Diesmal versucht sich Abnett an Space Marines, genauer gesagt den Lunar Wolves.
Das Ergebnis ist etwas ungewöhnlich, da seine Space Marines sehr menschlich, recht nahbar und durchaus symphatisch sind (wie meistens bei Abnetts Charakteren). Das Buch setzt kurz nach der Ernennung von Horus zum Kriegsmeister ein, womit er Stellvertreter des Imperators in militärischen Fragen ist. Der Imperator selbst hat sich nach Terra zurückgezogen.
Es werden mehrere Operationen der Lunar Wolves geschildert, wobei allerdings der spätere Verrat noch keine Rolle spielt.
Hauptsächlich wird die Geschichte aus sich von Captain Garviel Loken, des Kommandanten der 10. Kompanie der Luna Wolves, erzählt. Zwischenzeitlich wechselt die Sicht zu einer Einheit der Emperor's Children. Aber auch normale Menschen kommen zum Zug, so die sogenannten Iteratoren (Propagandisten) und Memoratoren (zivile Kriegsberichterstatter).
Neben Horus tauchen die Primarchen Sanguinius von den Blood Angels und Rogal Dorn von den Imperial Fists auf.
Interessant fand ich vor allem die imperiale Doktrin. Denn zu seinen Lebzeiten hatte der Imperator die Verherrlichung seiner Person verboten, das Imperium ist stolz auf seine säkulare Philosophie. Religion wird als primitv erachtet und bekämpft. Trotzdem ist das Imperium totalitär, denn jegliche von Menschen bewohnte Welt ist einzugliedern (wenn möglich aber gewaltlos) und Xenos sind natürlich zu vernichten.
Das Imperium im gewohnten 41. Jahrtausend ist hingegen fundamentalistisch und scheint Gewalt grundsätzlich als Lösung vorzuziehen. Auch der Erzfeind des 41. Jahrtausends ist praktisch unbekannt, das Chaos. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als erlebe ich eine für Warhammer 40.000-Verhältnisse fast schon glücklichen Zeit.
Alles in allem ein gutes Buch und eine echte Empfehlung.