Das Bild des Motors spielt in diesem Trainingsmaterial eine ganz besondere Rolle. Kindern wird hier sehr anschaulich vermittelt, dass es bestimmter Zeiten bedarf, in denen man seine Lebensenergie auf ganz unterschiedliche Weise nutzt. Sie lernen Entspannung und Konzentration, Schnelligkeit und Bedachtsamkeit genauso kennen wie auch den zweiten wichtigen Aspekt dieser Publikation: mit wirklich allen Sinnen sich den diversen Herausforderungen des Alltags stellen.
Damit ist das AKO-Training ("Aufmerksam? Konzentriert? - Okay!") aber nicht ein speziell nur für sogenannte ADS- und ADHS-Kinder angelegt. Vielmehr lässt sich das vielseitig angelegte Material hervorragend auch für andere Förderbedarfe von Kindern nutzen. Und man kann davon ausgehen, dass selbst in gewöhnlichen Grundschulklassen alle Schülerinnen und Schüler von dem Training profitieren werden. Die Autorin Manon Condori orientiert sich dabei auch an dem Marburger Konzentrationstraining (nach Dieter Krowatschek) und dem Alert-Programm (nach Williams und Shellenberger). Sie fügt hierbei das Konzept der "Sensomotorischen Präferenzen" hinzu, bei dem erkenntlich wird, für welche Sinnesbereiche Kinder besonders ansprechbar sind und welche motorischen Aktivitäten sie damit verbinden.
Das Training selbst bezieht sich auf eine Gruppengröße von ca. 10 Kindern, die im Alter zwischen ca. 8 und 14 Jahren liegen, und kann während eines gesamten Schuljahres durchgeführt werden. In vier Phasen werden die Kinder und Jugendlichen zu mehr Konzentration und Aufmerksamkeit hin begleitet, wobei zunächst die Gruppenphase ("Wir sind die AKO-KIDS") im Vordergrund steht, ehe das "Motorenbild" und der Transfer in den Schulalltag besonders thematisiert wird. Dynamische Spiele, Einschätzen des "Aktivitätsniveaus", Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die Reflexion des persönlichen Verhaltens stehen in den einzelnen Trainingseinheiten an.
Für die sensomotorischen Präferenzen: Bewegung (vestibuläre und kinästhetische Reizaufnahme), Fühlen (taktile und kinästhetische Sinnesreize), Essen und Mundbewegungen (gustatorischer, taktiler und kinästhetischer Sinnesbereich), Sehen (visueller Input) und Hören (auditive Wahrnehmung) hat Manon Condori ein äußerst ansprechendes Potpourri an Übungen, Spielen und Aktionen zusammengestellt und mit wirklcih vortrefflichen Vorgaben und Arbeitsmaterialien versehen. Ob nun auf das Individuum bezogene Einheiten oder eher gruppenbezogene Übungen: man merkt der Förderschullehrerin und Reitpädagogin Manon Condori an, dass sie nah an den Kindern ist. Sie möchte Schülerinnen und Shcüler tatsächlich wirkungsvoll unterstützen und setzt hierbei diverse verhaltenstherapeutische, gruppendynamische, kreativ-gestalterische, motopädagogische und entspannungsbezogene Elemente ein. Fotos aus dem Trainingsalltag veranschaulichen die gut gegliederten Textpassagen. Die markant gezeichneten Strukturzeichen lassen einen schnell erkennen, für welchen Bereich welche Einheit gedacht ist. Das fachlich sauber herausgearbeitete Manual unterstützt die Praktiker/-innen auf sehr ansprechende Weise. Es ist zu wünschen, dass gerade das Motordrehzahl-Bild weite Verbreitung bei Kindern, Eltern und Lehrern/-innen findet - und man sich hierbei nicht nur auf die "unkonzentrierten jungen Menschen" fixiert, sondern selbst reflektiert, welche Anspannungs- und Erregungsniveau man gerade hat. Die gute Ausarbeitung des Konzepts, die flexiblen Einsatzmöglichkeiten und der variable Praxisbezug machen das Training zu einem wertvollen Hilfsinstrument, damit die "Motoren in den Schulen und Kinderzimmern" wieder hilfreiche Drehzahlmomente finden! Mögen Schulen, Beratungs- und Therapieeinrichtungen sich mit dem Konzept vertraut machen, damit sich schließlich alle Beteiligten "OKAY!" fühlen!