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Aufhellungen: Roman [Gebundene Ausgabe]

Sabina Lorenz
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

März 2011
Sara trifft Toni nach Jahren wieder – beim Begräbnis der Frau, die sie beide als verwaiste Jugendliche aufgenommen hat. Die alte Vertrautheit und die alten Schwierigkeiten, die unbewältigten Ereignisse leben wieder auf. Und dann laufen ihnen noch zwei Achtjährige zu, der jähzornige Oliver und das Mädchen, das seinen Namen vergessen hat. Als sollten Sara und Toni sich in den Kindern spiegeln, beginnt das Spiel von neuem. Aber das alte Spiel ist noch nicht zu Ende gespielt. Und dann kommt noch Elvira aus Berlin dazu. Als Mittlerin? Sara hat einst Toni mit dem Holzscheit geschlagen, und mit ihm ihre erste sexuelle Begegnung gehabt. Auch Elvira ist in alten Verletzungen gefangen. Das kleine Mädchen Namenlos wird mißbraucht und traumatisiert von einem weißen Zauberer beim Winterfestival. Und der dicke Oliver, ohnmächtig seiner Wut ausgeliefert, versucht vor allem davonzulaufen. Sie streiten, gehen auseinander, nähern sich wieder an, gehen auseinander … Doch eine Wende kündigt sich an: Elviras Liebe für den kleinen Oliver hilft ihm über den Berg. Sara und Namenlos, nur Mißverständnissen erliegend, lernen sich durch das Spiel mit Gebärden verstehen. Und sind es am Ende die Kinder, die Elvira und Sara ihre Liebe zueinander entdecken lassen?

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 308 Seiten
  • Verlag: Kirchheim, München; Auflage: 1 (März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3874101169
  • ISBN-13: 978-3874101165
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 14,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.297.162 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Sabina Lorenz, geboren 1967 in München, hat Sozialpädagogik studiert und arbeitete seitdem in der Flüchtlingsarbeit, als Streetworkerin und im sozialen Dienst. Sie ist Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift "außer.dem".
Sie erhielt Preise und Auszeichnungen, u. a. 2002 den Uslarer Literaturpreis, das Stipendium des Literaturhauses Berlin 2004 und sie war 2007 Diessener Turmschreiberin. Bisher veröffentlichte sie in Anthologien und Zeitschriften.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Sara ist verwandelt. Sie ist weiß. Weiß hat keine Worte. Weiß ist nur da und still. „Warum sagst du nichts?“ Sara lächelt weiß. Sie dreht einen unsichtbaren Schlüssel vor ihrem Kehlkopf. Dabei bewegt sie die Lippen, ohne zu sprechen. Aus irgendeinem Grund hat jemand den Ton abgestellt. „Hast du deine Stimme eingesperrt?“ Sara lächelt. Das Mädchen hofft, ihr Lächeln würde vergehen wie eine weiße Wolke und nicht liegen bleiben wie weißes Eis. „Schlafen. Richtig schlafen, ich schlafe doch nicht falsch. Gut schlafen?“ Sie will diese ganze Weißheit nicht. Sara ist rot. Manchmal hellrot, manchmal orange, hin und wieder auch dunkelrot, aber weiß war sie noch nie, und das Kind versteht nicht, wie aus so viel Rot auf einmal Weiß werden kann. „Warum sagst du nichts!“ Sara runzelt die Stirn und zeigt ihre Handflächen. Das heißt: Punktausbastaschluss. Dann macht sie: Komm, aufstehen, essen. Was einfach zu verstehen ist. Das Mädchen rutscht vom Bett und öffnet die Tür. „Schau, es hat geschneit!“ Die weiße Frau nickt weißweich. Das Schweigen ist wie Wasser, in dem jedes Wort ertrinkt. Sie sieht Sara zu, die sich mit weißer Zahnpasta ihre weißen Zähne putzt und fragt und fragt sich, wie Sara sich innerhalb einmal Schlafens verfärben konnte. Als es noch nicht schneite, hat Sara noch gesprochen. Als es noch nicht schneite, hat Sara sie mit Worten erstochen. Doch wie kann der Schnee weiß und schön und Sara weiß und beängstigend sein? Weil das Wesen des Schnees weiß ist. Darum ist er schön. Weil Weiß dort hingehört. Und das Wesen von Sara ist rot. Weshalb Weiß an ihr beängstigend ist. Weil es dort nicht hingehört. Das ist, als ob es mitten im August im Caravan während des Abendessens zu schneien begänne. Alle würden durcheinander reden, alle würden sich wundern. Und gewiss würde niemand glauben, dass es tatsächlich Schnee ist, der da herunterkommt. Weil er nicht in den Caravan gehört. Weil er dort am falschen Platz ist. Und auch noch zur falschen Zeit. Gestern ist mir etwas Lustiges passiert, würde Sara sagen. Ich saß gerade beim Abendessen, da kam eine Ladung weißer Flocken heruntergerieselt. Es war höchstwahrscheinlich nichts anderes als eine Täuschung, aber für einen Moment dachte ich doch tatsächlich es sei Schnee! Ist das nicht komisch? Hochsommer, Caravan und Schnee passen nicht zusammen. Und wenn Dinge geschehen, die nicht zusammen passen, glaubt man sie nicht, selbst wenn sie direkt auf die eigene Nase herabrieseln. „Weißt du, was eine Täuschung ist?“ Sara sieht sie an, die Augenbrauen hochgezogen, ein sehr lautes, vernehmliches: Ja? „Ach nichts.“ Sie seufzt. Ohne Ton. Mitten im Weiß machen Laute keinen Sinn.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehrmaliges Lesen lohnt sich! 13. Juli 2011
Diesen Roman habe ich regelrecht verschlungen. Einmal begonnen konnte ich ihn nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte hat mich gepackt! Durch die bildgewaltige Beschreibung der Handlungsorte und die lebendigen Dialoge blieb ich bis zum Ende des Romans im Geschehen. Ich litt und fieberte mit den Probanden, wollte immer schneller und immer mehr von ihnen erfahren.

