Während der Nürnberger Spielwarenmesse wird in den Felsengängen ein US-amerikanischer Spieleerfinder und -produzent aus Frankenmuth ermordet. Das Ermittlerteam der Nürnberger Mordkommission hat alle Hände voll zu tun, dem Täter auf die Spur zu kommen. Nach und nach kristallisieren sich immer mehr Verdächtige heraus, die ein zwingendes Motiv für die Tat haben könnten.
Lena Bloom hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Die Krimihandlung ist bis zum Schluss logisch und überzeugend und kommt ohne brutale Effekthascherei aus. Sorgfältig und mit viel Humor werden die Protagonisten herausgearbeitet, was erheblich zum Lesevergnügen beiträgt. Aber besonders haben mich wieder einmal die Schilderungen der Örtlichkeiten fasziniert, denn das ist die ganz große Stärke der Autorin. Sie liefert keine platten Beschreibungen, sondern inszeniert die jeweiligen Orte. Sie werden eng mit der Krimihandlung verzahnt und spiegeln sich in den Empfindungen der Protagonisten wider. Ganz toll ist die Szene im Bordell, und über den Dietfurter Chinesenfasching habe ich Tränen gelacht. Auch die Szenen auf dem Gelände der Spielwarenmesse sind mit geistreichen und witzigen Sentenzen gespickt. Obwohl ich keinen Zutritt zur Messe habe, kann ich mir nun eine klare Vorstellung davon machen, was dort abläuft.
Ganz besonders berührt haben mich die Kapitel, die in Frankenmuth spielen. Exemplarisch wird aufgezeigt, aus welchen Motiven Menschen im 18. und 19. Jahrhundert Deutschland verließen und in andere Länder auswanderten. Gerade Frankenmuth ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Menschen in den gegenwärtigen Zeiten der Globalisierung wieder an ihre Wurzeln erinnern und sich mit ihrer eigenen Herkunft auseinandersetzen. Mal sehen, vielleicht schau ich mir Frankenmuth selbst an.
Mein Fazit: Aufs Spiel setzen ist absolut lesenswert auch für jemanden, den die Spielwarenmesse nicht interessiert oder der mit Krimis nichts am Hut hat.