Meiner Ansicht nach zählt "Animal Farm" nach den Disney-Werken zu den besten Nicht-Disney-Zeichentrickfilmen, die es gibt. Die Zeichnungen können definitiv mit denen von Disney mithalten, sie verlaufen ebenso fließend und sind überzeugend. Die Farben sind dabei nicht zu bunt, sondern angenehm und unaufdringlich. Jüngere Kinder sollten allerdings die Finger davon lassen, denn einige Szenen sind recht brutal und unter Umständen furchteinflößend. Ab 6 ist jedoch angebracht. Die Tiere der Farm (alles vom Küken über Schweine bis zu einem Pferd, jedes mit eigenem Charkakter) versammeln sich im Stall zu einem Meeting, in dem deutlich wird, dass sie sich nicht mehr mit der präsenten Situation abfinden wollen. Am darauf folgenden Tag finden sie ihre Futtertroge leer und beschließen ein anderes Gebäude zu stürmen, in dem sich das Futter befindet. Dort bedienen sie sich eine Weile bis Mister Jones den Einbruch bemerkt. Jones ist, wie die Tiere hervorragend gezeichnet und sein Alkoholismus in seinem Gesicht unheimlich real dargestellt. Doch als er die Tiere beim Fressen erwischt, greift er seine Peitsche und öffnet das Tor - es folgt eine der gruseligstsen Bilder des Films als er hereinkommt und quasi von unten gefilmt dargestellt wird, er also noch größer wirkt und mit wütend-rasendem Blick bereit ist, seine Peitsche zu schwingen, doch diesmal greifen die Tiere an und vertreiben ihn.
Die Tiere singen während des Films gerne ein Lied, das, unter Berücksichtigung, dass die Geschichte eine Satire auf die kommunistische Revolution in Russland darstellt, tatsächlich auf eine besondere Weise das urtypisch russische Moll erklingen lässt und wie eine Hymne anmutet. Und überhaupt ist die Filmmusik von Matyas Seiber genial und optimal zu jeder Szene passend. Sie ist nie kindlich oder romantisch, sondern bereits sehr modern.
Zu den für jüngere Zuschauer ebenfalls ungeeigneten Szenen zählen Schwein Napoleon, wie er stets mit einer Art heiserem Rufen seine Leibwächter und Soldaten in Form von aggressiven Hunden zu sich kommandiert, um das Schwein Schneeball zu töten, da dieser gerade dabei war, eine Konkurrenz für Napoleon darzustellen. Den Tötungsakt selbst sieht man zwar nicht, aber die Verfolgung Schneeballs und man hört den Todesschrei. Außerdem ist sicher der brutale Kampf der Menschen gegen die Tiere nicht jederkinds Sache. Ansonsten bereitet es Freude, den Tieren zu zusehen, wie sie, als wären sie Menschen, für sich sorgen, eine Mühle bauen Handel betreiben.
Extras gibt es auf dieser DVD nicht, dafür Sprache und Untertitel in Deutsch und Englisch.