"Aufhellungen" spielt gekonnt mit dem Wechsel zwischen Surrealismus und Realismus und baut so einen Spannungsbogen auf, der sich konsequent durch die Handlung zieht und mich als Leserin glücklich und zufrieden mit dem Umblättern der letzten Seite entlassen hat. Dieses Buch werde ich mit Sicherheit ein zweites und / oder drittes Mal lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Sarah lebt in den Neunzigern in London und erfährt, dass Anne tot ist. Anne ist nicht ihre Mutter und gleichzeitig doch, denn sie hatte Sarah aufgenommen, ein Kind, das nicht sprach, das verstört und problematisch war.

Jetzt geht Sarah zurück nach München, zurück auch in ihre Vergangenheit und diesmal ist sie es und Toni, denen zwei Kinder zulaufen, ebenfalls vernachlässigt, ebenfalls gestört.

Die Reise der Kinder ist abenteuerlich. Ein schwarzer Turm, eine alte Frau, beide spielten bereits bei Toni und Sarah eine Rolle und dann kommt noch ein Zauberer ins Spiel, der ...

Doch das will ich nicht verraten.

Ich muss gestehen, ich kann dieses Buch nicht objektiv rezensieren. Bei den 42ern hat es mich schon vor vielen Jahren in Bann geschlagen und immer habe ich mich gefragt: Warum findet es keinen Verlag? Poetisch, mit Szenen, die den Leser packen, scharf und ungewöhnlich beobachtet war es für mich immer das beste Buch, das Sie dieses Jahr nicht lesen konnten. Schön dass der Verlag Kirchheim es jetzt endlich herausgebracht hat, noch besser, dass die Zeit es auswählte und vorstellte.

Sicher ist es kein "Page Turner", auch kein Psychothriller (obwohl es manchmal Elemente davon aufweist). Man muss sich ein wenig einlesen in die Sprache, in die Welt der Protagonisten, die auf Jahrmärkten auftreten, in den Hintergrund, der eben die Neunziger Jahre widerspiegelt, ohne es je auszusprechen. Aber dafür wird man auch belohnt. Mit poetischer Sprache, genauer Beobachtung und - last but not least - der Verquickung von Realität und Phantastischem. Als ob Franz Kafka die Feder geführt hätte.

Deshalb gibt es nur eins: Daumen Hoch!

Hans Peter Roentgen
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5.0 von 5 Sternen Und wie gehts weiter? 24. November 2011
Von Suin79
Auf den ersten paar Seiten fand ich den teilweise sehr lyrischen Stil anstrengend, das hat sich aber schnell gelegt. Jetzt will ich eigentlich nur noch wissen, wie geht es mit Sara, Toni, den Kindern und den Beziehungen weiter. Die Geschichten sind so fesselnd geschrieben, dass man über jede Person mehr wissen will.
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