum Leben erweckt werden kann. Der Titel "Coming Up for Air", welcher auf auftauchende Schildkröten anspielt, ist eine Metapher für einen Ausbruch aus dem alltäglichen Trott. Aber schliesslich gibt es keine Flucht aus dem angestammten Leben und es erfolgt wieder das Abtauchen.
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