Muss man nicht ein ziemlicher Optimist sein, wenn man glaubt seinen Lebenstraum mit Hilfe eines Buches verwirklichen zu können? Vielleicht. Aber geht es darum in diesem Buch überhaupt? Wenn man es nämlich gelesen hat, fällt auf, dass der Untertitel, ob nun absichtlich oder nicht, missverständlich formuliert wurde. Das eigentliche Ziel dieses Textes besteht nämlich darin, sich erst einmal selbst darüber klar zu werden, was man wirklich will. Tatsächlich handeln wir oft gegen unseren inneren Willen, weil wir ihn meistens gar nicht kennen und stattdessen Zwängen, Konventionen oder Eingebungen anderer folgen.
Glaubt man den Worten der Autorin, dann war sie bevor sie dieses Buch schrieb an einem Wendepunkt ihres Lebens angelangt und konzipierte für sich ein Programm der Selbstfindung ihrer tatsächlichen Träume, um diese anschließend zu verwirklichen. Man kann dies auch anders formulieren: Die Methode ist von ihr nicht erprobt, sondern vielmehr erdacht oder aus den Vorstellungen und Konzepten anderer zusammengestellt. Und das merkt man gelegentlich deutlich.
Der erste Teil dieses Buches (Die Träume und das Leben) behandelt in recht allgemeiner Form die verschiedenen Arten von Träumen und ihren Sinn. Die Autorin erzählt dabei oft auch über sich und ihre Träume. Sie entwickelt ein Modell unserer Persönlichkeit, untersucht unsere verschiedenen Lebensphasen und erklärt dann, dass es ganz wesentlich ist, herauszufinden, ob unsere Träume tatsächlich aus unserem "Wesenskern" stammen oder eben nicht.
Im zweiten Teil kommt die Autorin dann zum Kern ihres "Navigators". Sie entwickelt oder beschreibt Methoden, die uns helfen sollen, zum dem vorzudringen, was sie Wesenskern nennt. Der Leser wird dabei aufgefordert aktiv mitzumachen. Beispielsweise soll er herausfinden, welchen Einfluss seine Familiengeschichte auf seine gelebten oder noch ungelebten Lebensträume besitzt. Das geht dann bis zur Thematik der "Familienaufstellung". Wenngleich die Autorin ausdrücklich darauf hinweist, dass man das nur unter fachkundiger Beratung tun sollte, so zeigt die Kürze, mit der dieses schwierige Thema abgehandelt wird, auch eine gewisse Oberflächlichkeit des Textes, die man leider auch noch später immer wieder findet.
Anschließend befasst sich die Autorin mit Lebensträumen in den verschiedenen Phasen unseres Lebens und erklärt, dass man bei einer Aufzeichnung markanter Ereignisse unseres Lebens immer wieder Gemeinsamkeiten , also einen roten Faden, entdecken kann, der "Lernaufgaben" definiert, "die wir bewältigen müssen, um wieder zurück zu unserem Wesenskern zu finden und um unser volles Potenzial leben zu können."
Dann werden sieben Traumfelder definiert: Traumjob, Traumpartner, Traumfreunde, Traumerlebnisse, Traumbesitz, Traumkörper und Träume für die Welt. Will man nun zu jedem Traumfeld erkennen, was man wirklich will, so bekommt man einige methodische Schwierigkeiten, denn entweder muss man nun einen vorliegenden Text aufnehmen, um ihn später abspielen zu können, oder einen befähigten Menschen seines Vertrauens bitten, diesen Text in der erforderlichen Weise vorzulesen. Eine beiliegende CD hätte uns diese Mühe erspart. Doch sie fehlt.
Denn nun geht es darum, eine Reise nach Innen zu beginnen, für die wir zunächst einen gewissen Entspannungsgrad benötigen. Unsere in der Folge hoffentlich in unseren Kopf entstehenden Vorstellungen offenbaren dann unsere wahren Wünsche. Diese Methode gehört zum Standardarsenal der Psychologie und wird hier ziemlich billig angeboten. Sie stellt jedoch einen zentralen Bestandteil des "Navigators" dar.
Unter anderem beim Thema "Mein Körper und die Erleuchtung" wird leider auch deutlich, dass die Autorin auch gelegentlich über Dinge schreibt, die sie nicht wirklich verstanden hat. Ihre Ausführungen zum Thema "Erleuchtung" sind eher naiv als hilfreich.
Im dritten Teil des Buches (Aufgewacht - und nun?) geht es um die Verwirklichung unserer Träume. Die Autorin beschreibt dabei verschiedene Methoden, wie wir aktiv zu unserem Ziel gelangen können. Sie widmet sich auch unseren "inneren Stimmen", wobei dem Thema Meditation immerhin eine ganze Seite gehört.
Fazit.
Die Autorin entwickelt in ihrem Buch eine Gesamtmethodik, wie wir unsere wirklichen Träume entdecken können. Neu ist das alles im Einzelnen eher nicht. Gleichwohl kann diese Gesamtsicht durchaus helfen, dass man erstmals klar erkennt, was man wirklich will. Allerdings hätte eine bessere praktische Hilfe an der zentralen Stelle dieser Methodik das Buch wesentlich verbessert.