In den 70er Jahren gab es ein Rundfunk-Hörspiel von Dieter Hasselblatt (er war selbst Leiter der Hörspielabteilung beim BR und ein großer Fan und Förderer der Science Fiction), das hieß "Modelle Kirke, Kleistbär, Heisenberg usw.". Darin ging es um ein Experiment, wo ein Proband in einer virtuellen Welt mit allerlei nichtmenschlichen Intelligenzen konfrontiert wird. Das Hörspiel hatte die Form eines Krimis, in dem ein Kommissar aufklären muss, warum eine Testperson bei dem Experiment umgekommen ist.
Dieter Hasselblatt hatte die Idee dieses Hörspiels aufgegriffen und daraus einen mindestens ebenso spannenden Roman gemacht. Das Erscheinen war für 1997 geplant, aber im selben Jahr ist Hasselblatt gestorben und das Projekt lag auf Eis. Erst jetzt ist das Buch doch noch erschienen.
Es geht darum, wie ein Mensch sich nichtmenschlicher Intelligenz gegenüber verhalten würde, also eine Trainingssituation, in der die Testperson Entscheidungen treffen muss, während sie künstlich erzeugtem Stress und Schmerzen ausgesetzt ist. Es geht aber auch um das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft und um das Thema "Glück" und seine Verwirklichung.
Es ist wirklich verblüffend, was Hasselblatt schon vor dreißig Jahren alles vorausgesehen hat. Für den Leser ein großes intelligentes Abenteuer, das kräftig zum Mitdenken herausfordert. Man kann es aber auch einfach nur als einen spannenden Science-Fiction-Krimi lesen.