Was hier geboten wird, liegt jenseits von Hamburger Schrammelmusik, zum Glück.
Bin ich doch seit dem aktuellen Tomte/Kettcar Album schon lange kein Freund mehr leicht verträglicher, seichter Gitarrenmusik mit gekünstelten Texten.
By the way: Das Trio Sport um den Kantegitarristen Felix Müller (auch Boy Division) gilt ja seit Jahren als eine der "aufregendsten (quasi) ungesignten Bands" im Untergrund. Laut Aussagen der Band selbst ist dies zweite Album weitaus lauter und rockiger ausgefallen als das letzte.
Und das ist wahr. Die haben sich was einfallen lassen: Sport machen nun griffige, teils brachiale Songs; die harten Stellen immer genau richtig platziert. Messbar in erster Linie an der Härte des Schlagzeugs und des Basses, so dass man locker von einer Mischung aus 40 Kante, 40 QOTSA (richtig gelesen!) und 20 Surrogat ausgehen kann.
Felix Müller als Songschreiber der Band trägt dazu bei, dass die Texte nicht flach sind und Belangloses beinhalten, sondern komplexer sind und u.a. vom "Band-Sein" handeln. Auffällig ist, dass fast jedes Stück einmalig gut ist bzw. ihr Sound einfach "fett" ist. Als Gesamtwerk wirkt die Platte schlüssig und vielseitg, insbesondere auch vom Musikalischen her. Dürfte daran liegen, dass Felix Müller das Album selbst produziert hat, Mastering vom Herr von Rautenkranz.
Neben dem Sterne, Klez.e und dem neuen Kantealbum, sicherlich ein Highlight im Jahr 2006.