ZUSAMMENFASSUNG
Positiv:
- Sehr gute Leistungsdaten von Board und CPU
Negativ
- Magere Onboard Grafik
- Unzureichende Anleitungen
DETAILS
Lieferung/Verpackung:
Das Kit wird in einem einfachen unbedruckten Karton geliefert, die Lieferung erfolgte sehr schnell. Neben dem zusammenmontierten Aufrüstkit, der gepolsterten Anschlussblende, 2 Zusatzkarten für weitere USB und Firewire-Anschlüsse und einigen Kabeln (IDE Flachbandkabel + 2 einrastbare (!) SATA-Kabel) findet man 2 Treiber- und Utility-CDs sowie eine Mini-CD, das ASUS-Board-Manual in englisch sowie eine handkopierte und zusammengeheftete Installationsanleitung in deutsch.
Das Board hat insgesamt 6 SATA-Anschlusse, einen IDE-Anschluss, 4 fest verdrahtete USB Ports, keinen FDD-Anschluss, und ansonsten alles was man zum Anschluss von Lüftern usw. benötigt. Es verfügt ausser dem Steckfeld für eine externe Grafikkarte nur über ein Steckfeld für weitere PCI-Karten.
Anschlüsse für parallele und serielle Anschlüsse liegen leider nicht bei, die muss man separat bestellen, s.u.
Der Einbau:
Der Hardware Einbau gestaltet sich eigentlich problemlos, solange die Anschlusskabel des PC-Gehäuses ordentlich beschriftet sind. Alles passt wo es hin soll. Das Board hat für alles was man braucht Anschlüsse, auch für den Chassis-Lüfter sowie einen weiteren optionalen Power-Lüfter.
Ein Diskettenlaufwerk kann nicht angeschlossen werden, der Anschluss ist in der zusammenkopierten Anleitung zwar schön beschrieben, allein es fehlt der interne FDD-Anschluss am Board ;)
Da keine Anschlusskabel/Slotbleche für serielle und parallele Anschlüsse beiliegen, habe ich mir diese noch bei Conrad nachbestellt. Einbau leider Fehlanzeige, da die Anschlüsse am Board so ungünstig liegen, dass ein normales 25cm Kabel zu kurz ist! Also achtet auf ausreichende Kabellängen - 60cm passt.
Die Installation:
Hier wird der Anwender leider ziemlich allein gelassen. Welche CDs sich für welche Betriebssystem-Installation eignen, muss man irgendwie selber herausfinden, aus der Aufschrift der CDs geht das nicht hervor. Die Mini-CD (Get Started) kann man sich getrost ersparen (es sei denn man ist auf das AVG-Antivirenkit scharf) die installiert ausser dem AVG-Antivirus nur ein unnötiges AMD-Werbepaneel.
Eine normale Windows-Installation sollte dennoch relativ problemlos gelingen. Ich wollte jedoch ein Hardware-RAID-1 installieren. Es liegt zwar als Utility RAIDXpert bei (auch mit PDF-Manual), aber eine vollständige RAID-Installation findet sich leider nirgends beschrieben, das musste ich mir irgendwie mit Trial + Error und studieren im Internet selber herausdoktern. Auch das Raid ROM-Utility, welches man nach den entsprechenden Einstellungen im BIOS betritt, ist nirgends dokumentiert (habe ich auch nicht auf der ASUS-Seite gefunden). Nach Einrichtung des RAID im BIOS und ROM-Utility meldet die Windows-7-Installation dann erstmal eine nummerische (!) Fehlermeldung, weil sie kein Laufwerk mehr findet. Wenn man weiss, dass man hier über "weitere Einstellungen" das logische Raid-Laufwerk erstmal formatieren muss, kommt man weiter. Aber Windows oder die Manuals verraten einem das nicht.
Das Board hat 5 interne und 1 externen SATA-Anschluss. Bei RAID-Einrichtung empfielt es sich nur die Anschlusse 1-4 im BIOS als RAID, die Anschlüsse 5-6 als IDE zu definieren (so aber nirgends beschrieben). Hat man dann alle Hürden gemeistert und Windows endlich zum laufen gebracht, vermisst man dort erstmal die an SATA-3 zusätzlich eingesteckte Platte. Das RAID ist da - aber falls was an SATA-3 steckt, scheint es verschwunden zu sein. Wenn man weis wie, kann man diese scheinbar verschwundene Platte aber wieder in der Festplattenverwaltung von Windows finden und aktivieren.
*Schweiss abwisch* - geschafft! Aber mit einer ordentlichen Anleitung zur RAID-Installation hätte man dem unbedarften Anwender eine Menge Zeit und Nerven gespart.
System im Betrieb:
(Fast) alles läuft wunderbar - ausser Neustart. Mein PC fährt dann runter, der Bildschirm wird schwarz aber alle Lüfter laufen weiter und es erfolgt kein Neustart. In den Internetforen findet sich auch kein vernünftiger Workaround, Neuinstallation half auch nichts - der Lieferant konnte nur Austausch des Mainboards anbieten, da es sich um einen Hardware-Fehler handeln könnte. Aber jetzt nachdem eigentlich alles läuft, alles wieder ausbauen, Boards tagelang hin- und hersenden, um dann alles mit ungewissem Ausgang wieder neu zusammenzubasteln? (Nee... liebe Leute, ich hab genug Zeit beim herumbasteln verloren und will endlich arbeiten !). Dann muss man das System halt immer normal herunterfahren und neu starten.
Die Selbstbewertung des Systems ergibt auf einer Skala von 1 - 7,5 für
- Prozessor und RAM : 7,5 (also Höchstwerte)
- Grafik: Nur 4,5
Die Prozessor- und Board-Werte sind also exzellent umd bestätigen sich so auch im Betrieb.
Die Werte der Onboard-Grafikkarte sind lausig.
Und das ist auch meinen grösster Kritikpunkt: In der Amazon-Verkaufsanzeige heisst es: "1024MB ATI Radeon HD 4250 Grafik mit HDMI DVI und VGA Ausgang" (nirgends wird darauf hingewiesen dass es sich nur um shared Memory handelt). Wie man da auf 1 GB kommt, ist mir schleierhaft - an echtem physischem onsite Memory stehen lediglich 384 MB zur Verfügung, an Hyperthreading-Memory (also shared-was die Grafikkarte vom PC-Ram abzweigt) werden maximal etwas über 3 GB angezeigt. Wer also 1024 MB echtes Memory erwartet, wird herbe enttäuscht. Watum schreibt man in der Verkaufsanzeige nicht ehrlich, dass es sich um SHARED Memory handelt?
Für Office-Anwendungen reicht die interne Grafikkarte sicher aus. Für leistungshungrige 3D-Anwendungen ist sie schlicht nicht zu gebrauchen.
Ich habe dem System daraufhin eine NVIDIA-260GTX spendiert (welche die interne Grafikkarte dann lahmgelegt) und damit auch sehr perfomante 3D-Leistungsdaten erreicht (Systemselbstbewertung 7,2). Dass sich bei Einbau einer externen Grafikkarte die interne von selbst deaktiviert, ist aber auch nirgends dokumentiert.
Die Geräusche des Lüfters sind im Normabetrieb ok und nicht weiter störend.
Fazit:
Insgesamt bin ich mit dem Board zufrieden und würde es auch weiter empfehlen - aber die nach meinem Empfinden falsche Auszeichnung der internen Grafikkarte hat mich doch geärgert. Ausserdem könnte die Anleitung insgesamt besser sein. Deshalb für irreführende Grafikkartenbezeichnung und nicht ausreichende Manuals leider 2 Punktabzüge.