Das eigentliche Problem an Samplern ist doch das, das sie nunmal keine Mix-Kassetten sind, die man in mühevoller Kleinarbeit erstellt hat. Deshalb sind meistens auch 50% solcher Sampler nicht sonderlich interessant.
An Silbermond, Mia und Klee gibt's in dem Bereich nichts zu rütteln! Wer kein Bock auf diese Musik hat, muss die Finger von der Doppel-CD mit 40 Liedern lassen. 2raumwohnung, Spillsbury und Klee sind zu Recht da und gekannt. Ewige Helden wie Tocotronic und Die Sterne muten etwas unbeholfen an auf dem Sampler und man weiß nicht genau, ob die wissen, dass die auf so einem Sampler gelandet sind. Überhaupt wer sich diesen Sampler kauft, hat wahrscheinlich einen Großteil im Vollformat zu Hause im Plattenregal stehen.
Vom "meistens" zum "konkret" muss man festhalten, dass den Charme des Samplers die Bands ausmachen, die man hier kennenlernt, und von denen man nie zuvor was gehört hat!
Wo Zyx diesen Haufen ausgegraben hat, der den Epigonen wie Angelika Express und Joachim Deutschland, sowie Cluseo in nichts nachsteht und sich nicht hinter den "Großen" verstecken muss, ist hier die eigentliche Frage. Nur weshalb zum Teufel hat man bisher nie von denen gehört.
Und deshalb beginnt die CD ab Track 11 auf CD 1 so richtig interessant zu werden. Zuhause!? Nie gehört und trotzdem ist kein qualitativer Sprung von Schrottgrenze zu hören."Willkommen zu Hause". Bei Tobias Biedert besteht genausowenig die Gefahr nicht weiter hören zu wollen, wie bei den Logonauten, deren "Letztes Jahr August" einer der Hinhörer - weil eben nie gehört - auf der CD 1 ist. Ein bisschen ruhiger geht's mit Tommy Finke weiter, dessen "1000 Meilen" ebenso gut klingt wie der Text astrein ist. Und dazwischen tauchen dann J. Deutschland und Clueso auf.
CD 2 ist mehr Elektro und klingt einfach mehr nach Pop. Prinzipiell ist es dasselbe, richtig interessant sind die Sachen, die man neben den gestandenen Künstlern zum ersten Mal hört. Ab der Hälfte wird es dann auch hier wieder rockiger ohne dass die Lieder nicht jeweils einen speziellen Synthi-Sound hätten. "Kein Would im If Satz", von Grätenkinder, "Sie liebt Hip-Hop" oder "Fett" von Nachlader, die ja glücklicherweise wenigstens von Kuttner gepusht werden, machen echt Bock drauf einen Langspieler von diesen zu erwerben, weil wie oben gesagt, endlich neu.
Wer also Bock hat neuen Rockpop, bei dem er die Texte mitnehmen kann, zu hören ohne dazu Ewigkeiten im Internet zu verbringen und sich planlos neue Sachen zu suchen, der ist mit diesem Sampler ordentlich bedient.
Schön wenn eine Idee funktioniert und jetzt kaufen, Marsch, Marsch!