Diese Essay Sammlung widmet sich dem Lebenswerk von Karlheinz Deschner. Deschner ist einer der wichtigsten Kirchenkritiker des letzten Jahrhunderts und seine Mehrbändige "Kriminalgeschichte" des Christentums ist schon beinahe legendär. Natürlich ist er (wie sollte er es auch bei diesem Thema nicht sein) in Kirchenkreisen als Antichrist verhasst.
Im Buch kommen verschiedene Autoren zu Wort. Michael Schmidt-Salomon würdigt in einer Kurzbiographie das vielschichtige Lebenswerk. Deschners langjähriger Lektor plaudert aus dem Nähkästchen. Das Buch ist jedoch keine Sammlung von Lobhudeleien, sondern es lässt auch Platz für kritische Stimmen. So wird auf der einen Seite der Historiker Deschner kritisch hinterfragt, auf der anderen Seite werden die Deschnerschen Aphorismen unter die Lupe genommen.
Es finden sich auch einige Kleinodien wieder, die aus heutiger Zeit ziemlich peinlich für die betroffenen (meist die Kirchen) aussehen. So ein Faksimile eines bischöflichen Briefes, in dem Deschner exkommuniziert wird, weil er es gewagt hatte, eine geschiedene Frau zu heiraten (und sich auch durch priesterliche Drohungen, diese Verbindung wieder zu lösen, nicht beeindrucken ließ). Dieser bischöfliche Brief in seiner schonungslos menschenverachtenden Scheinheiligkeit sagt fast schon mehr über die Perversion der angeblichen Liebesreligion aus, als es so manche Deschner Buch tun könnte.
Oft hat man Deschner Einseitigkeit vorgeworfen, indem er nur die Schattenseiten des Christentums auflistet, und die guten Seiten übergeht. Seine Begründung hierfür ist einfach: Über die guten Seiten mag der geneigte Leser bereits Millionen Schriften in allen Bibliotheken dieser Welt finden. Die Schattenseite wurden bislang eher tot geschwiegen, und genau hier sieht er seine Aufgabe. Die andere Seite der "Religion der Liebe" aufzudecken.
Fazit: Wer schon immer wissen wollte, wer eigentlich Karlheinz Deschner ist, und wie es zu seinem nun mehr als 50 Jahre dauernden aufklärerischen Werk kam, der liegt hier richtig. Die Giordano Bruno Stiftung verleiht dieses Jahr übrigens erstmals den Karlheinz Deschner Preis ... an Richard Dawkins.