Mit Deichkind konnte ich nie was anfangen - doch dann die Überraschung 2002 mit "limit". Mensch, die Deutschrapper bekommen doch tatsächlich einen coolen Beat hin! Leider war das dazugehörige Album für meine Ohren noch nicht genießbar. Das ändert sich nun mit "Aufstand im Schlaraffenland". Die Single Remmidemmi zeichnet sich durch satten Beat und dreckigen Bass aus, wie es sich für ein ordentliches Discoscheibchen gehört. Dazu dann ein genial blöder Text, der einem sofort gute Laune macht. Die Stimmen sind sicherlich Gewöhnungssache, doch mich hat die Mischung sofort vom Hocker gerissen. In dieser Machart, wenn auch nicht mit gar so amüsanten Texten warten auch "Papillion" und "Krieg" auf. "Voodoo" und "Show'n'Shine" fallen dagegen durch ihre ruhigeren, aber sehr effektvollen Electrobeats auf. Textlich ist "Show'n'Shine" wieder ein Trash-Highlight. Punkig geht es dann auf "Ich betäube mich" zur Sache, worauf Gastsängerin Sarah Walker zu hören ist. Mir zwar unbekannt, aber die Frau macht ihre Sache sehr gut. Das Lied ist einfach schrill. Aber auch die leisen Töne sind mit "Silberweidenpark" vertreten - etwas zum Chillen für zwischendurch. Absolut zu empfehlen und wohl am ehesten noch in Richtung HipHop einzusortieren ist "Prost" mit das Bo - witziger Text und fetter Beat = absolute Partylaune.
Insgesamt steckt dieses Album voller abwechslungsreicher Highlights. Für mich sind außer "Jüjük" keine Schwächen drauf und man kann die Scheibe gut von vorn bis hinten durchlaufen lassen. Leuten, die keinen Humor haben und nicht auf elektronische Musik abfahren, sei allerdings abgeraten. Alle anderen sollten sich diese geniale Mischung unbedingt mal anhören. Deichkind hat sich in die richtige Richtung entwickelt und hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei ab. Das passt in keine Schublade, das poppt!